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St. Georgen Theaterstück für mehr Verständnis

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Daniel Neumann und Laura Pletzer geben ein Theaterstück zum Besten. Foto: Zelenjuk Foto: Schwarzwälder Bote

Extremismus und Radikalisierung im Fokus: Mit dem Präventionsprojekt "Achtung?!" will die Robert-Gerwig-Schule in Kooperation mit mehreren Akteuren ihre Schüler für die Themen sensibilisieren. Ein interaktives Theaterstück sorgt für Impulse und Diskussionen.

St. Georgen. Lina und Tarek sind beste Freunde und einfach unzertrennlich. Die Tatsache, dass Tarek einen türkischen Namen hat und Muslim ist, scheint Lina nicht zu stören. Die Freundschaft fängt aber zu bröckeln an, als sie in ein bayrisches Dorf umzieht. Lina vermisst ihren Freund, fühlt sich einsam, sucht nach Orientierung – und landet in der rechtsextremen Szene.

Die Parolen, die einfache Wahrheiten und schnelle Lösungen bieten, haben ihren Reiz. "Die Ausländer sind an allem schuld", sagt Linas neuer Freund Tom. Und irgendwann findet sie, dass "das schon irgendwie stimmt".

Auch Tarek, der in der Stadt geblieben ist, verändert sich. "Ich gehöre nicht richtig hierher", sagt er immer wieder. Die Lösung aller Probleme sieht er in seinem Glauben, den er immer radikaler lebt. Er lässt sich von falschen Freunden mitreißen, die religiösen Extremismus als den wahren Glauben verkaufen.

Die Geschichte von Lina und Tarek zeigte das Theater Q-Rage im Rahmen des Präventionsprojekts "Achtung?!" vor den Neuntklässlern der Robert-Gerwig-Schule. Probleme in der Familie, die Suche nach Orientierung, Anerkennung und Gemeinschaft: Gerade junge Menschen sind für Ideologien extremistischer Organisationen besonders empfänglich. Deshalb wird das Projekt seit Juli landesweit an Schulen angeboten.

"Wir wollen junge Menschen stark machen, damit sie den extremistischen Verführern selbstbewusst entgegentreten können", formulierte Landespolizeipräsident Gerhard Klotter beim Start des Projektes. Den Machern geht es darum, aufzuklären, zu informieren und zu zeigen, wie wichtig es ist, wachsam zu sein – im realen und im virtuellen Leben.

Koordiniert wird das Projekt durch das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (Konex), mit im Boot sind Schulen, Polizeipräsidien und die Landeszentrale für politische Bildung.

"Das Projekt ist modular aufgebaut. Durch die vielen Bausteine ist eine nachhaltige Wirkung möglich", erklärt Gudrun Brugger, die beim Polizeipräsidium Tuttlingen für die Präventionsarbeit zuständig ist und die Realisierung des Projekts an der Robert-Gerwig-Schule begleitet. Das Theaterstück mit Nachbereitung sei das zentrale Element, erklärt Brugger. Die Problematik habe man aber auch bei der Lehrerkonferenz und beim Elternabend in den Fokus gerückt.

Dass das Thema Radikalisierung die Schüler bewegt, zeigte sich bei ebendieser Nachbereitung mit der Landeszentrale für politische Bildung. "Nach dem Theaterstück hatten alle das gleiche Vorwissen, alle haben mit dem gleichen Beispiel gearbeitet", erklärt Schulleiter Jörg Westermann. "Wir haben einzelne Aussagen aus dem Theaterstück eingeordnet und Fragen von Schülern geklärt. Einige haben sich auch kritisch eingebracht. Es war eine sehr offene und ehrliche Atmosphäre", schildert Schulsozialarbeiterin Tanja Link. Ein großes Thema sei die Abgrenzung zwischen dem gesunden Islam und dem radikalen Islamismus gewesen. Auch Zeichen und Symbole der rechtsextremen Szene habe man genau unter die Lupe genommen.

Es sei viel um Würde, Respekt, Toleranz und Wertschätzung gegangen, und auch darum, dass man die Grenzen der eigenen Freiheit erkennt. "Ich finde es toll, dass sich die Schüler getraut haben, ihre Meinung zu äußern", sagt Brugger. Der Schulleiter ist überzeugt: "Die Schüler haben viel mitgenommen. Wir haben den Prozess angestoßen, jetzt soll er weitergehen."

Weitere Informationen: www.achtung.polizei-bw.de, www.konex-bw.de

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