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St. Georgen Winfried Kretschmann zu Besuch in Bergstadt

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Bürgermeister Michael Rieger überreicht Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Stift, mit dem er sich in das Goldene Buch der Stadt einträgt. Foto: Kienzler

St. Georgen - Hoher Besuch in St. Georgen: Winfried Kretschmann hat im Rahmen seiner Sommertour eine Stippvisite in der Bergstadt eingeplant. Die Ziele: der Hirzbauernhof in Brigach und das Technologiezentrum.

Mit einigen Minuten Verspätung rollt Winfried Kretschmanns Fuhrpark auf den Hirzbauernhof in Brigach. Es ist der erste Termin an diesem Morgen für den Ministerpräsidenten, der dieser Tage im Rahmen seiner Sommertour im ganzen "Ländle" unterwegs ist.

"In St. Georgen war ich noch nie"

"In St. Georgen war ich noch nie", sagt er zu Beginn in seiner unnachahmlichen Art. Auch für sein Gegenüber, das Ehepaar Heinzmann, ist es eine Premiere. So ein Ministerpräsident kommt schließlich nicht alle Tage vorbei. Oder doch? Tatsächlich, so Hans Jörg Heinzmann, hatte ein anderer Landesvater bereits den Hof besucht – wenngleich es lange her ist. Im 18. Jahrhundert kam laut dem Landwirt Karl Eugen von Württemberg bereits in Brigach vorbei.

Dass die Familie überhaupt so weit zurückblicken kann, ist der langen Tradition auf dem rund 500 Jahre alten Hirzbauernhof geschuldet. In neunter Generation wird dieser mittlerweile bewirtschaftet, Sohn Adrian steht bereits in den Startlöchern, um ihn eines Tages zu übernehmen.

Damit der Betrieb an besagtem Tag X überhaupt noch existiert, muss sich die Familie breit aufstellen. Denn der Beruf des Landwirtes wird immer schwieriger – die Produkte bringen teilweise nur geringe Erträge, Subventionen sowie die Schaffung neuer Einnahmequellen durch Ferienwohnungen sind nötig, um zu überleben. Und als wäre all das nicht schon genug, bekommt man auf den Schwarzwaldhöfen auch den Klimawandel deutlich zu spüren.

"Eigentlich ist man nur der Depp"

Hans Jörg Heinzmann zeigt auf den kleinen Teich vor seinem Anwesen. Die Quelle, die diesen eigentlich mit Wasser speisen sollte, ist versiegt. "Das gab’s noch nie", sagt Heinzmann. Die Trockenheit macht den Landwirten zu schaffen, nahezu alle Arbeitsbereiche sind hiervon betroffen.

Darüber hinaus gibt es neben der Natur noch einen zweiten Bereich, auf den die Landwirte so gut wie keinen Einfluss haben – der allerdings die Arbeit erschwert. "Eigentlich ist man nur der Depp", bringt es Adrian Heinzmann auf den Punkt. In der Gesellschaft sei der Beruf des Landwirtes mittlerweile nicht mehr anerkannt. Der Traktor halte nur den Verkehr auf, der Bauer selbst steht allen voran bei Vegetariern und Veganern in Verruf.

"Wir können uns die Veganer und Vegetarier halt nicht wegzaubern", entgegnet Kretschmann. Doch er erkenne schon ein gewisses Grundproblem darin "dass ein paar Fanatiker" hier Schaden anrichten. Man müsse sich nicht verstecken, wenn man Fleisch esse, so Kretschmann. Gleichwohl sei es wichtig, dass die Tiere artgerecht gehalten werden.

Damit einher geht allerdings auch, dass das Fleisch mehr kostet. Und da liegt für den Ministerpräsidenten der Hund begraben. "Das Grundproblem ist eben, dass die Leute denken, es muss günstig sein", sagt Kretschmann. Er selbst könne da nicht viel dran ändern, geschweige denn Versprechungen machen. "Das bekommen wir nur gemeinsam hin." Adrian Heinzmann gibt ihm Recht. "Da kaufen sich Leute für 2000 Euro einen Grill, um ein Steak für einen Euro drauf zu werfen."

Im Laufe des Rundgangs werden allerlei Herausforderungen angesprochen. Kretschmann hört zu, nimmt sich Zeit für die Probleme. Deren Lösung muss gleichwohl warten – mal kürzer, mal länger. Denn an manchem wird bereits gearbeitet, auf anderes habe man schlichtweg keinen Einfluss.

Nach knapp einer Stunde bricht Kretschmann auf. Der nächste Termin wartet. Während Karl Eugen von Württemberg mit seiner Pferdekutsche von dannen zog, geht es im 21. Jahrhundert PS-stärker zu. Ein letzter Gruß an alle in Corona-würdigem Abstand. Dann steigt er in seinen Mercedes ein und rollt wieder vom Hof.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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