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St. Georgen Unfall: "eCall" rettet jungem Mann das Leben

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Der Unfall, der sich am Donnerstagabend in Brigach ereignet hat, zeigt: Ein "eCall" kann Leben retten. Foto: BMW

St. Georgen - Ein 21-Jähriger hat sich am Donnerstagabend bei einem Unfall in Brigach lebensgefährlich verletzt. Die Rettungskräfte wurden über die im Wagen eingebaute Notruffunktion alarmiert. Was genau in solchen Situationen passiert, erklärt ein Automobilexperte.

Die Windschutzscheibe ist zersplittert, das Fahrzeug zwischen mehreren Bäumen eingedrückt: Das Foto des Unfalls, der sich am späten Donnerstagabend im Bereich Lange Gasse in Brigach ereignet hat, lässt erahnen, welche Kräfte beim Aufprall gewirkt haben müssen.

Hinter dem Steuer des völlig demolierten Autos saß zuvor ein 21-jähriger Brigacher, der laut Polizeisprecherin Sandra Kratzer vermutlich aufgrund von "nicht angepasster Geschwindigkeit" von der Straße abgekommen war. Er war offenbar bergwärts in Richtung Brigach unterwegs, als er zunächst links von der Fahrbahn abkam und über die dortige Wiese driftete.

Feuerwehr muss Verunglückten aus Wagen schneiden

Er lenkte den Wagen zwar zurück auf die Fahrbahn, kam dann aber erneut nach rechts ab, fuhr über einen Baumstumpf, der das Auto aushebelte, und schleuderte schließlich gegen einen Baum. Die Feuerwehr St. Georgen, die mit 21 Mann und vier Fahrzeugen vor Ort war, musste den bewusstlosen Fahrer aus dem Wagen schneiden.

Das Glück des Mannes war die automatische Notruffunktion seines Wagens. Er selbst hätte den Anruf wohl nicht mehr tätigen können. Doch durch den Crash wurde ein sogenannter eCall ausgelöst. "Hätte uns die BMW-Zentrale nicht informiert, hätte er wahrscheinlich nicht so schnell gefunden werden können", so Kratzer.

Doch was genau steckt eigentlich hinter der "eCall"-Funktion, die seit 2018 in allen EU-Ländern in Fahrzeugen eine Pflichtausstattung ist? Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt BMW, was es damit auf sich hat, da der Unfallwagen ein Modell aus der bayerischen Landeshauptstadt war.

Um einen automatischen "eCall" auszulösen, ist laut dem Automobilhersteller ein gewisses Maß an Wucht und Kraft vonnöten. "Einfach über die grüne Wiese zu fahren" reiche hierfür nicht aus, die Fehlerquote sei daher "marginal". Ähnlich wie bei einem Aufprall ein Airbag auslöst, gebe es an den Autos Sensoren, die in solchen Situationen einen Notruf absetzen.

Bei einem Standard-eCall in der EU werden Informationen über Standort, Fahrtrichtung und Anzahl der Personen im Fahrzeug direkt an die Leitstelle übermittelt. In München geht man derweil mit seinem sogenannten intelligenten Notrufsystem, dem TPS-eCall, einen Schritt weiter. Dieses System übermittelt zum einen mehr Daten und beantwortet somit im Voraus mehr Fragen: Wie oft hat sich das Fahrzeug überschlagen? Gab es mehrfach Kollisionen? Welche Sitze waren noch belegt?

Erst ins Klinikum in VS gebracht, dann aber verlegt

Zum anderen landet der Notruf in einem hierfür spezialisierten Callcenter statt in der Leitstelle. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche sei dieses "in ausreichender Stärke besetzt", so ein Sprecher. Zwei geschulte "Agenten", wie sie in München genannt werden, kümmern sich um den Notfall. Während sich der eine über einen Anruf in das Auto schaltet, um herauszufinden, was vor Ort passiert, oder um das Unfallopfer zu beruhigen, kontaktiert der andere die Rettungsleitstelle. Der zeitliche Verzug sei "minimal", der Vorteil dieser Vorgehensweise dafür umso größer, meint BMW.

Im Zweifel können also die Systeme, die über die gesetzlichen Richtlinien hinaus gehen, die Einsatzkräfte besser auf den Unfall vorbereiten. Auch andere deutsche Autohersteller setzen daher auf erweiterte Notruffunktionen. Allein bei BMW gehen durchschnittlich im Jahr 4000 intelligente "eCalls" ein, durch die die Rettungsleitstelle aktiv wird.

Im Brigacher Fall müssen die Angehörigen derweil weiter um den 21-Jährigen bangen. Er wurde vom Unfallort mit einem Rettungshubschrauber erst in das Schwarzwald-Baar-Klinikum gebracht, später allerdings aufgrund der Schwere seiner Verletzungen in ein anderes Krankenhaus verlegt. Noch ist er offenbar in einem kritischen Zustand, wie sich aus den Worten der Polizeisprecherin schließen lässt: "Er ist noch am Leben und wir hoffen, dass sich sein Zustand nicht verschlechtert."

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