Im Umfeld der Kirche St. Bonifatius ist ein „Weihnachtsdorf“ geplant. Der Lörracher Fachbereichsleiter Lars Frick zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung „irritiert“.
Eine Weihnachtsdorfbesucherin genießt Speisen mit träumerisch geschlossenen Augen, Geschenkartikel aus Holz werden zum Verkauf angeboten, Kinder backen Weihnachtsplätzchen.
Die offenbar mit KI erstellten Bilder erwecken den Eindruck einer warmherzigen Atmosphäre inmitten einer vorweihnachtlich geschmückten Szenerie.
Auf Instagram werden diese heimeligen Eindrücke gezeigt und mit dem Hinweis versehen: „So muss sich Weihnachten anfühlen“.
„So muss sich Weihnachten anfühlen“
Im Gemeindehaus St. Bonifatius können kleine Stände tageweise zum Verkauf selbst gebastelter Weihnachtsgeschenke gemietet werden (Anmeldung unter weihnachtsdorf@kath-kirche-loerrach.de oder unter Tel. 0170/ 227 19 15).
Zudem wird am Weihnachtsdorf „Zuckerbrötle backen mit Bäckermeister Bernhard Paul“ angeboten. Für Kinder von 13 bis 16 Uhr und für „Arbeitskollegen, Freude oder Vereinskollegen“ ab 17 Uhr (Anmeldung unter bernhard. paul@paul-baeckerei.de).
Für das Rahmenprogramm hat unter anderem die Stadtmusik ihre Teilnahme zugesagt. Deren Vorsitzender Daniel Gramespacher bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung sowohl einen Auftritt des Jugendorchesters und des Aktivorchesters der Stadtmusik als auch die Einbindung der Narrengilde in die Veranstaltung.
Am Dienstag konnte unsere Zeitung von Seiten der katholischen Kirchengemeinde keinen Ansprechpartner erreichen. Gleiches galt für Obergildenmeister Michael Lindemer (wir berichten noch)
Die Einschätzung der Stadt Lörrach
Eine zeitliche Überlappung gibt es mit dem Lörracher Weihnachtsmarkt, der vom 4. bis zum 14. Dezember auf dem Alten Marktplatz stattfindet.
Lars Frick, Fachbereichsleiter „Kultur und Tourismus“ – hier ist der Weihnachtsmarkt innerhalb der Verwaltung verortet –, sagte, er finde das angekündigte Weihnachtsdorf „nicht so toll“. Er sei „irritiert“ darüber, dass neben dem traditionellen Weihnachtsmarkt der Bedarf für eine zweite Veranstaltung dieser Art gesehen werde – zumal er den Kern der Narrengilde nicht in erster Linie in einem spirituell-kirchlichen Kontext verorte, so Frick. Bedauerlicherweise sei die Stadt in keiner Weise involviert gewesen und relativ spät und vage informiert worden.
Nun, so Frick, müsse abgewartet werden, wie sich die neue Situation auf beide Veranstaltungen – Weihnachtsdorf und Weihnachtsmarkt – auswirken wird.