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St. Georgen Vom Melken geht's zum Bierzapfen

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Georg Wentz ist glücklich: Das Konzept des Gasthauses "De Engel" wird von den St. Georgenern gut angenommen. Nun will man noch etwas nachjustieren. Foto: Klossek

St. Georgen-Brigach - Vor 15 Monaten eröffnete der Brigacher Ortsvorsteher Georg Wentz das Gasthaus "De Engel". Zum Jahreswechsel zieht er nicht nur Bilanz – er will seinen Gästen auch Danke sagen. Dabei lässt er seinen Worten Taten folgen und lädt zu einem Neujahrsempfang ein.

Landwirt, Gastronom, Kommunalpolitiker, Gastgeber – bleibt da noch Zeit zum Schlafen? Georg Wentz lacht nur. Er sitzt am Stammtisch des Gasthauses "De Engel". Seinem Gasthaus, das er im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben hat. 15 Monate ist die Eröffnung nun her. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Er hat weniger Zeit als früher, gibt er zu. Allen voran die Anfangszeit war schwer. "Die letzten anderthalb Jahre waren anstrengend", räumt er ein. Freizeit war Mangelware.

Zu Beginn stemmte laut Wentz die gesamte Familie den Gastronomiebetrieb. Nach und nach wurde Personal eingestellt. Heute umfasst das Team bereits eine stolze Zahl: 15 Minijobber, zwei Aushilfsköche.

Ortsvorsteher steht jeden Sonntag hinter dem Tresen

Der Ortsvorsteher selbst steht jede Woche hinterm Tresen – meist sonntags. Wenn es klemmt, erhält er auch mal einen Anruf im Kuhstall. Vom Melken geht es dann zum Bierzapfen. "Das alles funktioniert nur, weil meine Frau und ich an einem Strang ziehen – sonst wäre das zum Scheitern verurteilt."

Was Wentz aufbaut, sei die Resonanz. Allen voran die Brigacher nehmen das Angebot gut an. "Insgesamt sind wir sehr zufrieden", sagt der 57-Jährige. Dennoch wolle man nun an ein paar Stellschrauben drehen. "Das Ding muss sich einfach gut tragen", spricht Wentz das Offensichtliche aus. Schließlich könne man dann auch weiter investieren. Um die Mittagszeit sei das Gasthaus beispielsweise unter der Woche nicht so gut ausgelastet, dass sich das Geschäft rechne.

Die Tendenz gehe zum Abendessen außer Haus, daher werde man künftig werktags erst um 14 Uhr öffnen. An Sonntagen bleibe aber alles wie gehabt.

Inwieweit ihm sein Bekanntheitsgrad in der Region möglicherweise zu mehr Gästen verholfen hat, mag er nicht beurteilen. "Es gab vielleicht eine anfängliche Neugier", meint er. Doch schlussendlich sei etwas ganz anderes ausschlaggebend: "Wichtig ist die Freundlichkeit."

Schritt hat er nicht bereut

Den Schritt vom Landwirt zum Gastronom hat er bisher nicht bereut. "Es war klar, dass das kein Spaziergang wird", sagt er nüchtern. Schon die Landwirtschaft sei ein schwieriges Feld, nach 15 Monaten weiß er: Bei der Gastronomie verhält sich das nicht anders.

Denn auch ein Ortsvorsteher und ehemaliges Kreistagsmitglied ist vor großen Bürokratiehürden nicht gefeit. Als Beispiel nennt er die Zeiterfassung seiner Mitarbeiter. Die Diskrepanz zwischen den Vorgaben auf dem Papier und der Umsetzung in der Praxis sei groß. "Da brauchst du dich nicht wundern, dass das heute keiner mehr machen will", meint er.

Das Zauberwort: Idealismus. In erster Linie ging es schließlich darum, das Gasthaus zu retten und für Einwohner wie Touristen eine Anlaufstelle zu bieten. Es mache ihm Spaß zu sehen, dass die Leute gern wieder kommen und sich über Unterhaltungen freuen.

Immer etwas los: Milchkühe kennen keine Ruhetage

Während Wentz am Stammtisch von seinen ersten Monaten als Gastronom erzählt, rauschen draußen auf der Landesstraße die Autos vorbei. Anhalten wird heute keines – und falls doch, werden sie enttäuscht: "De Engel" gönnt sich dieser Tage eine kleine Ruhepause. Die war laut dem Besitzer bitter nötig, um etwas Kraft zu tanken.

Doch während er den Tresen für einige Tage außer Acht lassen kann, warten andere Baustellen auf ihn. Kühe kennen keine Ferien. Jeden Tag um 5.30 Uhr morgens ist Melken angesagt. Die Frage, ob er genug Zeit zum Schlafen hat oder immer müde ist, hängt immer noch im Raum. Wentz grinst. "Ich habe keine Zeit zum Müdesein."

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Nadine Klossek

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