Seit November 2024 stehen die Blitzer am Zubringer. Foto: Wendling

Die Zahl der Verkehrsverstöße im Raum Lahr ist im Vorjahr gestiegen – auch deshalb, da die Stadt mehr Blitzer eingesetzt hat.

Rund 41 600 Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Auto-, Fahrrad- und E-Scooter-Fahrer leitete die Stadt 2025 ein – gut 5000 mehr als im vorangegangenen Jahr.

 

Heißt das, dass rücksichtsloser gefahren wurde? Nicht unbedingt, vielmehr wird der Verkehr besser überwacht: Im November 2024 hat die Stadt zwei „Starensäulen“ am Autobahnzubringer in Betrieb genommen, um die Einhaltung von Tempo 70 zu kontrollieren.

In der Blitzerbilanz von 2025 schlägt sich das voll nieder: „Allein die neuen Messanlagen am Zubringer erfassten mehr als 5100 Verstöße, davon waren 351 Rotlichtverstöße“, teilte die Verwaltung mit. Darüber hinaus habe Tempo 30 auf der B 415 zum Anstieg der Zahlen beigetragen.

Dem „Super-Blitzer“ gehen immer weniger Fahrer in die Falle

Neben ihren stationären Blitzern hatte die Stadt auch wieder ihren mobilen Mess-Anhänger im Einsatz. Der gut getarnte „Super-Blitzer“ steht nun seit viereinhalb Jahren jeweils für rund eine Woche an wechselnden Standorten im Stadtgebiet. Seither gehen ihm immer weniger Fahrer in die Falle, vermutlich, weil viele aus Schaden klug geworden sind.

2022 hatte der hochmoderne Messanhänger noch mehr als 11000 Temposünder erwischt, 2023 waren es knapp 8000. Im Jahr 2024 blitzte die semistationäre Messanlage dann „nur“ noch rund 7500 Fahrer. 2025 ist die Zahl nun weiter gesunken, auf 4800 Fälle.

Insgesamt leitete die Stadt im Vorjahr 26 700 Verfahren gegen Temposünder ein – ein deutlicher Anstieg nach 20 600 Verfahren im Jahr 2024. Die höchsten gemessenen Werte waren dabei 129 Stundenkilometer außerorts bei Tempo 70 und innerorts 76 Stundenkilometer im Bereich von Tempo 30. Logisch, dass sich diese Fahrer danach erst mal nicht mehr hinter das Steuer eines Autos setzen durften.

Die Strafzettel brachten der Stadt Einnahmen von 1,645 Millionen Euro

Insgesamt hat die Bußgeldbehörde 301 Fahrverbote verhängt – auch wegen Rotlicht-, Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Unfallverstößen. 2024 waren „nur“ 130 Fahrverbote ausgesprochen worden.

Dafür sinkt die Zahl der Falschparker weiter, eine Entwicklung, die wohl mit den gestiegenen Verwarnungsgeldern zu tun hat. Im ruhenden Verkehr habe man 12 500 Verstöße festgestellt, heißt es aus dem Rathaus. Dagegen waren 2024 noch 13 500 und 2023 sogar 17 100 „Knöllchen“ an Parksünder verteilt worden.

Die Verwaltung hatte im Vorjahr mehrfach verlauten lassen, dass E-Scooter-Fahrer aufmerksam kontrolliert werden, nachdem sich Beschwerden von Passanten über deren teils rücksichtslose Fahrweise gehäuft hatten.

Tatsächlich habe man 214 Verfahren eingeleitet, vor allem wegen des verbotenen Fahrens in der der Fußgängerzone, aber etwa auch, weil E-Scooter nicht beleuchtet waren oder die Fahrer mit dem Handy telefonierten, heißt es nun aus dem, Rathaus.

Nicht nur die Stadt überwacht freilich den Straßenverkehr. In 1700 Fällen (2024 waren es 1800) leitete die Polizei ein Verfahren ein – hier fließen auch die 700 Unfälle (2024: 900) ein, die sich im Vorjahr in Lahr ereigneten. In dieser Zahl sind auch kleinere Vergehen enthalten, wie beispielsweise Kratzer nach einem Parkrempler. Hinzu kommen unter anderem Gurtverstöße, Handyverstöße, Ruhestörungen, Betäubungsmittel- und Alkoholfahrten.

Die Strafzettel für Temposünder (1,09 Millionen Euro), Falschparker (340 000 Euro) und andere Ordnungswidrigkeiten haben laut der Verwaltung im Vorjahr 1,645 Millionen Euro in die Stadtkasse gespült – das war mehr Geld als 2014 (1,42 Millionen Euro).

Die Blitzer-Bilanz

Neben ihrem  mobilen Mess-Anhänger betreibt die Stadt acht stationäre Blitzer – hier ihre Bilanz von 2025:

Burgheim: 1095 Fälle, davon 22 Rotlichtverstöße

Schwarzwaldstraße: 50

Geroldsecker Vorstadt: 30

Kippenheim: 3600

Kaiserstraße: 2800

Reichenbach: 1150

Kuhbach: 6400

Autobahnzubringer: 5100