Ein Millionen-Projekt ist die Sanierung des St. Georgener Rathauses – einige davon fließen auch in die Tiefgarage. Foto: Helen Moser

Wenn das St. Georgener Rathaus saniert ist, soll auch die darunterliegende Tiefgarage in neuem Glanz erstrahlen. Und die Arbeiten sollen noch ein zweites Problem lösen.

Nun schält sich die Außenhaut vom St. Georgener Rathaus ab: Im Bereich der Fassade des Hauptgebäudes ebenso wie rund um den Sitzungssaal verschwinden dieser Tage nach und nach die Betonelemente von der Außenfassade – und machen Platz für Neues.

 

Zunächst werden die offenen Stellen gesichert und mit Plastikfolie abgehängt. Später tritt an ihre Stelle die neue Fassade für das Rathaus, die sich vor allem aus zwei Elementen zusammensetzt: Holz aus dem St. Georgener Stadtwald in Kombination mit Photovoltaik-Elementen (PV-Elementen).

Doch nicht nur hier stehen große Veränderungen an. Auch einige Stockwerke weiter unten – in der Tiefgarage direkt unter dem Rathaus – soll es schon bald hoch hergehen. Den Weg dafür machte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung des Jahres frei: Er vergab den Auftrag für die Betonarbeiten in der Tiefgarage. Kostenpunkt: fast 1,9 Millionen Euro netto – denn als Betreiber der Tiefgarage sind die Stadtwerke bei dem Projekt vorsteuerabzugsberechtigt.

Finanziell war das Ergebnis der Ausschreibung aus Sicht der Stadtverwaltung überaus erfreulich: Das Gesamtbudget lag nach einer Erhöhung im Sommer bei gut 3,2 Millionen Euro – das wirtschaftlichste Angebot des Unternehmens Geiger Bauwerksanierung aus Filderstadt lag damit mehr als 40 Prozent unter den erwarteten Kosten.

Oberdeck der Tiefgarage schon einige Zeit gesperrt

Eine Frischekur hat die Tiefgarage unter dem Rathaus dringend notwendig. Das liegt nicht nur an der mittlerweile nicht gerade ansprechenden Optik: Einer der Teilbereiche der Tiefgarage war bereits im August 2022 gesperrt worden – wegen statischer Bedenken.

Einige Betonteile sind bereits von der Fassade des Rathauses abmontiert worden. Foto: Helen Moser

Die geplanten Arbeiten schließen daher auch eine statische Prüfung mit ein – zudem sind Abdichtungsarbeiten und eine Deckensanierung vorgesehen, wie Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, in der Sitzung des Gemeinderats erläuterte. Zunächst aber wird der Beton im Inneren der Tiefgarage mit hohem Wasserdruck von den Wänden „geschossen“, berichtete Tröndle. Insgesamt ähneln die Arbeiten ihm zufolge stark denjenigen, die auch in der Tiefgarage unter dem Marktplatz, die mittlerweile als Parkhaus Stadtmitte wiedereröffnet ist, vorgenommen wurden.

Löst sich dann das Wasser-Problem?

Apropos Parkhaus Stadtmitte: Auch auf das soll sich die Sanierung der Rathaus-Tiefgarage positiv auswirken. Denn im Rathaus hofft man, durch deren Abdichtung auch das Problem nach wie vor in die Marktplatz-Tiefgarage eindringenden Wassers lösen zu können, wie Tröndle erklärte.

Auch in dem Gebäudeteil, in dem der Sitzungssaal untergebracht ist, gehen die Arbeiten an der Fassade voran. Foto: Helen Moser

Bei der dortigen Wasserproblematik wolle man durch die anstehenden Arbeiten einen deutlichen Schritt weiterkommen beziehungsweise diese ganz in den Griff bekommen – „hoffentlich“, wie Tröndle einschränkte. Die Stadtverwaltung geht nämlich davon aus, dass das Wasser, das im Parkhaus Stadtmitte für Probleme sorgt, über die Rathaus-Tiefgarage eindringt, dann über eine Bauteilfuge unter das Gebäude Am Markt 3 fließt – und dann in die Marktplatz-Tiefgarage. Nun hofft die Stadtverwaltung, das Wasser ganz aussperren zu können – aus beiden Tiefgaragen.