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St. Georgen/Rust 43-Jährige arbeitet als Diakonin im Europa-Park

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Diakonin Andrea Ziegler will die Menschen mit ihrer Arbeit im Europa-Park überraschen. Foto: Europa-Park GmbH & Co Mack KG

St. Georgen/Rust - Andrea Ziegler ist seit März Diakonin im Europa-Park und meistert trotz anfänglichen Schwierigkeiten durch Covid-19 die geistlichen Verantwortungen in dem besonderen Arbeitsumfeld.

Wer an den Europa-Park denkt, dem werden wohl zunächst nur Bilder von Achterbahnen, Karussellen, Zuckerwatte und die adrenalingeladene Stimmung in den Sinn kommen. Doch der beliebte Freizeitpark hat noch viel mehr zu bieten, als sich zunächst vermuten lässt. Ein Thema, dass im Vergnügungspark großgeschrieben wird, ist Religion und Seelsorge. Denn die Kirchen und Kapellen, die man an manchen Orten im Park finden kann, sind keinesfalls nur Deko für das passende Ambiente.

Außergewöhnliche Arbeitsverhältnisse

Und mittendrin: die St. Georgenerin Andrea Ziegler. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, als neue Diakonin dafür zu sorgen, dass die Gebäude weiterhin mit Leben und Sinn gefüllt werden.

Seit März ist sie fest angestellt und begleitet ehrenamtliche Teams im Park und betreut Mitarbeiter, hilft bei deren Wünschen. So baute sie zum Beispiel eine Gruppe für Mitarbeiter auf, die sich miteinander über Religion austauschen und gegenseitig unterstützen können. Zudem führt sie inmitten der spektakulären Location, umgeben von Achterbahnen, Hochzeiten und Taufen in den Kapellen durch. Man könne gar nicht erahnen, wie viele Anfragen es für so einen festlichen Akt geben würde, erzählte Ziegler. Die letzte Säule, auf der ihre Arbeit aufbaut, ist das Abhalten der öffentlichen Gottesdienste der ökumenische Kirche, die an Feiertagen von mehreren Hundert Teilnehmern besucht werden.

Religion als Leitfaden ihres Lebens

Die in St. Georgen aufgewachsene Gemeindediakonin wurde in einer christlichen Familie groß und arbeitete schon ihre ganze Jugend lang in der Gemeinde als Leiterin mit. Religion war für sie immer ein sehr bedeutender Bestandteil ihres Alltags, der sie stark geprägt hat, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung.

Obwohl sie zunächst nur Soziale Arbeit studieren wollte, fand sie schließlich per Zufall den Studiengang Religionspädagogik. Schnell bekam sie eine Zusage aus Freiburg, ohne dabei genau zu wissen, worum es sich beim Beruf der Diakonin eigentlich handelt. Sie merkte allerdings bald, dass sie die Themen sehr ansprachen und fand immer mehr Spaß an der Gestaltung von religiöser Erziehung, Bildung und Sozialisation in der Glaubensgemeinschaft.

Wie ein roter Faden zog sich die religiöse Arbeit auch nach dem Studium weiter durch ihr Leben. So arbeitete sie zunächst als Jugendreferentin in der Ortenau, bis sie weitere zehn Jahre lang als Gemeindediakonin in Lahr tätig war. Dort lernte sie ihren jetzigen Vorgänger Diakon Martin Lampeitl kennen, mit dem sie zusammen Projekte erarbeitete.

Er war es auch, der sie schließlich auf die frei werdende Stelle im Europapark aufmerksam machte. "Anfangs hatte ich große Zweifel, ob ich dieser enormen Aufgabe gewachsen sei", so Ziegler. Zu unüberwindbar schienen die Herausforderungen, die auf sie zukommen würden.

Europapark für sie eine einmalige Chance

Eine stützende Hand war während der Zeit weiterhin Lampeitl, bei dessen Gemeinde sie hospitieren durfte. Somit konnte sie immer mehr Erfahrungen sammeln. Letztlich sah sie die Stelle als Diakonin im Europapark als einmalige Chance und nahm die Herausforderung an.

Als die Arbeit der 43-Jährigen im März beginnen sollte, machte ihr die Corona-Pandemie zunächst einen Strich durch die Rechnung. "Gerade mal eine Taufe konnte ich durchführen, bis der Park wieder für jegliche Besucher geschlossen wurde", berichtet Ziegler von der schwierigen Zeit. Ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatte, musste sie zunächst vollständig auf die Tätigkeiten mit Familien und Gottesdienstbesuchern verzichten.

Sie habe sich lange nur auf einen Normalzustand vorbereiten können, bis das Kirchenleben ab Juni wieder ganz langsam beginnen sollte. "Ich habe also noch gar nicht wirklich ohne Corona gearbeitet", meint Ziegler. Ein Kollege würde häufig betonen, wie viel einfacher es ohne die Maßnahmen war und wie schön es wäre, wieder enger zusammen feiern zu können.

Trotz Coronapandemie gelingt der Einstieg

Aufgrund der aktuellen Situation muss sie weiterhin auf einiges verzichten. So wurde vorgeschrieben, dass zu kleine Kapellen für die Festlichkeiten geschlossen bleiben und dass man nur noch mit Abstand singen darf. Zusätzlich dazu müssten Festgottesdienste, wie etwa im Advent, in nächster Zeit abgesagt werden. Diese hätten normalerweise zu den Hauptattraktionen gehört.

Die neue Diakonin lässt sich von diesen Schwierigkeiten aber nicht unterkriegen und ist mehr als glücklich, den Schritt gewagt zu haben. Sie habe sich gut einleben können und sei dankbar für die tollen Aufgaben, die sie mit großem Spaß jeden Tag erledigen dürfe.

"Ich genieße es, mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern Projekte zu planen, den Wünschen der Familien nachzugehen und jedem individuell einen Input mitgeben zu können", schwärmt sie. Das wären die schönsten Erfahrungen gewesen, denn vorher habe sie nie so einen engen Kontakt zu ihren Kunden gehabt.

Deshalb sieht sie es als ihre Aufgabe und als Ziel für die Zukunft, die Kirche an einem Ort zu vertreten, der die Menschen überrascht. "Und wo könnten die Besucher mehr von einem Gottesdienst überrascht werden als in einem Park voller Achterbahnen und Zuckerwatte", fügt Ziegler lachend hinzu.

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