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St. Georgen Sechs Hektar Land aus Privatbesitz

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Zum leer stehenden Hof gehören noch rund sechs Hektar teils sehr steiles Weideland. Die Erschließung könnte auch über die Hofzufahrt sowie die kleine Straße in Richtung Bahnhof Sommerau erfolgen. Foto: Schwarzwälder Bote

Der Bergstadt fehlt es an Bauplätzen. Die Auswahl an Flächen ist nicht groß Da kommt ein privates Angebot gerade recht, das bei den Glashöfen auf Gemarkung Brigach fast 40 neue Bauplätze erschließen will. Der Gemeinderat sprach sich sehr positiv für das Vorhaben aus.

St. Georgen. Die "ECU Grund & Boden GmbH" mit Sitz in München hat das Areal der Glashöfe mit einer Gesamtfläche von sechs Hektar erworben. Die Gesellschaft hat Interesse daran, daraus ein attraktives Wohngebiet insbesondere für junge Familien zu entwickeln. Die Gesellschaft ist vollständig im Eigentum der Familie Epp, einer Unternehmerfamilie aus München, die neben verschiedenen Immobilien auch in den Bereichen Hotellerie und Fitness engagiert ist. Der Familie ist der Schutz der Umwelt und das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung von hoher Wichtigkeit, unterstrichen Manfred und Christian Epp. Vater und Sohn waren eigens zur jüngsten Gemeinderatssitzung angereist.

Das Familien-Unternehmen mit rund 250 Beschäftigten hat in den vergangenen Jahren verstärkt Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien getätigt. Über die Familienstiftung Urbis Foundation setzt sich die Familie für die Verbesserung der Verhältnisse der Menschen im südlichen Afrika ein.

Erste Kontakte zur Stadtverwaltung erfolgten vergangenen Herbst. Bürgermeister Michael Rieger reagierte sehr schnell. Für die Planung hat die Gesellschaft Bernd Fahle, Architekt und Stadtplaner in Freiburg verpflichtet. Er war der Jury-Vorsitzende des Wettebwerbs zur weiteren Entwicklung der Innenstadt. St. Georgen hat große Anstrengungen unternommen, um die Gemeinde für die Zukunft fit zu machen. Diese Mühen werden in den nächsten Jahren noch intensiviert. Für die weitere Entwicklung ist es sehr wichtig, dass insbesondere für junge Familien attraktive Wohnangebote geschaffen werden. Beste Voraussetzungen bestehen in diesem Bereich, so die Planer: Kurze Wege zum Innenstadtbereich und zu Sporteinrichtungen, schneller Zugang zu dem übergeordneten Straßennetz, Höhenlage mit unverstelltem Fernblick auf den an grenzenden Hochschwarzwald, traditionelle Schwarzwald-Höfe im Umgebungs­bereich des Wohngebietes, direkte Fortsetzung des angrenzenden, bestehenden Neubaugebiets, Bachverläufe und Biotop. Planerische Leitlinien für das neue Wohngebiet.

Größen zwischen 500 und 800 Quadratmeter

In den nächsten Monaten soll die Ausweisung von möglichst vielen, attraktiv geschnittenen Baugrundstücken erfolgen. Diese werden für Einfamilienhäuser geeignete Größen zwischen 500 und 800 Quadratmeter bekommen. In beschränktem Umfang soll es Baufelder für Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau geben. Es wird darauf geachtet, dass der Zuschnitt möglichst jedes Grundstücks einen unverbaubaren Blick in den umliegenden Schwarzwald ermöglicht. Der Zuschnitt soll eine Vielzahl von Baugrundstücken ermöglichen und insbesondere auch die kommunalen Flächen am Nordrand planerisch einbeziehen.

Die Erschließung des Wohngebietes führt die bestehenden Stichstraßen aus dem bestehenden Wohngebiet Schönblick fort und verlängert diese so, dass der Verkehr nach Westen auf die angrenzende Bundesstraße ab f ließen kann. Für die An­bin­- dung an die Bundesstraße werden verschiedene Varianten erarbeitet. Es wird sichergestellt, dass die neue Erschließung eher zu einer Entlastung, in keinem Fall aber zu einer Belastung des bestehenden Straßennetzes am Schönblick und am Roßberg führt, versprechen die Planer. In dem neuen Wohngebiet sollen gezielt Angebote für Kinder und Jugendliche geschaffen werden, möglichst unter Einbeziehung der bestehenden Hofgebäude. Es ist zudem ein Abenteuer-Spielplatz und ein Schlittenberg vorgesehen.

