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St. Georgen Umstrittenes Aldi-Projekt nimmt Form an

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Hier eine Visualisierung des geplanten Aldi-Marktes in St. Georgen am neuen Standort. Foto: PMG Gesellschaft für Immobilien mbH

St. Georgen - Was bis vor Kurzem lediglich noch ein Gerücht war, nimmt nun bereits Form an: Das Konzept eines neuen Aldi-Marktes auf dem Grundstück des ehemaligen Autohauses Bäsch.

"Die Fläche gehört nicht der Stadt", erklärte Bürgermeister Michael Rieger, betonte aber: "Es ist schon seit Jahren klar: Wir wollen mitsprechen, was mit ihr passiert, wenn das Autohaus nicht mehr da ist." Ziel sei es, so Rieger, "eine Aufwertung der Fläche hinzubekommen". Drei Gastredner

Mit Aldi würde man einen in St. Georgen bereits bestehenden Markt unterstützen, erklärte Rieger. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, die Corona-bedingt nicht im Rathaus, sondern in der Stadthalle stattfand, waren nun drei Gastredner zugegen: Daniel Burkhard, Leiter der Filialentwicklung von Aldi Süd, der Architekt Jens Rothweiler aus Freiburg sowie Helmut Teuber, Geschäftsführer der Gesellschaft für Immobilien PMG, die das Gesamtprojekt baulich und monetär koordiniert.

Die Gäste stellten dem Gemeinderat einen Entwurf vor, der aufzeigte, wie eine neue Aldi-Filiale am Standort aussehen könnte. Diese solle, so Daniel Burkhard von Aldi Süd, "architektonisch anders, fernab der alten Aldi-Märkte", werden. Von Größe und Zuschnitt her handele es sich, so Architekt Jens Rothweiler, um "kein übliches Grundstück", welches alles andere als typisch für einen Markt dieser Art sei.

Rothweiler betonte aber auch: "Wir sehen so etwas eher als Herausforderung denn als Schwierigkeit." Der Architekt stellte dann die Details der Planung vor: Über eine großzügige Verglasung soll der neue Markt verfügen, die Längsseiten hingegen sollen, typisch für den Schwarzwald, mit Holzfassaden bekleidet sein. "Es soll ein relativ transparenter Markt werden", erklärte Rothweiler. Das viele Licht solle, so der Architekt, "sehr einladend" auf Besucher wirken. Über mehr als 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche soll sich der neue Markt erstrecken, die auch mit "mehr Höhe und Geräumigkeit" punkten solle, so Rothweiler. Da das Grundstück über eine beschränkte Fläche verfügt, sieht der Entwurf neben den geplanten 37 Parkplätzen auch eine Tiefgarage vor, die weitere 46 bis 48 Stellplätze bieten kann.

Besonderes Augenmerk

Ein besonderes Augenmerk liegt aber auch auf der autolosen Kundschaft: So könnte der Markt, der gut zu Fuß zu erreichen ist, eine Verbindung zur Innenstadt darstellen. Daher wäre, so Architekt Rothweiler, auch ein Fußweg entlang der B 33 denkbar. Der Entwurf traf innerhalb des Gemeinderats auf viel Zustimmung.

"Ein schönes Projekt", befand Oliver Freischlader (SPD) und zeigte sich überzeugt: "Ich denke, wir werden alle davon profitieren." Auch Jochen Bäsch (FDP), der in den Gebäuden des ehemaligen Autohauses aufgewachsen ist, fand: "Es wird das Ortsbild deutlich aufwerten – eine gute Sache."

Doch es gab auch kritische Töne innerhalb des Gemeinerats: Axel Heinzmann von den Grünen sprach von einem "Klotz", der, so seine Befürchtung, die Nachbargebäude "etwas erschlagen" könnte. Zudem könnte dieser, so Heinzmann, in Verkehrsstoßzeiten "zu Chaos" führen. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir das vor einer weiteren Planung schon geklärt hätten", monierte Heinzmann.

"Chance" für die Stadt

Widerspruch kam danach von Helmut Teuber: "Ich kann nicht erkennen, welchen Nachteil Nachbarn haben sollten." Man stünde noch am Anfang des Projekts, sagte Teuber und erklärte: "Wir wollten Sie heute dafür begeistern." Der Meinung war auch Bauamtsleiter Alexander Tröndle. Dass ein Markt wie Aldi eine gewisse Fläche bräuchte, sei klar. "Ich sehe es als Chance, es da unten attraktiver zu machen und die Stadt zu verbinden", so Tröndle.

Nicht "durchpeitschen"

Unterstützung bekam er aus dem Gemeinderat: "Ich finde, dass das Grundstück so gut ausgenutzt wird – es war schon lange nicht mehr schön", erklärte Marc Winzer von den Freien Wählern. Man hätte dort in den vergangenen 50 Jahren immer einen kleinen Handel gehabt, meinte Hansjörg Staiger (SPD) und zeigte sich überzeugt: "Ich sehe da kein Problem."

Heute würde noch nichts entschieden, betonte Bürgermeister Rieger. Und auch Bauamtsleiter Alexander Tröndle erklärte: "Das heißt nicht, dass wir das jetzt einfach so durchpeitschen wollen." Doch sei eine frühe Planung, so Tröndle, von Vorteil.

Die Projektvorstellung fand bei der folgenden Abstimmung neben zwei Enthaltungen die volle Zustimmung des Gemeinderats. Dadurch kann das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans nun im beschleunigten Verfahren in die Wege geleitet werden.

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