Der Sozialpädagoge leitete 19 Jahre lang das beliebte Angebot. Er bewegte sich zwischen Clowns, Fakiren und Trapezen. Nun sucht die Stadtverwaltung nach einem Nachfolger.
Seit insgesamt 19 Jahren ist der Zirkus Lahrifahri ein fester Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit in Lahr. Das Angebot des Schlachthofs wurde laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung über all diese Jahre von Fritz Kälble geleitet. Nun sucht die Stadt eine Nachfolge für das erfolgreiche Zirkusprojekt.
Fritz Kälble ist Sozialpädagoge und seit rund 40 Jahren im Zirkusbereich tätig. Neben seiner Arbeit in Lahr ist er außerdem seit vielen Jahren Teil des Emmendinger „Artistik Theater Magic“. Mit viel Engagement und Herzblut prägte er laut der Mitteilung das Zirkusprojekt Lahrifahri und begleitete dabei mehrere Generationen von Kindern und Jugendlichen.
Einmal wöchentlich trainierten die jungen Akrobaten. Zum Schuljahresende gab es dann stets einen großen Auftritt. Auf dem Programm standen Punkte wie Akrobatik, Einradfahren, Jonglage, Vorführungen am Trapez und Vertikaltuch, Seillaufen und Laufkugel.
Zum Jahresende gab es stets einen großen Auftritt
Auch Fakire und Clowns durften bei dem Angebot selbstverständlich nicht fehlen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter. Dabei sei Fritz Kälble jeweils die Freude an der Bewegung und am Ausprobieren wichtig gewesen. Jedes Kind habe bei „Lahrifahri“ seinen Platz gefunden. „Der Leistungsgedanke spielte bewusst eine untergeordnete Rolle“, wie die Stadt erklärt.
Die Verantwortlichen haben beim Zirkus Lahrifahri nicht nur die zirkustechnischen Fähigkeiten vermittelt. Sie haben jedes Kind gesehen und ihnen Selbstbewusstsein als Teil der Persönlichkeitsentwicklung mitgegeben, heißt es in der Mitteilung. Einige Nachwuchsartisten nahmen nur eine Saison an dem Projekt teil, andere wiederum sind mit „Lahrifahri“ groß geworden. „Jeder hat von dem Projekt etwas mitgenommen, es war für alle Teilnehmenden immer etwas Besonderes“, blickt Fritz Kälble selbst auf sein Engagement der vergangenen Jahre zurück. Rund 700 Kinder haben in den 19 Jahren an dem Projekt teilgenommen.
Die Stadt Lahr mit dem Team des Schlachthofs dankt Fritz Kälble in ihrer Mitteilung für „sein außergewöhnliches Engagement, seine langjährige, verlässliche Arbeit und seinen großen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen“.
Rund 700 Kinder haben am Projekt teilgenommen
Auch nach dem Weggang von Kälble soll „Lahrifahri“ fortgesetzt werden. Für die Fortführung des Zirkusprojekts sucht der Schlachthof eine Zirkuspädagogin oder einen Zirkuspädagogen. Das Angebot soll vorzugsweise – jedoch nicht zwingend – dienstags außerhalb der Schulferien stattfinden.
Geplant sind Einheiten von etwa anderthalb bis zwei Stunden für maximal 20 Kinder im Alter von sieben bis 16 Jahren. Die Tätigkeit erfolgt auf Honorarbasis. Sämtliches benötigtes Material wie Einräder, Jongliermaterial, Trapez und Seiltanz wird gestellt. Zusätzlich soll regelmäßig eine FSJ-Kraft das Angebot unterstützen. Auch die Umsetzung von Workshops in den Schulferien ist möglich.
Kontakt bei Interesse
Interessierte können sich per E-Mail oder telefonisch beim Schlachthof melden. Ansprechpartnerin ist Katharina Demers, zu erreichen unter Telefon 07821/92 08 88 14 oder per E-Mail an katharina.demers@lahr.de.