Der Wildberger Stadtwald wirft einen Überschuss ab, was vor allem einem stabilisierten Holzmarkt zu verdanken ist. Beim Waldumbau für Klimaresistenz steckt man noch in den Anfängen.
Im Wildberger Gemeinderat stand der Forst-, Kultur- und Nutzungsplan für 2026 auf der Tagesordnung – und natürlich eine Rückschau auf das zu Ende gehende Forstwirtschaftsjahr im Wildberger Wald.
Nach der schwarzer Null im Vorjahr rechnet der Forst für 2025 mit einem Ergebnis von rund 108 700 Euro, was allerdings auch mit einem erhöhten Einschlag zusammenhängt.
Wie Jan-Eugen Heckmann als stellvertretender Leiter der Unteren Forstbehörde in Calw berichtete, sei man „wirtschaftlich sehr zufrieden“. Zwar liege der Einschlag von 9278 Festmetern deutlich über dem ursprünglichen Ansatz von 8470 Festmetern. Doch habe man eben die gute Holzmarktlage mitgenommen, und zudem fielen 569 Festmeter an „zufälliger Nutzung“ an – also Käfer- oder Sturmholz.
Als vorläufiges Ergebnis weist der Forst einen Überschuss von 108 700 Euro aus
Unterm Strich werden wohl 660 000 Euro aus dem Holzverkauf eingenommen, doch die Waldwirtschaft hat auch ihren Preis. So schlug die Holzaufarbeitung mit 275 000 Euro zu Buche und die Forstverwaltungskosten liegen bei 131 500 Euro. Rund 70 000 Euro werden zudem als Kulturkosten investiert, wobei auf einer Fläche von 3,6 Hektar 5890 Douglasien und Laubhölzer gepflanzt wurden. Als vorläufiges Ergebnis weist der Forst einen Überschuss von 108 700 Euro aus.
Revierleiter Thomas Hingsberg beleuchtete auf Wunsch von Bürgermeister Ulrich Bünger die Situation in Sachen Privatwald. So gebe es Eigentümer, die sich um ihren Waldbesitz kümmern – aber zunehmend beobachte der Forst nicht aufgearbeitetes Käferholz. Vor diesem Hintergrund wurden alle Privatwaldbesitzer angeschrieben – allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Wie der Revierleiter deutlich machte, seien die Möglichkeiten der Forstverwaltung da beschränkt.
Der Waldumbau benötigt viel Zeit und ist nur schrittweise möglich
Für die CDU-Fraktion stellte Gerhard Ostertag in der Diskussion fest, dass es erklärter Wunsch sei, dass der Stadtwald so aufgestellt ist, „dass die Eigentümerziele erreicht werden“. Deshalb interessierte er sich dafür, wie weit der Forst auf dem Weg zu einem klimastabilen Wald sei – und welche Fortschritte die Transformation mache. Wie Jan Heckmann erwiderte, benötige der Waldumbau viel Zeit und die Entwicklung sei nur schrittweise möglich.
Allerdings versuche man sukzessive, solche Baumarten zu pflanzen, die mit dem Klima besser klarkommen. „Wir sind da auf einem guten Weg, stehen aber immer noch am Anfang“, lautet seine Einschätzung. Nicht unerwähnt ließ er, dass es dem Waldbestand guttue, wenn der Rehbestand zusammen mit der Jägerschaft geregelt werde.
Beim geplanten Einschlag ist der Bereich Lindenrain nicht berücksichtigt
Regina Schröder (Grüne) betonte, dass der Waldumbau sehr wichtig für die anvisierte Klimastabilität sei. Gleichzeitig wollte sie wissen, ob beim Einschlag für 2026 bereits der Bereich Lindenrain berücksichtigt sei, wo mehrere Windkraftanlagen errichtet werden sollen. Außerdem fragte sie, ob weitere Waldbegänge geplant seien, um die Bürger über die Waldthematik zu informieren. Bürgermeister Bünger machte deutlich, dass Baumfällungen im Lindenrain frühestens 2028/29 ein Thema sein werden. In Sachen Waldbegang signalisierte er, dass dieser auf der Agenda stehe.
Tim Dombrowske (Freie Wähler) machte darauf aufmerksam, dass die Erlöse aus dem Wald zum größten Teil fremdbestimmt seien – und „das kann auch schnell mal wieder in die andere Richtung gehen“. Wichtig sei es vor allem, dass der Wald gut aufgestellt sei, auch wenn Neupflanzungen Geld kosten.
Über 90 Prozent des Holzes wird in der Region vermarktet
Auf die Frage von SPD-Rätin Vivien Kühnle, wohin das Holz aus dem Wildberger Stadtwald verkaufte werde und ob es in der Region bleibe, stellte Revierleiter Hingsberg fest, dass über 90 Prozent des Holzes in der Region vermarktet werden.
Einstimmig fiel anschließend die Zustimmung zum Kultur- und Nutzungsplan für 2026 aus, auch wenn die Forstverwaltung mit einem eher rückläufigen Betriebsergebnis von 81 000 Euro rechnet. Dies vor allem deshalb, weil im kommenden Jahr nur ein Einschlag von 7600 Festmetern vorgesehen ist.