Freiburg gehört laut einer Studie zu den zehn teuersten Städten Deutschlands was die Wohnkosten angeht. Die hohe Nachfrage hat die Preise weiter nach oben getrieben.
Bezahlbarer Wohnraum in Freiburg war das große Thema im zurückliegenden OB-Wahlkampf. Doch schon eine Woche später zeigt sich: Das Thema wird auch weiterhin „eine der größten politischen Herausforderungen“ in der Stadt bleiben, so der parteilose Erste Bürgermeister der Stadt, Martin Haag, bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts des städtischen Gutachterausschusses.
Seit 1975 werden die Daten des Freiburger Marktgeschehens statistisch erfasst. Noch nie ist so viel Geld für Immobilien in Freiburg geflossen wie im vergangenen Jahr. Der Druck auf dem Markt sei nach wie vor groß, so Haag. Entlastung könne man allenfalls durch Neubauprojekte wie den Stadtteil Dietenbach erreichen. Trotz steigender Baukosten und unsicherer politischer und wirtschaftlicher Bedingungen verzeichne man weiterhin steigende Immobilienpreise.
Auch Gebrauchtimmobilien wurden teurer
Das deckt sich mit den jüngsten Ergebnissen einer Studie der Empirica AG in Berlin, wonach Freiburg bei Mieten und Kaufpreisen für Häuser und Wohnungen zu den zehn teuersten Städten in Deutschland gehört.
Kein Wunder, denn was knapp ist, ist auch teuer. Und in Freiburg ist der Immobilienmarkt knapp geschnitten: Lediglich 14 Bauplätze für Ein- oder Zweifamilienhäuser wechselten laut Angaben der Stadt 2025 den Besitzer. Dazu kamen noch sieben Bauplätze für den Mehrgeschossbau. 17 neu gebaute Einfamilienhäuser wurden veräußert. Der Quadratmeterpreis für ein Reihenendhaus oder eine Doppelhaushälfte lag bei 5120 Euro. Bei frei stehenden Häusern wurden noch einmal 200 Euro mehr pro Quadratmeter fällig. Für eine Villa in Bestlage wurden im Schnitt 2,3 Millionen Euro fällig. Immerhin 14 Käufe wurden in diesem Segment getätigt.
Banken profitieren von hohen Preisen
Auch Gebrauchtimmobilien wurden zuletzt wieder leicht teurer als im Jahr davor verkauft. Dort spüre man die Zinswende, so die Experten. Eine gebrauchte Wohnung in Freiburg mit 100 Quadratmetern Wohnfläche kostete zuletzt im Schnitt 498.700 Euro (2024: 485.500 Euro).
Was für Immobilieninteressenten ein teurer Spaß ist, ist für die Sparkassen-Immobilien-GmbH als größten Makler in und um Freiburg ein Indikator dafür, dass 2025 „ein gutes Jahr“ war und dass die Branche mit Optimismus auf das laufende Jahr schauen darf: Freiburg habe bewiesen, dass es die Unsicherheiten in der Welt besser überstehe als andere Märkte, so Sparkassenvorstandsmitglied Philipp Plath.
Freiburger Wohnungsmarkt zeigt sich krisensicher
Die Immobilien-GmbH habe 2025 Umsätze in Höhe von 72,4 Millionen Euro in und um Freiburg erwirtschaftet, satte 14 Prozent mehr als im Jahr 2024, so Geschäftsführer Oliver Kamenisch: „Die Nachfrage war hoch, neuwertige Immobilien haben sich besonders gut entwickelt.“
Auch bei den Gebrauchtimmobilien habe sich die Preisentwicklung nach der jüngsten Hochzinsphase wieder erholt. Durchschnittlich dauere es 90 Tage, um in und um Freiburg eine Immobilie an den Markt zu bringen und einen Käufer zu finden. Flexibilität sei notwendig als Verkäufer, so Kamenisch. „Wer gut beraten ist und den Markt kennt, findet aber trotzdem gute Bedingungen.“
Der Markt bewege sich „seitwärts“, so Studienautor Marco Wölfle, der wissenschaftliche Leiter des „Center for Real Estate Studies“ (CRES) an der Deutschen Immobilien-Akademie der Universität Freiburg. Aber die Nachfrage sei da und Immobilien als Geldanlage eine gute Sache.