Der neue Abteilungsleiter des Sigmaringer Staatsarchivs, Christoph Schlemmer, hat sich große Ziele gesteckt. Das sind sie.
Das Staatsarchiv Sigmaringen hat seit dem 1. Juli eine neue Leitung: Christoph Schlemmer ist der Nachfolger von Archivdirektor Franz-Josef Ziwes, der vom Präsidenten des Landesarchivs Baden-Württemberg Gerald Maier in den Ruhestand verabschiedet worden ist.
Das Sigmaringer Staatsarchiv ist die für den Regierungsbezirk Tübingen und damit auch für den Zollernalbkreis zuständige Abteilung des Landesarchivs Baden-Württemberg. Präsident Maier bedauert, dass Franz-Josef Ziwes aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Amt scheiden musste und bedankt sich bei ihm für sein langjähriges Engagement für das Landesarchiv Baden-Württemberg, heißt es in einer Pressemitteilung des Staatsarchivs dazu.
Franz-Josef Ziwes war seit 2020 Abteilungsleiter im Staatsarchiv Sigmaringen
„Franz-Josef Ziwes hat zahlreiche, nachhaltig wirkende fachliche Impulse für das ganze Landesarchiv gesetzt. Darüber hinaus war er einer der ersten, der sich mit der Bewertung digitaler Fachverfahren beschäftigte. Er hat das Staatsarchiv Sigmaringen als Teil des Landesarchivs zu einem modernen Informationsdienstleister und landeskundlichen Kompetenzzentrum in der Region weiterentwickelt.“
Nach seiner Promotion und dem Archivreferendariat am Hauptstaatsarchiv Stuttgart und an der Archivschule Marburg arbeitete Franz-Josef Ziwes seit 1995 als wissenschaftlicher Archivar zunächst im Generallandesarchiv Karlsruhe, ab 1998 im Staatsarchiv Sigmaringen. 2020 übernahm er die dortige Abteilungsleitung.
Christoph Schlemmer hat Geschichte und Philosophie studiert
Der neue Abteilungsleiter Christoph Schlemmer hat in Tübingen Geschichte und Philosophie studiert und am Landesarchiv Baden-Württemberg und an der Archivschule Marburg das Referendariat für den höheren Archivdienst absolviert. In seiner Doktorarbeit untersuchte er die Rolle und Bedeutung landadliger Güter in der Moderne und war außerdem an der Entwicklung einer virtuellen Ausstellung zu diesem Thema beteiligt.
Schlemmer will die Behörden bei der Archivierung ihrer Unterlagen bestmöglich unterstützen – durch die Einführung der elektronischen Akten kommen zusätzliche Herausforderungen auf beide Seiten zu. Außerdem will er Menschen den Zugang zum Archiv erleichtern.
„Archive sind eine wichtige Quelle, um sich über die Vergangenheit, die Geschichte des Ortes oder auch der eigenen Familie zu informieren. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Demokratiebildung“, sagt Schlemmer. Die Kooperation mit den Schulen, die im Zuge der Coronapandemie stark gelitten hat, will er weiterentwickeln. Als gebürtigem Sigmaringer sind ihm die Region, ihre Geschichte und ihre Besonderheiten bestens vertraut.