Einen Schließtag pro Woche, dafür regelmäßige Öffnungszeiten soll es in der kommenden Saison im Freibad Kandern geben.
Diesem Vorschlag wurde der Vorzug gegenüber dem gegeben, der zwei halbe Tage Schließung des Freibads vorsah. Eine entsprechende einstimmige Empfehlung des Verwaltungsausschusses geht nun an den Gemeinderat, der in der nächsten Sitzung über die Öffnungszeiten entscheidet.
Andreas Spicker (Freie Wähler) erinnerte daran, dass eine Online-Petition, die sich unter anderem für klare Öffnungszeiten ausspricht, schon 800 Unterschriften erzielt habe. Das Freibad soll nun in den beiden Monaten Mai und September regelmäßig dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr und in den Hochsommermonaten dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr öffnen.
Bisher waren die Öffnungszeiten von Montag bis Sonntag von 9 Uhr bis 20 Uhr.
Zur finanziellen Entlastung der Stadt wurde von Seiten der Zuhörer nach dem Vorbild anderer Kommunen zudem die Gründung eines Fördervereins für das Freibad vorgeschlagen. Die Einnahmen, die der Förderverein generieren würde, könnten verwendet werden, um die Personal-, Unterhalts oder auch Sanierungskosten für das Freibad zu senken.
Personalkosten einsparen
Die Stadt muss, wie auch andere Kommunen, sparen, erläuterte Gemeinderätin und Bürgermeisterstellvertreterin Gabriele Weber (SPD), die die Sitzung für die erkrankte Bürgermeisterin Simone Penner leitete. Im Haushalt wurden deshalb die Mittel für die dritte Schwimmmeisterstelle gestrichen. Rechnungsamtsleiter Benedikt Merkel wies darauf hin, dass die Stadt das Schwimmbad unbedingt erhalten will, die Unterhaltung aber unter „freiwillige Aufgaben“ fällt.
Insgesamt 1,7 Millionen Euro muss die Stadt im Haushalt einsparen, dazu zählen 600 000 Euro bei den Personalkosten. Die dritte Schwimmmeisterstelle wäre mit rund 60 000 Euro im Jahr zu Buche geschlagen, sagte Merkel. Die Eintrittspreise seien im Jahr 2024 erhöht worden. An dieser Schraube habe man nicht drehen wollen, „sonst wären wir schnell bei Laguna-Eintrittspreisen gewesen“, meine Ausschussmitglied und Gemeinderat Johann Albrecht (FW). Das Kanderner Bad solle für Familien erschwinglich bleiben.
Für die kommende Saison stehen nun zwei Schwimmmeister zur Verfügung, wobei während des Badebetriebs immer ein Schwimmmeister dauerhaft ansprechbar sein muss und die Sicherheit der Badegäste garantieren soll. Die Schwimmmeister arbeiten in zwei Schichten, um die täglichen Öffnungszeiten abzudecken.
Ehrenamtliche sind willkommen
Das Arbeitsrecht schreibt vor, dass die Schwimmmeister einen freien Tag pro Woche haben, die wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 48 Stunden, vorübergehend auch mal bis zu 60 Stunden, und auch Pausenzeiten müssen eingehalten werden.
Gefragt wurde nach der Mitwirkung der DLRG, ob es hier Möglichkeiten gebe, das Personal zu entlasten, um eventuell Öffnungszeiten wieder ausdehnen zu können. Ehrenamtliche Mitarbeit der ausgebildeten Rettungsschwimmer werde bereits geleistet, sagte Schwimmmeisterin Petra Sica, rechtlich verantwortlich seien aber letztendlich immer angestellte Schwimmmeister.
„Es wäre toll, wenn sich noch Ehrenamtliche zur Hilfe und Überwachung am Becken helfen würden. Sie müssen 18 Jahre alt sein und brauchen einen Rettungsschwimmschein. Wer diesen machen möchte, dem bieten wir auch kurzfristig einen Kurs an“, gab DLRG-Vorsitzender Sebastian Kasten ans Publikum weiter.
Förderverein gründen?
Vorgeschlagen wurde von einem Zuhörer die Gründung eines Fördervereins. „Bei 800 Unterschriften für die Petition könnten schon mal 800 Personen als potenzielle Fördermitglieder angesprochen werden, da käme eine gute Summe zusammen und man könnte tolle Spendenaktionen für das Bad planen“, schlug der Bürger vor. Die Idee kam bestens an. „Aber eine Person oder eine Gruppe von Personen, die die Gründung eines Fördervereins koordiniert, muss vorne dran stehen“, stellte Weber fest.
Bis diese Person gefunden ist, ist nun für Interessenten zuerst einmal Jasmin Winz die Ansprechpartnerin für Bürger, die einen Förderverein gründen und unterstützen wollen.