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St. Georgen Wenn der Tonkopf 2190 Euro kostet

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Wolfgang Epting erfüllt auch exklusive Kundenwünsche. Hier sitzt er vor einem gelb-schwarzen Gerät, dessen Tonkopf alleine schon 2190 Euro kostet. Die Spezialanfertigung geht nach England. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder Bote

Von Dieter Vaas

"Nirgends auf der Welt sind mehr Plattenspieler gebaut worden als in St. Georgen", sagt Wolfgang Epting. Er betreibt die Manufaktur WE Audio Systems, die hochwertige Plattenspieler aber in kleiner Stückzahl herstellt und in neue Räume umgezogen ist.

St. Georgen. WE steht für Wolfgang Epting, einen waschechten und überzeugten Bergstädter, der seine Heimat ganz besonders schätzt. Den schönsten Urlaub verbringt er nach eigener Aussage am Klosterweiher. Eine weitere Leidenschaft sind seit Jahrzehnten Plattenspieler aus heimischer Produktion. Er machte sein Hobby zum Beruf, wagte den Schritt in die Selbstständigkeit und belebte den Namen PE wieder.

Unter diesem Markenzeichen entwickelt, baut und vertreibt er eine kleine Produktlinie und verwendet ein Logo des früheren Bergstadt-Unternehmens aus den 1960er-Jahren. Für drei Industriekunden entwickelt und baut er die Plattenspieler unter seinem eigenen Kurzzeichen WE.

In der Schramberger Straße – ehemals Schwarzwald-Plastik – befindet sich im Erdgeschoss Wolfgang Eptings neue Werkstatt. Auf 200 Quadratmetern stehen helle Räume mit neuen Fenstern sowie LED-Beleuchtung zur Verfügung. Die Örtlichkeit ist viel besser auf die kleine Firma zugeschnitten. Die Anfänge der Manufaktur waren bei Kundo in der Bahnhofstraße im vierten Stock mit 50 Quadratmetern weniger.

Seine Frau Regina und sich selbst mitgerechnet hat die Manufaktur fünf Beschäftigte. Das Team ergänzen ein Entwickler, ein Feinmechaniker mit Elektronikerfahrung sowie eine Frau für die eigene Montage von Tonarmen. Allein diese bestehen aus über 50 Einzelteilen, beim kompletten Plattenspieler sind es ein Vielfaches mehr.

Gemeinsam haben die Plattenspieler einen (eigentlich immer) schwarzen Teil mit dem Tonarm. Der Plattenteller ist in aller Regel ebenfalls schwarz beziehungsweise silbern, wenn das übrige Gehäuse ebenfalls schwarz ist. Anfangs bestand dieses Teil nur aus Holzoptik, wird aber immer mehr durch verschiedenste Farben ersetzt.

Die Kunden können auch eigene Wünsche äußern. "Wir sind da sehr flexibel", versichert Wolfgang Epting. "Das ist das Schöne an der Manufaktur," ergänzt Regina Epting, schränkt aber ein: "Ein Teil sollte aber immer schwarz sein." Ein Münchner Möbelhändler hatte zum Beispiel einen mahagonifarbenen Verstärker und wollte den ­farblich exakt dazu passenden Plattenspieler. In der Bergstadt wurde er über einen Händler fündig. Die kleine Firma entwickelt auch Wunsch-Plattenspieler. In diesen Tagen baute sie einen besonderen Tonarm ein für einen Kunden in England. Allein der Tonkopf kostet 2190 Euro.

Um die Tausend Plattenspieler verlassen pro Jahr die Werkstatt. In Deutschland beliefert die Manufaktur ausschließlich Hifi-Fachhändler. Die Kunden kommen aber auch aus ganz Europa und Nordamerika. Nach Asien gehen immer zehnerweise die Plattenspieler auf die Reise.

In zwei Produktlinien gibt es fünf Grundmodelle in verschiedenen Farben. Bei "PExclusiv" sind wegen der Entkoppelung die Plattenspieler auf Federn gelagert. Die schwersten Exemplare wiegen 17 Kilogramm. Die Namen sind von alten PE-Erzeugnissen abgeleitet. Bei der preiswerteren Linie "PEconomiy" haben die Plattenspieler gedämpfte Füße. Hier kostet das Einstiegsmodell knapp Tausend Euro. Nach oben bestehen fast keine Grenzen.

Die Lieferanten kommen überwiegend aus der Region oder gar direkt aus der Bergstadt. Viele Mitbewerber kaufen ebenfalls in St. Georgen ein, weiß Epting und ergänzt: "Es ist spannend, was es hier alles gibt."

Derzeit arbeitet Wolfgang Epting noch an der akustischen Optimierung eines sogenannten Hörraums. In diesem ist die Musik nicht nur zu hören, sondern regelrecht zu spüren. Den Besucher erwartet hier ein ganz besonderes Klangerlebnis. In diesem Hörraum sollen schon bald einmal im Monat öffentliche Hörabende stattfinden. Dann können Besucher ihre eigenen Platten abspielen. Für diese wird dann auch eine Plattenwaschanlage zur Verfügung stehen. Selbst frisch Gepresste sollten bereits auf diese Art gereinigt werden.

Nicht nur Wolfgang Epting hat sich der alten Tradition verschrieben. Seit Jahrzehnten produziert die Alfred Fehrenbacher GmbH DUAL Analog-Plattenspieler.

"Mit dieser Marke verbindet sich höchste Qualität, lange Lebensdauer und kundenorientierter Service", heißt es in einer Firmenpräsentation. Jährlich werden hier zwischen 15 000 und 20 000 Plattenspieler diverser Marken produziert und weltweit ver­trieben.

Besonders stolz ist das Unternehmen aber auf die Produktion seiner DUAL-Plattenspieler. Sie stehen damals wie heute für Qualität und hervorragenden Klang.

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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