Die Rathaussanierung läuft auf Hochtouren – das sieht und hört jeder, der in der Innenstadt unterwegs ist. Foto: Helen Moser

Es wird abgerissen, entkernt und im Außenbereich neu betoniert – im und rund um das St. Georgener Rathaus tut sich dieser Tage so einiges. Das sind die wichtigsten aktuellen Eckdaten.

Es ist weder zu übersehen, noch zu überhören: Baumaschinen rollen rund um das St. Georgener Rathaus, das derzeit umfassend saniert wird; die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Das Millionenprojekt mitten in der Bergstadt soll die Umgebung deutlich aufwerten – und zusammen mit dem neuen Marktplatz samt darunterliegender Tiefgarage und dem Roten Löwen den Dreiklang für den Treffpunkt Innenstadt komplettieren. Städtebauliche Aufwertung ist das Gebot der Stunde.

 

Am Tag des Städtebaus am kommenden Samstag, 9. Mai, ist es ziemlich genau ein Jahr her, dass – am Tag des Städtebaus 2025 – der symbolische Spatenstich für die Rathaussanierung erfolgte. Welche Arbeiten laufen aktuell? Wie sieht die Zielvorstellung aus? Und wie steht es um Zeitplan und Finanzierung? Die Stadtverwaltung gibt einen Überblick.

Der aktuelle Stand

Statt Grau dominiert an der Rathausfassade bereits seit einiger Zeit Schwarz: Weite Teile der Fassade sind bereits zurückgebaut – und die entstandenen Lücken mit schwarzer Folie verhängt. Ihr Zweck ist zweigeteilt, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht: Sie schützt vor dem Wetter und vor Abstürzen.

Denn auch im Gebäudeinneren schreiten die Arbeiten voran. „Das Gebäude wird fast vollständig entkernt“, schildert die Stadtverwaltung. „Alle nicht-tragenden Wände und Schränke, Heizungen, Kabel sowie die meisten Bodenbeläge wurden entfernt. Die Treppenstufen aus Stein und das Geländer aus Holz werden dabei gut geschützt – diese sind hochwertig und gut erhalten und können daher in Zukunft weiterverwendet werden.“ Dasselbe gelte auch für einige Möbel, für den großen Sitzungssaal inklusive des Deckenleuchters und für die charakteristische rote Wand im Trausaal sowie die dortigen hölzernen Deckenelemente.

Gleichzeitig schreiten – in diesen Tagen gut sichtbar – die Arbeiten rund um das Rathaus voran. Unter anderem wurden nach Angaben der Stadtverwaltung alte Blumenbeete und der bisherige Abgang entfernt, um Platz für den neuen Weg zum Marktplatz und den Außenbereich der neuen Stadtbibliothek zu schaffen. In diesem Zuge werden zudem einige Betonelemente des Gebäudes repariert, wobei das Beton-Grundgerüst der Rathauses erhalten bleibt.

Das Rathaus wird entkernt – bereits im Januar waren die Fortschritte deutlich erkennbar. (Archivfoto) Foto: Helen Moser

Einer der nächsten Schritte ist, wie es aus dem (Ausweich-)Rathaus heißt, die Montage der neuen Fassade, einer Mischung aus Holz aus dem eigenen Stadtwald und Photovoltaik-Elementen (PV-Elementen) in roter Farbe.

Die Ausgangssituation

Viel getan hat sich also bereits seit dem offiziellen Start der Rathaussanierung in der ersten Jahreshälfte 2025. Seit dem Bau des Rathauses vor mehr als 50 Jahren hatte das Gebäude erheblichen Schaden genommen – durch undichte Bauteile, Wassereintritt oder Materialverschleiß. Die Stadtverwaltung spricht in ihrer Mitteilung gar davon, dass sich „die letzte Gelegenheit, damit das Gebäude langfristig erhalten werden kann“, bot.

Das Zielbild

„Jetzt wird das Rathaus komplett saniert, zukunftsfähig gemacht und einladender gestaltet“, schreibt die Stadtverwaltung. Dazu zählen eine energieeffizientere Fassade, eine sparsame Energiegewinnung und die Verbesserung des Brandschutzes sowie der Barrierefreiheit. Zudem werden Heizung, Lüftung und Gebäudetechnik erneuert sowie Reparaturen aller Art vorgenommen. „Durch das neue Aussehen und die Nutzungsmöglichkeiten soll das künftige Rathaus positiv zu einer lebendigen Innenstadt beitragen.“

Zum attraktiveren Gesamtbild soll nicht nur die Sanierung des Rathauses inklusive neuer Fassade beitragen, sondern auch der Umzug der Stadtbibliothek ins Rathaus. Als Open Library mit mehr als 17.000 Medien – Romanen, Sachbüchern, Zeitschriften, Brettspielen, DVDs, Filmen via Streaming, Tonies und Musik –, Aufenthaltsmöglichkeiten sowie deutlich erweiterten Öffnungszeiten soll die Stadtbibliothek künftig ein wichtiger Frequenzbringer in der Innenstadt sein.

Der Zeitplan

Seit Beginn der Bauarbeiten ist mittlerweile gut ein Jahr vergangen. Die Zeit drängt – vor allem mit Blick auf die Förderungen, wie die Stadtverwaltung erklärt: Bis 2029 müssen die Maßnahmen abgeschlossen sein, die als Teil des Förderprogramms „Treffpunkt Innenstadt“ für St. Georgen angemeldet wurden.

Die Kosten

Abriss, neue Fassade, moderne Energieversorgung, Rettung der einsturzgefährdeten Tiefgarage, verbesserte Barrierefreiheit, erneuerte Inneneinrichtung und einladende Außenanlage – all das kostet eine Menge Geld. In der aktuellen Mitteilung gibt die Stadtverwaltung einen Überblick über die Investitionen: Für das Rathaus sind es etwa 22,6 Millionen Euro brutto; dazu kommt die Tiefgarage mit rund 4,6 Millionen Euro brutto und die Außenanlage mit circa 4,5 Millionen Euro brutto.

Wohl kaum machbar wäre das Projekt ohne Förderungen von Bund und Land. 85 Prozent der Kosten der Rathaussanierung können im Zuge der Städtebauförderung angegeben werden; bei der Außenanlage und der Tiefgarage sind es 60 Prozent. Von dieser Summe kann die Stadt wiederum 60 Prozent als Förderung zurückerhalten – „die fortgesetzte Aufstockung des Fördertopfes vorausgesetzt“, wie die Stadtverwaltung einschränkt.