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St. Georgen Viel Aufwand unerwünscht

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Fotos: Vaas Foto: Schwarzwälder Bote

Drei Grabstätten gibt es in St. Georgen: Neben dem Waldfriedhof finden sich weitere in Peterzell und Langenschiltach. Ein Blick in die Statistik zeigt: Die Bestattungskultur unterliegt einem extremen Wandel – auf den die Stadt reagieren muss.

St. Georgen. Der Tod ist heute noch immer ein Tabuthema in der Gesellschaft, daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig geändert. Allerdings unterliegt die Bestattungskultur in St. Georgen durchaus einem Wandel – die Gründe hierfür scheinen auf den ersten Blick einfach. Allerdings, das zeigt eine Nachfrage beim städtischen Mitarbeiter Anton Wimmer: Pauschale Antworten sind bei diesem Thema schwierig.

Tendenz zu pflegefreien Gräbern bereits in den 80er-Jahren

Seit 1981 kümmert sich Wimmer, Leiter der Grundbucheinsichtsstelle und des Standesamts, um die Verwaltungsangelegenheiten der drei St. Georgener Friedhöfe. In dieser Zeit hat sich die Bestattungskultur grundlegend geändert, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Wurden 1980 noch nahezu 94 Prozent aller Verstorbenen in einem Sarg beigesetzt, waren es 2017 lediglich knapp 28 Prozent. "Es ist eindeutig eine Tendenz zu pflegefreien Gräbern festzustellen", konstatiert Wimmer. Grund dafür sei wohl, dass die Bevölkerung mobiler geworden sei. Kinder ziehen aus beruflichen oder persönlichen Gründen weg. "Eine recht aufwendige Grabpflege von 20 beziehungsweise 25 Jahre ist für die meist älteren Hinterbliebenen nicht mehr ohne Schwierigkeiten möglich", nennt Wimmer einen weiteren möglichen Grund. Eine allgemeingültige Antwort auf das Warum gebe es aber nicht, ebenso wenig auf die Frage, ob man sich heute im Vergleich zu früher weniger mit dem Thema Sterben beschäftigt. "Es ist individuell unterschiedlich. Ganz sicher spielen Faktoren im persönlichen Umfeld eine Rolle."

Obwohl sich der Trend weg von Erdbestattungen und hin zu Feuerbestattungen Jahr für Jahr verstärkt, ist er durchaus nicht neu, wie Wimmer erklärt. "Es hat sich bereits zu Beginn der 80er-Jahre abgezeichnet, dass Grabfelder mit allgemeinen Gestaltungsvorschriften, sogenannte Sonderfelder, nachgefragt werden."

Denn – was viele erst herausfinden, wenn sie sich damit beschäftigen müssen –­auch bei Erdbestattungen ist Grab nicht gleich Grab: Bei den genannten Sonderfeldern etwa dürfen die Liegeplatten die gesamte Grabfläche abdecken, wodurch die gärtnerische Pflege entfällt. Andere Gräber hingegen unterliegen aufwendigeren Bestimmungen, müssen in ihrer Gestaltung, Bearbeitung und Anpassung an die Umgebung erhöhten Anforderungen entsprechen.

Bauhof räumt nach Ablauf der Ruhezeit das Reihengrab ab

Heute möchte diesen Aufwand kaum jemand betreiben – entsprechend hat die Stadt auf die sich wandelnde Bestattungskultur reagiert. "Es werden seit April 2015 neue Grabarten angeboten", erklärt Wimmer. Wurde die Urne früher ebenfalls in der Erde eingelassen, werden mittlerweile auch Urnenstelen angeboten. Auf dem Waldfriedhof gibt es zudem auch Baumbestattungsfelder. "Die Nachfrage nach Beisetzungen in den Urnenwänden ist nach wie vor hoch, deshalb wurden auf dem Waldfriedhof neue Urnenwände mit 105 Urnennischen errichtet", so Anton Wimmer.

Wie das Leben ist dabei auch die Zeit auf dem Friedhof nicht unendlich: Denn eine Satzung klärt ganz genau, wann welches Grab aufgelöst wird. Die sogenannte Ruhezeit beträgt bei Erdbestattungen 25 Jahre, bei Urnenbeisetzungen 20 Jahre. Ist diese Frist abgelaufen, wird das Grab – sofern es sich um ein Reihengrab handelt, in dem nur eine Person bestattet wurde –­ abgeräumt. Hierfür zuständig ist der Bauhof. Was zuvor an Utensilien nicht von den Hinterbliebenen entfernt wurde, wird von der Stadt entsorgt. "Die Grabmale werden von einem Recyclingsunternehmen zerkleinert und als Schotter wieder verwertet", so Wimmer. Je nach Anzahl der abzuräumenden Gräber seien die Mitarbeiter etwa zwei Wochen damit beschäftigt.

Indes hat der Trend hin zu Urnenstelen einen weiteren Vorteil: Platzprobleme gibt es in Zukunft vorerst nicht. Die letzte Erweiterung des Waldfriedhofes etwa erfolgte in den Jahren 1987/88.

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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