Martin Zimmermann lädt zum Virtual Fires Kongress in die Stadthalle auf dem Roßberg ein, bei dem Besucher unter anderem VR-Brillen ausprobieren können. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Tagung: Sicherheitsforscher, Führungskräfte und Ehrenamtliche von Rettungs- und Sicherheitsorganisationen

Um Virtuelle Tatort- und Unfallrekonstruktion, Einsatzmöglichkeiten von Exoskeletten oder die digitale Unterstützung von Krisenstäben geht es beim 13. "Virtual Fires Congress", der am 28. und 29. Juni stattfindet. Eingeladen sind Sicherheitsforscher, Führungskräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter von Rettungs- und Sicherheitsorganisationen.

St. Georgen. Virtual und Mixed Reality spielten für Einsatzkräfte eine immer wichtigere Rolle, erläutert Martin Zimmermann, Geschäftsführer der Imsimity GmbH. Es gehe nicht nur um die Organisation von Aus- und Fortbildung, sondern auch um die Steigerung der Attraktivität. Junge Leute gingen ganz selbstverständlich mit neuen Technologien um. Auch könnten über Simulationen neue Gefahrenlagen geübt oder Objekte begangen werden, die sonst nicht zugänglich seien. Ein Beispiel sei das Kreisklinikum in Villingen-Schwenningen. Trainingseinheiten, bei denen Ehrenamtliche drei Wochen vor Ort sein müssten, seien heute nicht mehr darstellbar. Stattdessen könnten Szenarien online trainiert werden. Weiterhin nötig seien aber trotzdem reales Training oder ein Ausbilder, um Fragen zu klären.

Am Anfang waren es 19 Teilnehmer

Veranstaltet wird der Con­gress vom Virtual Dimension Center. Zimmermann erinnert sich an die erste Veranstaltung mit 19 Teilnehmern. Inzwischen fülle man die Stadthalle. Er freut sich über die Schirmherrschaft des Innenministeriums. Thomas Strobl, Innenminister Baden-Württembergs, sei für ein Grußwort angefragt, Landrat Sven Hinterseh, der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei und der Landtagsabgeordnete Karl Rombach hätten sich angekündigt, dazu halte Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die Keynote. Themen während des Kongresses sind zum Beispiel "Wissenstransfer in der Sicherheitsforschung", "Serious Gaming als digitale Unterstützung von Krisenstabsarbeit" oder "Exoskelette – Aspekte künftiger Einsatzmöglichkeiten in der Feuerwehr".

Virtuelle Unfall- und Tatortrekonstruktion

Dass es längst nicht mehr nur um Rettungskräfte geht zeigt das Thema "Virtuelle Unfall- und Tatortrekonstruktion". Eine Simulation könne vielleicht sogar dazu führen, dass Richter noch gerechtere Urteil fällen.

In einer Podiumsdiskussion geht es um "Digitalisierung und KI im Zivil- und Katastrophenschutz – Wege aus der Forschung in die (Rettungs-) Praxis". Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird eine Initiative zu "Systemen in lebensfeindlichen Umgebungen" mit der Fragestellung, wie künstliche Intelligenz bei Katastrophen helfen kann. Gerade im Aufbau ist der "Digital Hub", in dessen Rahmen in St. Georgen ein Trainingszentrum für Einsatzkräfte entsteht. Das sei sicher einmalig in Deutschland.

Exkursion zu Laboren der Hochschule Furtwangen

Am zweiten Tag des Kongresses steht eine Exkursion zu den Laboren der Hochschule Furtwangen an. Zudem gibt es eine begleitende Ausstellung, bei der Geräte ausprobiert werden können. "Es wird sicher einiges Spannendes da sein", verspricht Zimmermann. Er betont, dass neben Führungskräfte alle freiwilligen Rettungskräfte willkommen sind. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung nötig, über "virtual-fires.de" oder Telefon 07724/94 94 33.