Pfarrer Martin Schwer (links) und Weihbischof Thomas Maria Renz zelebrieren den Festgottesdienst gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen. Foto: Fahrland

Die Feierlichkeiten zum 750-jährigen Jubiläum der Kirche St. Michael gehen weiter. Am Sonntag stand das Patrozinium auf dem Programm.

Oberndorf - Mit rund 150 Besuchern und Mitwirkenden der Katholischen Kirchengemeinde zelebrierte Weihbischof Thomas Maria Renz am Sonntag das Patrozinium im Rahmen der Feierlichkeiten "750 Jahre St. Michael".

Die eindringliche Predigt des Ehrengastes, die große Anzahl an Ministranten und die musikalische Umrahmung verliehen dem Pontifikalhochamt mit Eucharistiefeier einen festlichen Rahmen. Außer Jacqueline Stauß an der Orgel fanden auf der Empore auch der Kirchenchor unter der Leitung von Dominika Richter sowie ein Bläserquintett der Stadtkapelle Platz.

Ersterwähnung im März 1272

"Wir feiern St. Michael, das Namenstagsfest unserer Kirche", sagte Pfarrer Martin Schwer in seiner Begrüßung. Die erste urkundliche Erwähnung einer St.-Michaels-Kapelle in Oberndorf vom 15. März 1272 hatte die Kirchengemeinde im März gefeiert, um nun die Reihe der Festgottesdienste fortzusetzen.

Weihbischof Thomas Maria Renz überbrachte die Festtagsgrüße von Bischof Gebhard Fürst aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der an diesem Tag nicht anwesend sein konnte. Renz beschrieb den Erzengel St. Michael als Schutzpatron gegen die Mächte der Finsternis. Erging auf die "wunderbare Architektur" der Kirche und die Festschrift zur Ausstellung "Kirchenschätze" ein, in der die bunten Fenster und liturgische Gegenstände vorgestellt werden.

Die wahren Schätze

"Nicht das Geld, sondern die Menschen sind die wahren Schätze, nicht Gold und Silber, sondern die, die uns anvertraut sind", mahnte Renz und erinnerte an den Diakon Laurentius. Er verwaltete die Finanzen der römischen Christengemeinde zur Zeit von Papst Sixtus II. und richtete sein Augenmerk besonders auf die Armen. Anstatt dem römischen Statthalter alle gesammelten Kirchenschätze zu übergeben, rief er alle Bettler zusammen, an die er Almosen verteilte, bevor er sich mit seinen wahren Schätzen zum Statthalter begab.

Besonders beeindruckt zeigte sich Renz von der vorausschauenden Innenrenovierung der Pfarrkirche im Jahr 1970. Die konsequente Linienführung konzentrischer Kreise um die Altarinsel entspreche einer wichtigen symbolischen Bedeutung.

Gemeinde versammelt sich um den Altar

Kaum seien die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils übersetzt worden, hätten sie in Oberndorf bereits ihre Umsetzung gefunden, um Christus in die Mitte zu stellen und sich in seiner Gemeinschaft um den Altar zu versammeln. Zuvor seien Hochaltäre üblich gewesen, bei denen Priester mit dem Rücken zum Volk standen.

Mit Bibelversen leitete er über zum gemeinsamen Glaubensbekenntnis. Der Kirchenchor umrahmte die Liturgie mit den Seligpreisungen und dem wohlklingenden "Unser Vater". Orgel, Bläserquintett, Kirchenchor und die Gemeinde stimmten schließlich in das beliebte Kirchenlied "Großer Gott wir loben Dich" ein.

Gemeindefest im Anschluss

Der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Giuseppe Scherer bedankte sich bei Renz für sein Kommen und bei allen Beteiligten für die Vorbereitung und Mitwirkung im Gottesdienst. Mit mehrfachem Applaus schlossen sich die Kirchenbesucher dieser Wertschätzung an.

Über die Internetseite der Seelsorgeeinheit kann der Festgottesdienst abgerufen werden und bildet eine bleibende Erinnerung an diesen Festtag.

Das anschließende Gemeindefest fand im Don-Bosco-Haus statt. Dort konnte die Feier beim Frühschoppen und Mittagstisch mit der Stadtkapelle Oberndorf, Kaffee und Kuchen fortgesetzt werden.