Froh über die offizielle Netzwerkinbetriebnahme der Breitbandversorgung in Stockburg zeigen sich: Stadtbaumeister Alexander Tröndle (von links), Ortsvorsteher Ernst Laufer, Marina Stiegeler von "Stiegeler IT", Katrin Merklinger vom Zweckverband und Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger. Foto: Hübner

Breitbandversorgung wird in Betrieb genommen. Projekt erfolgreich umgesetzt. Verschiedene Tarife für Umsteiger.

St. Georgen-Stockburg - Zur offiziellen Netzwerkinbetriebnahme hatte der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar ins Bürgerhaus eingeladen.

Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger lobte das Engagement der Grabgemeinschaft, die laut Stadtbaumeister Alexander Tröndle vor Jahren im Zuge des Abwasseranschlusses Leerrohre verlegt hatte. Anfangs habe es Probleme gegeben, da die Rohre recht tief lägen, die Maßnahme sei aber reibungslos vonstatten gegangen.

Eine runde Sache

Insgesamt sei es eine runde Sache, die Beteiligung groß. Von 35 Angeschriebenen ließen 29 Anschlüsse legen. Noch offen seien ein paar Anschlüsse im Krumpenloch, da diese in Abhängigkeit von der EGT erledigt würden.

Ein Problem haben diejenigen, die keinen Anschluss legen ließen. Denn die müssen gegebenenfalls später für wesentlich mehr Geld graben lassen, und wann das möglich ist, ist auch nicht klar, selbst wenn es laut Katrin Merklinger vom Zweckverband ein Unternehmen gibt, das sich um diese Kunden kümmern wird. Ein zweiter "glücklicher Umstand" war laut Tröndle die Verlegung des Backbones von Mönchweiler aus. Glücklicherweise sei man in die Förderung gekommen, und der Gemeinderat habe Geld zur Verfügung gestellt. So gebe es "für wenige Höfe mit viel Leitungslänge" Breitband. Die Kosten für das Projekt lagen bei 350 000 Euro, die Förderung bei 100 000 Euro. Den Rest trugen Kreis und Kommune.

2011 wurden laut Ortsvorsteher Ernst Laufer 18 Kilometer Kanal verlegt. Bei dem Millionenprojekt habe jeder Einwohner 10 000 Euro zahlen müssen. Die Grabgemeinschaft habe damals auf eigene Faust entschieden, Leerrohre mitzuverlegen. Ohne diese gäbe es nach seiner Überzeugung nach heute kein Glasfaser in Stockburg. Auch ein paar Brigacher kamen so zu Breitband.

"Alle die dran sind, sind glücklich. Die meisten haben den Vertrag schon gemacht", so Laufer. Alles habe gut funktioniert, lobte er den Zweckverband und die beteiligte Baufirma.

Lob erwidert

Merklinger gab das Lob an den Ortsvorsteher vonseiten der Bauleiter zurück. In einem schwierigen Ausbaugebiet sei die Maßnahme relativ schnell erledigt worden. Laut Tröndle handelte es sich teilweise um Naturschutzgebiet, in dem man heute gar nicht mehr hätte durchgraben dürfen. Dabei sei Verlegung von Leerrohren lange Zeit umstritten gewesen.

Umstieg ohne Kündigung

"Beeindruckend" nannte Marina Stiegeler von "Stiegeler IT" die Leistung der Solidargemeinschaft. Das Unternehmen stellt für die Breitbandversorgung verschiedene Tarife zur Verfügung. Wichtig sei für Umsteiger, den Umstieg ohne eine vorherige Kündigung des bisherigen Anbieters durchführen zu lassen, damit bisherige Telefonnummern erhalten bleiben, merkte Stiegeler an.

Im günstigsten Tarif liegt die garantierte Geschwindigkeit bei 100 Mbit/s im Down- und 40 Mbit/s im Upload, inklusive Telefonflatrate ins deutsche Festnetz und Fernsehen beziehungsweise IPTV. Die große Bandbreite biete ganz neue Möglichkeiten, immer mehr Sport-Großereignisse würden im Internet übertragen. Aktuell verdoppele sich die Datenmenge in Deutschland alle 1,5 bis zwei Jahre. Eine Breitbandversorgung sei heute eine grundlegende Notwendigkeit, um nicht abgeschnitten zu sein, so Laufer.

Laut Laufer hatten Leute in Stockberg zum Teil nur 500 Kilobit. Mancher musste seine Kinder zum Erledigen der Hausaufgaben nach Peterzell fahren.

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