In Eigenleistung renoviert der Skiverein Meßstetten seine Schülerschanze. Dennoch kostet das viel Geld. Foto: Holbein

Die Stadt Meßstetten fördert ihre Vereine. Dass sie 2022 dafür weniger Geld ausgeben muss als im laufenden Jahr, liegt nicht an ihr, sondern an den Vereinen selbst.

Meßstetten - Eine Corona-Welle jagt die nächste, und viele Vereine gehen schon jetzt finanziell am Stock, weil sie keine Veranstaltungen ausrichten dürfen und somit wesentliche Einnahmen fehlen. Umso wichtiger ist für die Vereine die Förderung durch die Stadt, über die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Erst zum 1. August 2020 hatten die Stadträte die Vereinsförderrichtlinien angepasst, neue Förderbereiche geschaffen und "durchweg großzügige Verbesserungen für die Vereine erzielt", wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Kurios: Trotzdem muss die Stadt in Summe weniger ausschütten als im laufenden Jahr. Statt 50 wie im Vorjahr haben nur 47 Vereine einen Zuschussantrag für 2022 gestellt.

Folgende Beträge fließen: für die Musikpflege 19 160 Euro, für die Heimatpflege 3206 Euro, für die Pflege der Kirchenmusik 1102 Euro, für die Sportförderung 47 509 Euro, für die Jugend 1103 Euro, für den VdK 257 Euro, für den Verein zur Förderung der Altenhilfe 256 Euro, für das Rote Kreuz 423 Euro und für den Kleintierzuchtverein 103 Euro. 73 120 Euro stehen unter dem Strich – 2021 waren es 80 581 Euro.

Kontaktbeschränkung macht Eigenleistung unmöglich

Darüber hinaus fördert die Stadt Investitionen. Die Renovierung und Verkehrssicherung der Heuberg-Schülerschanze, die bei Gesamtkosten von 20 000 mit 4000 Euro gefördert worden wäre, mussten wegen der Kontaktbeschränkungen jedoch vertagt werden. Das Problem: Holz und Metall sind inzwischen um 30 Prozent teuer geworden, so dass der Skiverein einen Aufstockungsantrag stellen musste – und weitere 1200 Euro bekommt.

Ausdrücklich hatte der Verwaltungs- und Finanzausschuss zuvor darauf hingewiesen, dass kein Präzedenzfall geschaffen werden dürfe, denn eine Aufstockung aufgrund gestiegener Preise sehen die Förderrichtlinien nicht vor. Weil der Skiverein die Arbeiten aber in Eigenleistung übernimmt und dazu schlicht keine Chance hatte, hat auch der Ausschuss mit großer Mehrheit die Ausnahme genehmigt.

Die Musikvereine brauchen vor allem neue Instrumente

Außerdem gefördert werden folgende Investitionen: Instrumente für den neuen Jugendkurs und Uniformen für den Musikverein Meßstetten mit 1250 Euro, Instrumente und weitere Uniformen für den Musikverein Hartheim mit 1250 Euro, Instrumente und weitere Uniformen für den Musikverein Heinstetten mit 4062 Euro, neue und Ersatz-Instrumente sowie Uniformen für den Musikverein Unterdigisheim mit 1500 Euro, die Erneuerung und Erweiterung des Zauns um das Sportgelände des SV Heinstetten mit 2947 Euro, einen Anhänger für den Heimatverein Kohlraisle in Tieringen mit 1203 Euro, die Sanierung der Toiletten und Umkleiden inklusive Duschen im Vereinsheim der Tennisgemeinschaft Hartheim sowie die energetische Sanierung der Fenster mit 5000 Euro, Einsatzkleidung, Schutzausrüstung der Rettungsschwimmer und ein Lehrgang zum Erwerb der Wiederholung von Rettungsschwimmerabzeichen für die DLRG Meßstetten mit insgesamt 5785 Euro und 919 Euro für die Ausstattung des neuen Helfer-vor-Ort-Einsatzfahrzeuges beim Roten Kreuz Tieringen-Hausen. Die Investitionskostenzuschüsse liegen mit 29 117 Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 56 726 Euro.

Viele Räte befangen – in diesem Fall ein gutes Zeichen

Bevor der Gemeinderat sein Plazet zu den Zuschüssen geben durfte, musste Bürgermeister Frank Schroft übrigens eine ganze Reihe von Stadträten in die Zuhörerreihen komplimentieren. "Keine Sorge – wir werden beschlussfähig sein", sagte er jedoch augenzwinkernd mit Blick auf die verbliebenen Räte. Grund für die Befangenheit der anderen: Sie engagieren sich selbst, teilweise in verantwortlichen Positionen, in einem oder sogar mehreren Vereinen der Stadt. Die dünne Besetzung des Gemeinderats war bei diesem Tagesordnungspunkt also ausnahmsweise ein gutes Zeichen.