Die Mitglieder des Kirchengemeinderats freuen sich auf den Baustart in der Dormettinger Kirche. Das Gotteshaus ist deshalb von diesem Montag an geschlossen. Foto: Breisinger

Nach dem für lange Zeit letzten Sonntagsgottesdienst in der 310 Jahre alten Dormettinger Kirche St. Matthäus und eingebettet in einen kleinen Stehempfang haben der Dormettinger Kirchengemeinderat am Sonntag Auskunft über die an diesem Montag beginnenden Renovierungsarbeiten gegeben.

Dormettingen - "Im Oktober des vergangenen Jahres bekamen wir die Freigabe durch das Denkmalamt und wir freuen uns, dass es jetzt losgeht, denn einiges an Veränderung wird uns erwarten", sagte die Kirchengemeinderatsvorsitzende Ute Brenner. "Wir verfügen über ein sehr gutes finanzielles Polster, bekommen Unterstützung vom Denkmalamt und vor allem von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, da unserem Bischof Gebhard Fürst sehr daran gelegen ist, alte Gebäude zu schützen und sie weiter zu erhalten", erklärte Brenner weiter.

Engagierter Bauausschuss

Beim Winterlinger Architekturbüro Daniel Hotz fühle man sich sehr gut aufgehoben, und man habe als Gemeinde das Glück, dass der aus Günter Bertsch, Hans Martin Hölle, Elmar Weckenmann und Wolfgang Brenner bestehende Bauausschuss sehr engagiert und kompetent sei. Bei früheren Renovierungsmaßnahmen hätten ortsansässige Maurer, Elektriker oder Flaschner ehrenamtlich unterstützt, das sei dieses Mal aufgrund des Arbeitsrechts leider nicht möglich, so Brenner weiter.

Zahlreiche Arbeiten stehen an

Weckenmann ging detailliert auf die zahlreichen Instandsetzungen ein. Diese kosten voraussichtlich rund 850 000 Euro. Schon diese Woche werde die Orgel eingehaust, um Schäden zu vermeiden. Durch das Dach des Hauptschiffs trete Feuchtigkeit ein, marode Dachziegel müssen ausgetauscht werden, Putz- und Malerarbeiten werde ebenfalls ausgeführt. Zudem müssten der Blitzschuh und die Alarmanlagen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Die Reinigung und Ausbesserung der Fenster steht auf dem Programm, zudem werden die Figuren in der Kirche restauriert, die Elektroinstallation überprüft und für eine neue Heizungssteuerung werde auch gesorgt.

"Ende des Jahres eine tolle, hübsche Kirche"

"Ich hoffe, dass wir Ende des Jahres eine tolle, hübsche Kirche haben werden", sagte Weckenmann. Denn: "Wir möchten unsere Kirche mit diesem Umbau in die Zukunft führen, alles soll hell und freundlich werden, um für Hoffnung zu sorgen und um uns alle im Licht des Auferstandenen zu freuen. Wir haben das Ziel, dass die Kirche auch außerhalb der Gottesdienste Heimat für alle Religionen sein soll", so Ute Brenner. Im Hinblick auf die Neugestaltung des Innenraums ist die Gemeinde in Kontakt mit Studierenden der Kunstschule Stuttgart, die bereits Konzepte dafür entwickeln.

Gottesdienste im Freien

Bis voraussichtlich Ende Oktober wird der Innenraum der Dormettinger Kirche gesperrt sein. Geplant sind während der Zeit der Arbeiten zwei Gottesdienste pro Monat vor der Kirche; die Erstkommunion für die Dormettinger Kinder wird am 24. April in Dautmergen gefeiert.

"Wir sind sehr stolz, dass wir solch eine lebendige Kirchengemeinde haben, aber nun warten auch auf euch ungewöhnliche Zeiten. Wünsche und Anregungen nehmen wir gerne an, bitte redet mit und nicht über uns", sagte Ute Brenner in Richtung der Gemeindemitglieder.

Flüchtlinge in Pfarrhauswohnung

Leben kehrt demnächst jedoch höchstwahrscheinlich wieder in die momentan verwaiste Pfarrhauswohnung ein – diese soll als Flüchtlingsunterkunft dienen. Spenden in Form von nicht mehr benötigten Betten, Schränke oder ähnlichem werden angenommen. Flüchtlinge aus der Ukraine sind bereits in der hiesigen Mühle untergebracht, diese seien laut Ute Brenner aufgrund von in Dormettingen lebenden Verwandten gut integriert und vernetzt.