Die Erschließung soll sich am neuesten Stand der Technik und den Grundsätzen der Nachhaltigkeit orientieren. Zu prüfende Maßnahmen sind die Versickerung auf dem Gelände sowie eine einheitliche Versorgung durch eine regionale Fernwärmeversorgung. Das Gelände weist verschiedene Biotop Flächen aus, die in ihrem Zuschnitt und in ihrer ökologischen Wertigkeit variieren. Von versierten Fachleuten wird ein Vorschlag für eine Neugestaltung der Biotopflächen erarbeitet.

Die Projektentwickler suchen die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Im kombinierten Verfahren werden die erforderlichen Voraussetzungen im Flächennutzungsplan und in der Bauleitplanung geschaffen. Dieses Verfahren ist recht zeitaufwendig. Mit ersten baureifen Grundstücken kann nicht vor 2019/20 gerechnet werden.

Um die angrenzenden Bewohner der Gebiete Robert-Koch-Straße sowie Am Silberbrünnele rechtzeitig in die Verfahren einzubinden, ist für Montag, 18. Juni, um 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung geplant.

St. Georgen (dvs). In der öffentlichen Fragestunde wollte Zuhörer Stephan Schmidt wissen, warum Aussagen aus dem Jahr 2002 keine Gültigkeit mehr haben. Es sei versichert worden, das Areal stehe unter Naturschutz und werde kein Bauland. Außerdem fragte er, ob es sich bei den Investoren hier um Spekulanten handle.

Bürgermeister Michael Rieger konnte über frühere Aussagen vor seiner Amtszeit keine Auskunft geben. Hansjörg Staiger (SPD) erinnerte an die Situation um die Jahrtausendwende. Damals habe St. Georgen noch ein funktionierendes Krankenhaus gehabt. Nach dessen Schließung habe es sich angeboten, dort das Altenheim zu bauen und Bauflächen zu erschließen. Es sei legitim, nach 16 Jahren weiter zu denken.

Georg Wentz (FPD) erinnerte an das Jahr 2008, als das Areal zwangsversteigert wurde. Der Gemeinderat habe zu wenige Mittel bereit gestellt, was ein Fehler gewesen sei. So erhielt der spätere Bürgermeister-Kandidat Stefan Schünemann den Zuschlag.

Manfred Epp, von Haus aus promovierter Steuer- und Unternehmensberater, erzählte, wie es zu seiner ersten Investition in eine fremde Immobilie kam. Er hatte für deren Sanierung ein Gutachten erstellt, das abgelehnt wurde. Er sei aber davon überzeugt gewesen und sei deshalb selbst aktiv geworden. So sei dies auch bei diesem Areal der Fall gewesen. Die Familie Schünemann fragte bei ihm an, ob er eine Vermarktungsmöglichkeit für das Areal sehe. Diese sei nicht an seiner Gesellschaft beteiligt. Er habe selbst zugegriffen, weil er vom Projekt überzeugt sei. Zur Familienpolitik gehöre langer Atem, versicherte sein Sohn Christian. Der promovierte Jurist lebte längere Zeit in Freiburg und war mit beteiligt an der Entwicklung des Vorzeigequartiers Vauban. Durch ihn stieg das Familienunternehmen ins Umweltgeschäft ein.

Joachim Kleiner (Freie Wähler) sah das Vorhaben positiv: "Wir brauchen Bauland". Dabei dürfe der bereits bebaute Bereich nicht belastet, sondern müsse vielmehr entlastet werden. Er sprach sich für eine Variante mit Anschluss an die B 33 aus.

Oliver Freischlader (SPD) befürwortete ebenfalls eine Erschließung von der Bundesstraße aus. Außerdem solle bereits rechtzeitig überlegt werden, wie das Gebiet an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen werden könnte.

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