Mit der Sanierung des Halbkreises hinter dem westlichen Fußballtor im Nonnenholzstadion startet die Modernisierung der Leichtathletik-Anlagen. Foto: Herbert Frey

Die Sanierung der Leichtathletikanlagen im Nonnenholzstadion soll zeitnah umgesetzt werden. Starten will die Stadt in diesem Jahr mit dem ersten, westlichen Halbkreis.

Stephan Fischer von der Grünplanungsabteilung der Stadt schilderte im Bauausschuss am Dienstag, dass die Leichtathletikinfrastruktur im 1963 eröffneten Stadion Nonnenholz arg in die Jahre gekommen sei.

 

Der letzte große Umbau mit Erweiterung erfolgte im Jahr 1997. Seit dem Jahr 2000 habe es praktisch keine Erneuerungen mehr gegeben, wobei er klarstellte: „Es geht nicht um die Rasenflächen“.

Sorgen bereiten vielmehr die Kunststoffflächen in den beiden Halbkreisen hinter den Toren sowie die sechs Tartan-Laufbahnen, die rund um das Fußballfeld führen.

In den Halbkreisen tun sich Risse im Kunststoffbelag auf, „die Oberhaut ist verschlissen und bricht immer stärker auf, so dass überall schwarze Stellen durchkommen“, schilderte Fischer.

Zudem entsprächen viele Anlagen, insbesondere die für Hoch- und Stabhochsprung, nicht mehr aktuellen Wettkampfstandards. Verzichten wolle man künftig auf einen Kugelstoßring sowie einen Wassergraben für die Disziplin Hindernislauf.

Weitsprunggrube muss versetzt werden

Die Weitsprunggrube müsse zudem versetzt werden, da sie mit dem äußeren Rand in die Rasenfläche hineinrage, ergänzte Fischer, der sich wunderte, dass dies einst so geplant worden ist.

Der Halbkreis hinter dem westlichen Tor sei maroder als der hinter dem östlichen, weshalb dessen Sanierung zuerst angegangen werden solle, so der Planer weiter, der berichtete, dass eine Sanierung in zwei oder mehr Etappen angedacht sei.

Gleichwohl benötige die Verwaltung die Freigabe der Summe für die Gesamtmaßnahme, um einen Förderantrag stellen zu können, ergänzte Bürgermeister Lorenz Wehrle. Das Gesamtprojekt sei im März 2025 auf Kosten von rund 950.000 Euro geschätzt worden, weshalb man in den Etat des laufenden Jahres vorsorglich 500.000 Euro und in den Haushalt 2027 nochmals dieselbe Summe als Verpflichtungsermächtigung eingestellt habe.

Mit dem westlichen Halbkreis geht es los

Die Sanierung des ersten, westlichen Halbkreises will man noch in diesem Jahr angehen, die Arbeiten sollen, wenn alles glatt läuft, im September starten.

Danach entscheide man, je nach Haushaltslage, ob der zweite Halbkreis sowie die umlaufenden sechs Tartanbahnen kommendes Jahr in einem Zug oder nochmals gestreckt über zwei Jahre erneuert werden sollen, so Fischer und Wehrle zum Zeitrahmen.

Laufbahnen sind noch länger nutzbar

Auf dieses Vorgehen, ebenso auf die Freigabe der Gesamtmittel, einigte man sich schließlich einstimmig.

Die Laufbahnen zeigen, im Gegensatz zu den anderen Bereichen, noch keine Löcher und seien gerade noch so nutzbar, bestätigte Fischer auf Nachfrage von Axel Schiffmann.

Leichtathletik darf nicht hintangestellt werden“

Thomas Bayer und Peter Reinacher wiesen darauf hin, dass man in den vergangenen Jahren „für den Fußball sehr viel Geld ausgegeben“ habe, die Leichtathletik als eine für die Jugend wichtige Bewegungssportart dürfe nicht länger hintangestellt werden.

Die Notwendigkeit der Sanierung stehe außer Zweifel, so Bayer, der an einen Vorort-Termin erinnerte, bei dem sich schon vor Jahren etliche Dellen gezeigt hätten. Die Sanierung müsse so schnell wie möglich realisiert werden, forderte er.

Der Wunsch nach einem großen Wurf

Warum nicht gleich die Gesamtmaßnahme ausschreiben? Das fragte Bernhard Scharf, der Kostensteigerungen in den kommenden drei Jahren befürchtete. Das, so Wehrle, sei leider nicht möglich, denn: „Wenn man ausschreibt, muss man auch ausführen. Preise, die drei Jahre gelten, gibt es nicht“.

Höhe der Fördergelder ist nicht klar

Fest stehe, dass man Fördergelder für die Sanierung erhalten werde. Deren Höhe sei aber „momentan nicht bezifferbar“, so Wehrle auf Nachfrage von Axel Schiffmann, der zudem Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes als Option ins Spiel brachte, um das Projekt eventuell zu beschleunigen. Darüber, so Wehrle, werde man zu gegebener Zeit separat entscheiden.