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St. Georgen Viele gewähren Preisnachlass

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Foto: © nmann77 – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Ab dem 1. Juli greift die Mehrwertsteuersenkung, die die Lust am Konsum steigern und den krisengeschüttelten Branchen in der Corona-Krise helfen möchte. Wie setzen die Geschäfte in St. Georgen das Thema um?

St. Georgen. Eine Umfrage in verschiedenen Betrieben der Bergstadt ergab, dass mehrere Branchen die Steuerermäßigung an ihre Kunden weitergeben. So beispielsweise viele Lebensmittelhändler. Die Edeka-Märkte werben mit dem Preisnachlass, der bereits seit dem 28. Juni gewährt wird, erklärt Ulrich Haas, Inhaber der Edeka-Märkte in St. Georgen und Tennenbronn. Für Lebensmittel fielen statt der üblichen sieben nur noch fünf Prozent Mehrwertsteuer an, bei Nicht-Lebensmitteln senke sich der Steuersatz von 19 auf 16 Prozent, und die Kunden kämen in den Genuss dieser Ermäßigung. Wobei Haas davon ausgeht, dass deshalb nicht mehr Lebensmittel eingekauft werden. Schließlich seien das Waren für den täglichen Bedarf. Aber klar, der Geldbeutel des Kunden profitiere von der Maßnahme.

Erfüllung der Auflagen bedeuten Einschnitt im Tagesablauf

Der Lebensmittelhandel war zwar weniger von Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise betroffen. Aber auch hier habe es, zumindest zu Beginn, ein verändertes Kundenverhalten gegeben. Offene Waren wie Backartikel, Obst und Gemüse seien anfangs weniger verkauft worden. Das normalisiere sich jetzt aber wieder. Nach wie vor bedeute die Einhaltung der Pandemieregeln für die Mitarbeiter "schon eine Herausforderung", so Haas. Die Maskenpflicht erschwere das Arbeiten, nennt er ein Beispiel. Die Erfüllung der ganzen Auflagen bedeute einen "großen Einschnitt im Tagesablauf", erklärt Haas.

Die Gastronomie wurde von den Pandemie-Regelungen besonders hart getroffen und spürt die Auswirkungen nach wie vor. Wolfram Morat, Inhaber des Gasthauses Zur Stadt Frankfurt, verweist auf die wochenlange Schließung und dass Gastronomiebetriebe erst wieder seit 21. Mai öffnen dürfen, aber weiterhin Abstandsgebote eingehalten werden müssen. Das führe dazu, dass weniger Plätze zur Verfügung stünden, was sich negativ auf den Umsatz auswirke. Er könne die Mehrwertsteuersenkung deshalb nicht an die Kunden weitergeben. Er versteht die Maßnahme vor allem als Hilfe für die Branche, um die wirtschaftlichen Nachteile etwas zu lindern. Morat geht davon aus, dass es anderen Gastronomiebetrieben ähnlich geht wie ihm.

Von Optik Fichter war zu erfahren, dass der ermäßigte Steuersatz an die Kunden weitergereicht wird. Dementsprechend sei das Kassensystem mit einer neuen Software ausgestattet worden.

Auch "Kaspar Männermode" wird die Preise entsprechend reduzieren und den ermäßigten Steuersatz den Kunden zugute kommen lassen, ist vom Inhaber des Modehauses, Fritz Kaspar, zu erfahren. Er würde sich freuen, wenn dadurch die Kundenfrequenz erhöht wird, hegt daran aber Zweifel. Kaspar vermutet, dass sich die verstärkte Kurzarbeit auf dem Arbeitsmarkt negativ auf das Konsumverhalten auswirkt.

Hin und wieder habe er auch Kunden, die partout keine Maske tragen wollten. Wenn er sie aber darauf hinweise, dass es entsprechende Vorgaben gebe, die bei Nichteinhaltung zur Schließung des Geschäftes führen könnten, hätten die betreffenden Kunden in der Regel doch Verständnis und würden die Maske aufziehen.

Auch das Autohaus Storz möchte den Preisvorteil an seine Kunden weitergeben. Seniorchef Willi Storz ist gespannt, ob diese Maßnahme hilft, die zurück gegangene Nachfrage in der Autobranche anzukurbeln. Die Branche habe nicht nur mit der Corona-Krise zu kämpfen. Auch die viel diskutierte Mobilitätsveränderung sorge für Verunsicherung bei Kunden.

Durchschnittlich werde vom Kunden 25 000 bis 28 000 Euro für einen Autokauf ausgegeben. Der ermäßigte Steuersatz reduziere den Kaufpreis dann um rund 750 Euro.

"Man muss nach vorne gucken"

Das Bauhandwerk hatte unter den Folgen der Corona-Krise bislang weniger zu leiden. So bestätigt Heiko Götz, Inhaber von Götz Elektrotechnik, dass er nach wie vor genug Arbeit für seine Beschäftigten habe. Möglicherweise schlage die Corona-Krise erst im nächsten Jahr aufs Bauhandwerk durch, wenn potenzielle Kunden unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise litten und weniger Geld zur Verfügung hätten. Aber das hoffe er natürlich nicht. "Man muss nach vorne gucken", bleibt Götz zuversichtlich.

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