Rainer Ziegler hat unter den Nachbarn der Galetsch gesammelt und einen Defibrillator angeschafft. Er befindet sich in einem weißen Kasten. Bei Notfällen dürfen ihn alle Helfer benutzen. Fotos: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

Mit dem Defibrillator können selbst Laien Leben retten / Rotes Kreuz setzt sich großes Ziel / Auch private Initiativen

Von Dieter Vaas

St. Georgen. Bei einem Herzstillstand kann selbst der Laie mit AED (Automatische Externe Defibrillation) Leben retten. Das Rote Kreuz will deshalb das Gerät in St. Georgen möglichst flächendeckend einführen. Es gibt aber auch eine Privatinitiative, die Rainer Ziegler initiiert hat.

Viele Herzerkrankungen können in ein Kammerflimmern übergehen. Das Herz pumpt nicht mehr. Nur noch einzelne Nervenzellen zucken. Für den Laien sind die Symptome identisch mit einem Herzstillstand. Mit einem Elektroschock kann wieder normales Niveau oder zumindest eine sogenannte Nulllinie erreicht werden. Mit anschließender Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung kann der Laie Leben retten. Nur ein Notarzt ist in der Lage, noch mehr für den Patienten zu tun. Deshalb ist dieser auf jeden Fall als allererstes zu verständigen.

Bis der Notarzt eintrifft, geht wichtige Zeit verloren. Maximal zehn Minuten stehen zur Verfügung, um wirksam zu helfen. Mit einem Defibrillator kann jetzt selbst der Laie Leben retten. Je schneller die Defibrillation erfolgt, um so größer sind die Überlebenschancen.

Da Zeit im Ernstfall ein so wichtiger Faktor ist, lautet das große Ziel: Jeder Einwohner kann in vier Minuten ein Gerät erreichen. Dafür sind möglichst viele öffentlich zugängliche Geräte notwendig. Diese gibt es bereits in der Schalterhalle der Volksbank am Bärenplatz, im Rathaus (Erdgeschoss, neben der Herrentoilette), in der Stadthalle (im Sommer befindet sich dieses Gerät am Klosterweiher) und in der Mehrzweckhalle in Peterzell. Mehrere Firmen verfügen für den eigenen Notfall über Defibrillatoren.

Für die Feuerwehrund die Öffentlichkeit

Das Rote Kreuz hat beim Hofeingang an der Zentrale in der Spittelbergstraße einen "Kasten" in­stalliert. Er ist auch für die Feuerwehr und die Öffentlichkeit bestimmt. Am "Lädele" in der Ludwig-Weisser-Straße und auf der Halde ebenfalls am "Lädele" oder in der Nachbarschaft sind weitere Geräte vorgesehen. Die beiden Lokalitäten wurden ausgewählt, weil diese von der Familie eines aktiven Mitglieds des Roten Kreuzes betrieben werden. Hier ist aber noch das Einverständnis der Hausbesitzer notwendig.

Am MTZ in der oberen Gerwigstraße hängt bald ein Gerät, das die Ärzte des Hauses finanziert haben. Zwei weitere Defibrillatoren will das Rote Kreuz in diesem Jahr für die Ortsteile anschaffen.

In der Galetsch hat Rainer Ziegler in einer Privatinitiative für ein Gerät gesorgt. Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins St. Georgen sammelte persönlich erfolgreich in der Nachbarschaft. Der Kasten ist im Ahornweg, Ecke Eschenweg an einer Garage montiert. Gleich daneben befindet sich eine Trafo-Station der EGT.

Für die Galetsch bietet Ziegler am 21. und 22. Januar einen kompletten Erste-Hilfe-Kurs. Dabei sind zwei Stunden für die Einweisung und Übungen mit dem Defibrillator vorgesehen. Der Kreisverband unterstützt dies und ermöglicht einen Sonderpreis bei der Teilnehmer-Gebühr. Auch die Mitglieder der Bergstadt-Feuerwehr erhalten schon bald eine kleine Einweisung für das Gerät in ihrer Nachbarschaft am Spittelberg. Mit der Anwendung eines Defibrillators sind die Einsatzkräfte längst vertraut.

Weitere Informationen: Telefon 07724/946930 oder www.drk-stgeorgen.de