Er ist eine beliebte Anlaufstelle im Lörracher Rosenfelspark: der Kiosk mit dem originellen Namen Bartwurst. Ende des Jahres ist Schluss. Wie geht es weiter?
Er war maßgeblich daran beteiligt, dass aus einer kleinen Schmuddelecke ein Treffpunkt für Jung und Alt wurde – nun naht der Abschied: Mit einem Comic auf Facebook gab Andreas Richert am Mittwoch bekannt, dass er seinen Kiosk am Tiergehege im Rosenfelspark nach „sechs wunderbaren Jahren“ abgeben wird.
Zu den Gründen äußerte er sich nicht. Die Stadt als Eigentümerin des Kiosks hatte im Jahr 2020 rund 50 000 Euro in die Sanierung des Kiosks gesteckt – und anschließend an Richert verpachtet. Wie geht es 2026 weiter?
Auf Nachfrage bestätigt die Lörracher Pressesprecherin Susanne Baldus-Spingler die Kündigung des Pachtvertrags auf Ende des Jahres. „Wir bedauern die Entscheidung des aktuellen Pächters sehr. Der Kiosk wird erneut zur Verpachtung ausgeschrieben.“ Über potenzielle Interessenten sei bis jetzt indes noch nichts bekannt.
Park als Anlaufstelle für Familien
Was sich die Stadt vorstellt? In jedem Fall wünsche man sich „einen attraktiven Kioskbetrieb im Rosenfelspark“.
Der dürfte dem idyllischen Park mit Ende des Jahres nämlich fehlen. Das Kleinod der Stadt blühte jahrelang schließlich nicht nur als Konzertort des Stimmenfestivals auf, sondern ist mit seine vielen Pflanzen, einladender Rasenfläche, dem Kräutergarten, den schattigen Plätzen, plätscherndem Brunnen und natürlich den Tieren eine gern besuchte Oase der Stadt.
Gerade bei schönem Wetter versammeln sich hier bis in den Abend hinein Familien; schließlich wurde der Spielplatz am Rand des Parks aufwendig neu gestaltet und lockt mit seinen Sportgeräten oder dem Boulefeld viele Bevölkerungsschichten an. Zudem liegt der Schulcampus quasi vor der Haustür.
Der Kiosk dient daher für alle Parknutzer und darüber hinaus als willkommene Anlaufstelle: Wenn der Durst quält, die Kids nach Eis jammern oder der Magen knurrt. In unmittelbarer Nähe gibt es sonst keine gastronomischen Angebote. Und die gastfreundliche Art des Pächters – nicht nur den Kiosknamen Bartwurst loben die Besucher vielfach als originell – lockte viele Stammgäste zur Außenbestuhlung.
Pächter schreibt Comic als Rückblick
Dem ziemlich aufwendig gestalteten Comic, mit dem Pächter Andreas Richert seinen Abschied verkündet, ist zu entnehmen, dass er mit viel Herzblut bei der Sache war. Er habe Kinder mit Eis glücklich gemacht, Sommer voller Lachen und schöner Momente erlebt, auch mal Grobheiten gesehen, aber vor allem Freundschaften fürs Leben geschlossen, schreibt er da fast lyrisch. Obschon es freilich nicht nur schöne Nachrichten gab. So wurde im Mai 2025 bei einem Einbruch in den Kiosk eine Geldkassette entwendet.
Was tatsächlich die Gründe für die Beendigung des Pachtvertrags sind, darüber kann bisher nur spekuliert werden. Andreas Richert war am Donnerstag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.