Chor und Orchester boten am Karfreitagabend mit „Stabat Mater“ ein faszinierendes Konzertereignis. Foto: Bantle

Ein faszinierendes und ergreifendes Konzerterlebnis hat das Chorprojekt der katholischen Seelsorgeeinheit „An der Eschach“ am Karfreitag geboten. Das Ergebnis der Aufführung „Stabat Mater“ konnte sich hören lassen.

Ein großer Erfolg war die Aufführung des „Stabat Mater“ von Karl Jenkins am Karfreitag in der katholischen Kirche in Niedereschach.

 

Aufgeführt vom Chorprojekt der katholischen Seelsorgeeinheit „An der Eschach“ traf dabei ein faszinierendes und zutiefst ergreifendes Konzertereignis in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Kirchenschiff, einschließlich Empore und zugehöriger Aufgangstreppe auf ein enthusiastisch begeistertes Publikum, das zum Schluss des Konzertes nach dem Ausklingen des stimmgewaltigen „Amen – Alleluja” im letzten Satz in lautstarken Standing Ovations Chor, Orchester und Solisten höchste Anerkennung zollte.

Gemeinde soll enger zusammenwachsen

Dies war gleichzeitig aber auch die schönste Belohnung für alle Beteiligten des Chorprojekts, allen voran Dirigent Thomas Scheiflinger und Solistin Sandra Reineboth, die aus der Initiative der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats und Stiftungsrätin der Seelsorgeeinheit „An der Eschach“, Christine Blessing, seit Oktober des vergangenen Jahres ein- bis zweimal wöchentlich zu den Proben für dieses hochkarätige Musikprojekt zusammenkamen. Dies aber auch vor dem Hintergrund, die Gemeinden der Seelsorgeeinheit stärker zusammenwachsen zu lassen.

Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. So forderte schon der rund zehnminütige Eingangschor „Cantus lacrimosa“ (Gesang der Tränen) mit über mehrere Takte gehaltenen Tönen im kräftigen Forte und der siebenfachen Wiederholung des „Stabat Mater Dolorosa“ am Ende und in hoher Tonlage die große Stimmkraft aller Sängerinnen und Sänger. Der nachfolgende Satz „Incantation“ wurde von Solistin Sandra Reineboth hinreißend in einem Text gesungen, der teilweise frühes Arabisch und Aramäisch enthielt.

Melancholische Stimmung

Bei der nachfolgenden „Klage“ (Lament) ließ Solistin Sandra Reineboth ihre weiche Altstimme in zärtlichen Kantilenen erklingen, zauberte im Dialog mit dem Orchester eine friedvolle und zugleich melancholische Stimmung.

Der massive Einsatz von Schlagzeug und Blechbläsern über düster anmutenden Streicherklängen prägten den Satz „Stabat Mater“ in einem musikalischen Abbild größter Verzweiflung, und steigerte sich sogar noch im darauffolgenden „Now my life is only weeping“, in dem die Altstimme beklagte, dass ihr Leben nur noch aus Weinen besteht. Eine stark emotionale Schilderung, vom folgenden Chorstück „And the Mother did weep“ (Und die Mutter weinte) beinahe meditierend reflektiert.

Die Anbetung des Leibes des sterbenden Jesus, versinnbildlicht mit dem Einstieg von Solo-Alt und Sopran der Solistin, gefolgt vom Dialog mit den Altstimmen des Chores, verlieh dem „Ave Verum“ seinen unverwechselbaren Anbetungscharakter.

Besonderes Erlebnis

Das Stabat Mater endete mit der Aussicht auf die Herrlichkeit des Paradieses, deren „in Sicht kommen“ durch ein permanent wiederholtes eintaktiges Orchester-Ostinato zum Ausdruck gebracht wurde im abschließenden „Alleluia – Amen“ mit seinen langen Haltetönen und zahlreichen Wiederholungen. Hier wurde zum Ende der gut einstündigen Aufführung noch einmal die ganze Kraft von Chor und Orchester gefordert.

In den sechs Monaten intensiven Probens sei es für alle Mitwirkenden ein ganz besonderes Erlebnis gewesen, in neue musikalische Welten einzutauchen. So fasste die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und Initiatorin des Chorprojektes, Christine Blessing, ihre Eindrücke zusammen.

Man habe sich auf einen mühsamen Weg gemacht, um ein solch anspruchsvolles Chorprojekt verwirklichen zu können. Von Beginn an habe Karl Jenkins alle mit seiner universal ausgerichteten Musik in europäischer, orientalischer und auch afrikanischer Klangsprache infiziert: „Diese Musik vermittelt ein Gefühl, das alle kulturellen, geografischen, ethischen und auch religiösen Welten überspringt“, so Christine Blessing.