Die Restaurierung des historischen Dachtragwerks der Pfarrkirche St. Patricius ist erfolgreich beendet worden. Zahlreiche Interessierte kamen zum Festgottesdienst.
Der große Festgottesdienst zog eine große Anzahl an Besuchern von nah und fern in den Sakralbau. Mehr 320 Besucher wollten „bei diesem besonderen und denkwürdigen Tag der Wiedereröffnung dabei sein und sich selbst von der handwerklichen Qualität der Restaurierung überzeugen“, heißt es in einer Mitteilung.
Nach 25 Monaten Bauzeit ist der neugotische Sakralbau, der in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag feiert, wieder uneingeschränkt geöffnet und für Besucher zugänglich.
Im März 2023 startete das große Projekt, nachdem zuvor in vielen Besprechungen und Sitzungen der verantwortlichen Gremien die Finanzierung verabschiedet und somit der Startschuss zur zwingend notwendigen Restaurierung des historischen Dachtragwerks gegeben wurde.
Jahrzehntelang drang Regenwasser ein
Vor allem die unzureichenden Dachanschlüsse an die Staffelgiebel setzten dem liegenden Dachstuhl schwer zu: Jahrzehntelang drang Regenwasser in das Dachtragwerk und verursachte so schwere Schäden, dass die Verkehrssicherheit gefährdet war.
Trotz der hohen Komplexität und der sich zum Teil schwierig gestaltenden Reparatur der schwer geschädigten Holzbauteile gelang es Architekt Timo Raible und den Gewerken das historische Dachtragwerk „in einer herausragenden Qualität umfassend zu restaurieren“, ist in der Mitteilung zu lesen.
Die Schwierigkeit bei diesem Projekt lag neben der eigentlichen Reparatur der geschädigten Holzbauteile vor allem in der Herstellung der Gegebenheiten, die es überhaupt erst möglich machten, in gut 15 Metern Höhe hinter dem historischen Tudorbogengewölbe zum Teil 600 Kilogramm schwere und zwölf Meter lange Zahnbalken zu lösen, diese auszubauen und anschließend nach der Restaurierung wieder unbeschadet in das enge und verwinkelte Dachtragwerk einzubauen.
Aufwendiges Innengerüst aufgebaut
Um die Last aus den tragenden Bundachsen zu nehmen, wurde ein aufwendiges Innengerüst errichtet, das allein zur Lastabtragung konzipiert wurde.
Besonders durch die Mitwirkung des Musikvereins Heiligenzimmern sowie dem Männergesangverein Eintracht Heiligenzimmern wurde dem Festgottesdienst vor Kurzem eine ganz besondere Atmosphäre in der neugotischen Pfarrkirche verliehen.
Pfarrer Michael Storost, der das Projekt von Beginn an begleitet hatte, hielt den Festgottesdienst. In seiner Festpredigt hob er die Wichtigkeit und die Bedeutung der Pfarrkirche als Ort hervor, an welchem sich Gläubige treffen und gemeinsam den Glauben an Jesus Christus leben können. Darüber hinaus biete die Pfarrkirche auch ein Ort der Ruhe, der vielen Gläubigen Kraft in einer sich stark wandelnden Zeit gebe.
Klaus May übernahm Dankesworte
Gemeindeteamsprecher Klaus May übernahm nach dem Festgottesdienst die Dankesworte an die eigentlichen Stars der Veranstaltung: den Vertretern der Gewerke, die in den 25 Monaten Bauzeit das historische Dachtragwerk sowie die Staffelgiebel restauriert haben. Mit großem Beifall wurden die Handwerker für ihre hervorragende Leistung geehrt.
Zum Schluss richtete der Gründer der Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes, Jens Schlehe, das Wort an die Gemeinde. Er stellte heraus, welch bedeutende Handwerkskunst einst in der Pfarrkirche St. Patricius vorherrschte.
Er betonte, dass hinter der Pfarrkirche St. Patricius unzählige Menschen stehen, die mit ihrer Überzeugung, ihrer Vision und ihrer „herausragenden Schaffenskraft“ etwas für die Ewigkeit geschaffen haben.
Aktueller Stand über Heiligenfiguren
Darüber hinaus gab Schlehe einen aktuellen Stand über die derzeit parallel verlaufende Restaurierung der Heiligenfiguren. So wird derzeit der Heilige Patricius als erste Figur vom Restaurator Hermann Petersohn aus Göppingen bearbeitet.
Nach dem Festgottesdienst hatten die Besucher die Möglichkeit, sich selbst von der Qualität der Restaurierung zu überzeugen.