Rummel oder Weihnachtsmarkt? Diese Frage stellt sich manchen Besuchern des Balinger Christkindlesmarkts. Foto: Archiv

Schon seit Jahren wird immer wieder Kritik am Charakter des Balinger Christkindlesmarkt laut. Daher stellt die Stadt für dieses Jahr ein neues Konzept vor.

Klagen gab es bereits 2018: Besucher beschrieben den Markt als reine „Fresserei und Sauferei“ und „einzige Katastrophe“, wie Gemeinderat Peter Seifert berichtete. „In dieser Form“, so Seifert damals, „ist der Markt sicher kein Aushängeschild für die Stadt.“ Bemängelt wurde unter anderem auch ein wenig weihnachtlicher Charakter, das geringe kunsthandwerkliche Angebot und die beschränkte Dauer des Marktes.

 

Daher hat die Stadtverwaltung nun einen Vorschlag für ein neues Konzept ausgearbeitet. Demnach soll der Christkindlesmarkt zukünftig vom Hinteren Kirchplatz über den Marktplatz und die Friedrichstraße bis hin zur Plaza stattfinden.

Dadurch entstehen drei miteinander verbundene Plätze mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten: Auf dem Kirchplatz und entlang der Stadtkirche soll vorrangig das Kunsthandwerk platziert werden; der Marktplatz und die Fußgängerzone sollen als Flächen der Kulinarik und der Begegnung dienen; die Plaza wiederum wird mit Bühne und Eislauffläche einen Schwerpunkt auf das Begleitprogramm und Event-Highlights haben.

Dieses Konzept gilt für Samstag und Sonntag am ersten Adventswochenende.

Eislauffläche und Kinderkarussell geplant

Zeitlich erweitert werden soll der Markt außerdem durch ein festes Angebot auf der Plaza von jenem Wochenende bis zum vierten Adventswochenende beziehungsweise je nach Möglichkeit bis Weihnachten. Für dieses Jahr ist dort als wesentlicher Frequenzbringer eine Eislauffläche vorgesehen.

Ergänzt werden soll diese durch Verkaufshütten mit Getränken und Speisen sowie eventuell mit einem Kinderkarussell. So besteht für die Balinger ein durchgehendes Angebot für die Adventszeit.

Rundweg soll abgeschafft werden

Weiter wird vorgeschlagen, das kunsthandwerkliche Angebot auf dem Markt durch einen Verzicht auf Standgebühren für diese Angebotsgruppe deutlich zu erhöhen. Auch eine neue Platzierung der Stände am linken und rechten Rand mit einem Durchgang anstatt des Rundwegs um die Stände herum ist vorgesehen.

Kein Krämermarkt

Nicht zugelassen ist alles, was üblicherweise auf Krämermärkten zu finden ist, wie beispielsweise serienmäßig gefertigte Bürsten, Kleidung, Taschen und dergleichen. Ausnahmen können im Einzelfall zugelassenwerden, wenn deren Gesamtanteil am Warensortiment nicht mehr als ein Drittel beträgt.

Pfand für Tassen abschaffen

Als weitere Veränderung im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist vorgesehen, auf das Pfand- und Spülsystem für Tassen zu verzichten, sondern stattdessen Tassen zum Verkauf anzubieten beziehungsweise den Gästen zu ermöglichen, eigene Tassen mitzubringen – ein auf vielen anderen Märkten erprobtes System, das den Aufwand für alle Beteiligten deutlich senken wird, meint die Verwaltung.

Der Vorschlag wird bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 2. Juli, Thema sein.