Die Asiatische Hornisse hat sich im Süden Deutschlands ausgebreitet. Foto: Axel Heimken/dpa

Gefundene Nester auf öffentlichen Flächen können der Stadt Freiburg aber weiterhin gemeldet werden.

Die Asiatische Hornisse kommt – wie ihr Name schon sagt – ursprünglich nicht in unseren heimischen Ökosystemen vor. Seit 2014 breitet sie sich jedoch in Baden-Württemberg kontinuierlich aus und kann Schäden im Obstbau sowie bei Imkern verursachen.

 

Die Asiatische Hornisse gilt als invasive, inzwischen aber „bereits etablierte“ Art. „Damit entfällt die Melde- und Entfernungspflicht gegenüber der Oberen Naturschutzbehörde; die Stadt Freiburg ist nur für Nester auf öffentlichen Flächen zuständig“, teilt Pressesprecher Kolja Mälicke mit.

Die Hornissen zu melden, ist weiterhin sinnvoll

Es sei allerdings weiterhin sinnvoll, die Asiatische Hornisse auf öffentlichen und privaten Flächen einzudämmen – sofern Aufwand und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen würden. Insbesondere Nester in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Spielplätzen sollten entfernt werden. Dort sind auch Privateigentümer gefragt: Sie sollten die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg informieren (www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden). So behält die Behörde den Überblick über die aktuelle Ausbreitung. Gleichzeitig erhalten Bürger konkrete Handlungsempfehlungen sowie eine Liste von Fachbetrieben, die die Nester fachgerecht entfernen können.

Befindet sich ein Nest auf einer öffentlichen Fläche, können Bürger es mit einem Foto und der genauen Angabe des Fundorts per E-Mail direkt bei der Stadt Freiburg melden.

Für Spielplätze sind das Garten- und Tiefbauamt (gut@freiburg.de), für Waldspielplätze das Forstamt (forstamt@freiburg.de) sowie für Schulhöfe und städtische Kitas das Immobilienmanagement (imf@freiburg.de) zuständig.

Von Hornisse geht meist keine Gefahr für den Menschen aus

Wichtig bei einem gefundenen Nest sind Abstand halten. Es gibt aber keinen Grund zur Panik. Gegenüber Menschen ist die Asiatische Hornisse in der Regel nicht aggressiv. Wer sich jedoch einem Nest auf weniger als fünf Meter nähert, muss damit rechnen, dass die Tiere ihr Nest verteidigen und stechen. Allergische Reaktionen auf die Stiche treten nur in seltenen Fällen auf.

Die Asiatische Hornisse baut zwei Nester. Das im Frühjahr von der Jungkönigin gebaute, etwa handballengroße Gründungs- oder Primärnest hängt meist in Schuppen oder Sträuchern, teils aber auch in Bodennähe. Meist bewohnen es nur wenige Tiere. Seine Entfernung ist besonders effektiv, da sich die Asiatische Hornisse dann gar nicht erst ausbreiten kann. Sind bereits Arbeiterinnen zu sehen, sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden, teilt die Stadt mit.

Im Laufe des Sommers ziehen die Völker in Filial- oder Sekundärnester. Diese befinden sich meist in mehr als zehn Metern Höhe freihängend in Bäumen und bieten großen Völkern Platz. Diese Nester können bis zu einem Meter Durchmesser erreichen und werden nur ein Jahr lang genutzt. Die Jungköniginnen verlassen sie im Herbst; Arbeiterinnen und Drohnen sterben ab. Eine Entfernung ist deshalb nur bis zur Auflösung des Volkes im Spätherbst sinnvoll. Verlassene Nester werden nicht wieder besiedelt.

So erkennt man die Asiatische Hornisse sicher

Größe
Vor der Entfernung eines Nestes ist unbedingt auszuschließen, dass es sich um die heimische, geschützte Hornisse handelt. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als unsere heimische Art. Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse sind 1,7 bis 2,4 Zentimeter groß, Königinnen können auch bis drei Zentimeter groß werden.

Erscheinungsbild
Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt. Ein ausführliches FAQ mit Bildern zur Asiatischen Hornisse gibt es online unter www.freiburg.de/asiatischehornisse.