Weg mit den Sitzschalen: In den kommenden Monaten wird der Unterrang der Mercedes-Benz-Arena zur Großbaustelle. Foto: VfB Stuttgart

Die Haupttribüne der Mercedes-Benz-Arena wird im Bereich des Unterrangs komplett erneuert. Wie laufen die Heimspiele des VfB in der nächsten Saison auf der Baustelle ab? Und was bietet die neue Arena? Ein Überblick.

Die ersten Bagger sind schon angerollt: In den kommenden zwölf Monaten ist die Mercedes-Benz-Arena eine riesige Großbaustelle, da der Unterrang der Haupttribüne komplett abgerissen und neu errichtet wird. Das beschert dem VfB Stuttgart eine moderne Arena auf der Höhe der Zeit, bringt aber auch einige Einschränkungen bis zur Fertigstellung mit sich – zumal die Bauarbeiten während des laufenden Spielbetriebs stattfinden. Kürzlich stellte der VfB seinen Sponsoren und Businesskunden die wichtigsten Änderungen während der Saison 2022/23 und die Vorzüge des neuen Stadions vor. Ein Überblick über das Großprojekt.

 

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Warum wird die Tribüne umgebaut? Das hat wesentlich mit der EM 2024 zu tun. Fünf Partien der Europameisterschaft sollen in der Stuttgarter Arena stattfinden, darunter auch das zweite Vorrundenspiel der DFB-Elf. Der Unterrang der Haupttribüne erfüllt allerdings die technischen und infrastrukturellen Anforderungen der Uefa dafür derzeit nicht – er stammt noch aus dem Jahr 1974 und ist damit deutlich älter als alle anderen Bereiche des Stadions, die in den vergangenen 20 Jahren sukzessive erneuert wurden.

Im Sommer 2023 soll der Unterrang wieder für Zuschauer nutzbar sein

Wie ist der Zeitplan? Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen: Büros werden eingerichtet, Stromleitungen verlegt, Gerüste aufgestellt. Anfang Juni soll es dann richtig losgehen, wenn der Unterrang der Haupttribüne abgerissen wird. Der Bau wird sich dann über die gesamte kommende Bundesliga-Saison hinziehen – allerdings auch nicht darüber hinaus: Zur Spielzeit 2023/24 ist geplant, die Tribüne wieder für die Zuschauer freizugeben. Ende 2023 soll dann auch der Innenausbau komplett abgeschlossen sein.

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Bleibt die Haupttribüne während der Bauarbeiten nutzbar? Teilweise. Der VfB wird in der kommenden Saison den Oberrang für Zuschauer geöffnet lassen – allerdings nicht komplett: Die mittigen Plätze zwischen den beiden Torauslinien können belegt und über provisorische Treppentürme erreicht werden, die äußeren Bereiche bleiben wegen Abstützungsmaßnahmen gesperrt. Wer bisher eine Dauerkarte im Unterrang hatte, muss ausweichen – ebenso wie die VIPs: Auf einer Grünfläche gegenüber des Stadions auf der anderen Seite der Mercedesstraße entsteht ein temporärer Businessbereich für 1100 Gäste.

Die Profis ziehen sich künftig unterhalb der Untertürkheimer Kurve um

Ändert sich auch etwas für die Spieler? Ja. Da der komplette Innenbereich der Haupttribüne erneuert wird, können die Profis ihre bisherigen Kabinen nicht mehr nutzen. Stattdessen werden sie sich in den Räumen der 2011 eröffneten Scharrena unterhalb der Untertürkheimer Kurve umziehen und auch von dort auf das Spielfeld kommen. Zeitgleiche Spiele anderer Stuttgarter Teams in der Scharrena – etwa der Volleyballerinnen von Allianz MTV oder der Handballer des TVB – sind während der Bauphase nicht möglich.

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Was wird im Innenraum erneuert? Eigentlich alle wichtigen Räumlichkeiten. Die Mannschaftskabinen werden neu gebaut und an andere Orte verlegt: Derzeit befinden sich die Umkleiden des VfB und der Gästemannschaft beide zwischen der Mittellinie und der Cannstatter Kurve – künftig liegt dort nur noch die Heimkabine, während sich die Gäste in Richtung Untertürkheimer Kurve umziehen. Die zweite wichtige Neuerung: Es entsteht eine neue Produktionsküche, in der frisch gekocht werden kann. Bislang konnte lediglich Essen angeliefert und aufgewärmt werden.

Hinter den Trainerbänken sitzen künftig nur noch die VIPs

Wie wird die Sicht auf der neuen Tribüne sein? Sie soll sich deutlich verbessern. Derzeit ist der Winkel nicht ideal, da die Haupttribüne im unteren Bereich flach ausläuft und die Ersatzbank die Sicht teilweise versperrt – die ersten vier Reihen waren daher bislang preisreduziert. Im Zuge der Baumaßnahmen wird die Ersatzbank leicht abgesenkt, sodass von jedem Sitzplatz aus freie Sicht auf das Feld besteht. Aber: Die mittigen Plätze hinter den Trainerbänken sind künftig den VIPs vorbehalten: Normale Tageskarten für den Unterrang der Haupttribüne können nur für einen seitlichen Bereich gekauft werden, der in etwa auf Höhe des Strafraums beginnt.

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Wie verändert sich der Weg ins Stadion? Er soll komfortabler werden. Statt der derzeit engen Aufgänge führen künftig zwei große Freitreppen an beiden Seiten der Haupttribüne ins Stadion – ähnlich, wie es jetzt schon in den Kurven der Fall ist. Im Rundlauf des Stadions wird der Bereich zwischen den Treppen übrigens nach dem Umbau für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sein: Dort befindet sich künftig der Funktionsbereich für Busse, Sanitäter und das Personal.

Die neue Arena kann weit sichtbar in rot leuchten

Ändert sich das äußere Erscheinungsbild? Das Dach kann künftig angestrahlt werden und zum Beispiel in Rot weithin sichtbar leuchten. Nicht so deutlich zu erkennen, aber ebenfalls wichtig: Auf den Dachsicheln wird eine Photovoltaik-Anlage installiert, die immerhin zehn Prozent des Strombedarfs der Arena decken soll. Zudem steht eine Umrüstung des Flutlichts auf LED-Technik an, was eine Vorgabe der Uefa für die EM 2024 ist. So können die Energiekosten gesenkt und die Lichter schneller hoch- und heruntergefahren werden.

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Was bietet der Tunnel-Club? Er soll das Highlight der neuen Tribüne werden. In diesem VIP-Bereich können die Gäste durch verglaste Scheiben die Spieler auf ihrem Weg von der Kabine auf das Feld beobachten. Die Verspiegelung ist übrigens einseitig, sodass die Profis ihrerseits nicht in den Tunnel-Club sehen können. Abgeschaut hat man sich das Konzept bei Manchester City, das bereits über eine solche Attraktion verfügt. In Deutschland ist sie Stand jetzt nach ihrer Fertigstellung einzigartig – und ein ziemlich exklusives Vergnügen: Nur 200 der künftigen 2250 VIP-Plätze auf der neuen Haupttribüne befinden sich im Tunnel-Club.