In der Bütt nimmt Ute Scholz so manchen Missstand aufs Korn.Foto: Theater im Deutschen Haus Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Närrische Wortmeldung vor leeren Rängen wird im Internet übertragen

St. Georgen. Eine Fasnet ohne gereimte Zeilen gibt es auch im Theater im Deutschen Haus nicht. Das haben sich die Macher um Ute Scholz wohl gedacht. Pünktlich um 19.19 Uhr am "Schmotzigen" ist ihre Rede im Netz gewesen.

Ute Scholz erscheint mit dem Besen in der Hand und erklärt, dass das ganze Putzen und Desinfizieren so langsam keinen Spaß mehr macht. Im Theater ist es so still, kein Mensch darf da sein. Wie gerne würde der ein oder andere ins Häs steigen. Die Bobbele haben digital abgestaubt und gefeiert.

Mit Federboa und Hut stellt sie sich ans Rednerpult

Sie entdeckt einige neue Sachen im Raum wie Hygienespender, etliche Luftwäscher und ein neues Rednerpult. Darauf hat tatsächlich jemand Schriftliches liegen gelassen. Was sie vorfindet, reimt sich in jeder Zeile. Im Dialekt und mit passender Gestik und Mimik lohnt sich das Ansehen. Die Federboa und ihr Hut vom Lumpenliedle von der zurückliegenden Fasnet ziert die Rednerin.

Was sei die Fasnet 2020 schön gewesen, "wir haben beim Dinner für 100 so gelacht". Und das Vereinsfest sei so toll gewesen. Dann sei der Lockdown im März gekommen und seither habe es nur noch Einkaufen, zu Hause Sitzen und Putzen geheißen.

Zuvor sinniert Scholz über Sturm Sabine, im Zuge dessen auf der Seebauernhöhe etliche Autofahrer durch umgestürzte Bäume eingesperrt waren. Sie fragte sich, ob der Sturm schon die Klimaveränderung ankündige. Die Schüler hätten sich durch den Sturm auf schulfrei gefreut, nichts ahnend, dass es noch schlimmer kommen würde. Im Unterricht heiße es nun, Fenster öffnen, Maske auf und dicke Jacke anziehen.

"Hilfen fallendurchs Raster, wo bleibt der Zaster?"

"Den Urlaub durften wir vor der Tür machen", und die Mallorca-Reisenden hätten richtig viel Viren mitgebracht. Baden im Klosterweiher sei wieder einmal nicht möglich gewesen. Der Biber sei aber daran nicht schuld, denn in seinem Revier fühle sich sogar der Eisvogel wohl, weil es dort sauber sei. Das Ausbaggern werde für den Bürgermeister eine riesige Aufgabe.

Den Einwohnern gefalle am "Roten Löwen" das Fachwerk, aber gerade das soll beim Umbau wegfallen. Zu Corona-Hilfen weiß die Büttenrednerin: "Etliche Hilfen fallen durchs Raster, wo bleibt denn der versprochene Zaster." Sie beendet ihre Rede nicht ohne auf die anstehenden Wahlen im März hinzuweisen. Und das Motto der Stunde lautet: "Bliebe alle gsund."