Theater ist auch bei steigenden Inzidenzzahlen möglich – das will ein Modellversuch der Landesregierung mit den Staatstheatern Stuttgart zeigen. Kunst und Wissenschaft kontern Corona gemeinsam – gut so.
Stuttgart - Auf die Schlange der Coronavirus-Infektionszahlen zu starren, war und ist für die Verantwortlichen in den Staatstheatern Stuttgart keine Perspektive. Die Vorhänge in allen Spielstätten sollen sich nicht nur jetzt, bei knapp zweistelligen Inzidenzwerten, öffnen, sondern auch dann, wenn die Zahlen, wie von vielen befürchtet, wieder ansteigen.
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Damit dies gelingt, hat man nicht nur einen doppelten Kontrollstreifen für die 3 G-Regeln (Geimpft, getestet, genesen) um die Spielstätten gezogen, sondern lässt auch nur über personalisierte Tickets erreichbare Einzelsitzplätze zu. Das Publikum formiert sich im „Schachbrett“, muss auf die Garderobenutzung ebenso verzichten wie auf gastronomische Angebote in den Innenräumen. Oper, Ballett und Schauspiel pur – das ist das mit ständiger Maske erlebbare Angebot. Und es ist enorm gefragt. Von einem Publikum, das eine hohe Impfbereitschaft zeigt.
Modellversuch des Landes
Die Lust auf das Besondere, auf Spitzenkunst von nationalem und internationalem Format ist neu entfacht. Da passt es, dass die Staatstheater-Öffnung ein Modellversuch des Landes Baden-Württemberg ist.
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Von aufwendigen Spurengasuntersuchungen in Opernhaus, Schauspielhaus, Kammertheater & Co. zur Identifikation der Wege der gefürchteten Aerosole bis hin zu kürzesten Test-Taktungen für die 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des größten Dreispartenhauses der Welt.
Kunst und Wissenschaft im Schulterschluss
Der Schulterschluss von Kunst und Wissenschaft ist noch zu oft nur Debattenthema. Der Modellversuch Öffnung der Staatstheater Stuttgart macht ihn erlebbar. Gewinner ist – das Publikum.
nikolai.forstbauer@stuttgarter-nachrichten.de