Das Wachs-Christkind ist in der täglich geöffneten Pfarrkirche zu sehen. Foto: Karl-Otto Gauggel

Seit Heiligabend ist auf dem Marienaltar in der St.-Mauritius-Kirche ein barockes Kleinod zu sehen.

Die Herkunft der Harthauser Figur ist zwar nicht belegt, doch gehen Fachleute davon aus, dass das Wachs-Kind in einem regionalen Frauenkloster bereits im 18. Jahrhundert entstanden ist. Es stellt somit ein Zeugnis barocker Volksfrömmigkeit dar. Recherchen des Hausmeisters der Pfarrei, Bernhard Weßner, legen nahe, dass dieses Jesuskind über eine Schenkung der Familie des Johann Oswald, die direkt neben der Kirche wohnte, um 1870 in den Besitz der Pfarrei gelangte.

 

Unweigerlich wird man bei der Betrachtung des Kindes an eine Liedzeile aus „Stille Nacht, heilige Nacht“ erinnert, wo es heißt: „Holder Knabe im lockigen Haar.“ Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden solche Andachtsfiguren meist in Klöstern zur frommen Betrachtung und zum Gebet geschaffen.

Das kunstvoll aus Wachs gefertigte Harthauser Christkind liegt jedoch nicht in einer Stallkrippe auf Heu und auf Stroh: Zum Zeichen seiner göttlichen Herkunft trägt es eine mit Blumenmotiven bestickten Windel und ruht auf einer mit Rüschen und Goldplättchen prächtig verzierten Seidendecke.

Am Fuß des Lagers befinden sich kunstvoll gestaltete, kleine Schwäne und Schäfchen, ebenfalls aus Wachs. Darüber spannen zwei Engel ein Band mit der Aufschrift „Gloria in excelsis Deo“, auf Deutsch: Ehre sei Gott in der Höhe.

Im bemalten Hintergrund ist eine orientalisch anmutende Stadt zu erkennen, die wohl Bethlehem darstellen soll. In dieser steht jedoch ungewöhnlicherweise– auch eine christliche Kirche mit Kirchturm.

Die weihnachtliche Szene befindet sich gut geschützt in einem allseits verglasten Schrein, der an einen antiken Tempel erinnert. Zu sehen ist das barocke Kleinod zu den normalen Öffnungszeiten der Pfarrkirche.