Detlef Flesch mit seinem Rufbus am Bahnhof in Villingen, wo er gerade auf angemeldete Fahrgäste wartet. Foto: Paskal

Nachteile des ländlichen Raums abfedern. Sogar Sonderhaltepunkte sind möglich.

St. Georgen - Der ländliche Raum hinkt beim öffentlichen Personen-Nahverkehr den Ballungszentren hinterher. Es gibt keine U- und S-Bahnverbindungen. In der Nacht wird es besonders eng. Doch es gibt ein sehr gutes Angebot: Der Ruf-Bus bringt späte Gäste in ihre Wohnorte.

Eine gute Sache sind die Ruf-Busse des Landkreises. Wer spät Abends mit dem Zug am Bahnhof in Villingen ankommt oder bei einer Veranstaltung war, hat oft das Problem, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr nach Hause zu kommen. Da hilft der Ruf-Bus.

Kommunikation mit der Zentrale erfolgt per Tablet-Computer

Busfahrer Detlef Flesch aus dem Stadtteil Schwenningen steht am Samstag vor dem Bahnhofsgebäude und wartet auf seine angemeldeten Mitfahrer für die Fahrt nach Pfaffenweiler um 23.32 Uhr.

Er erläutert, dass die Fahrer auf einem Tablet-Computer im Bus die Mitfahrer von der Zentrale mitgeteilt bekommt. So wissen sie ganz genau, wer mitfahren will. Eine Anmeldung ist deshalb notwendig. Diese kann schon einige Tage im voraus oder je nach Fahrtstrecke bis zu 30 Minuten beziehungsweise eine Stunde vor Abfahrt erfolgen. Sollte noch ein Platz im Bus frei sein, können zusätzlich auch spontane Gäste mitgenommen werden.

Endhaltepunkte sind die normalen Bushaltestellen auf der Strecke. Auf der Linie liegende Sonderhaltepunkte sind ebenfalls möglich.

Wenn also jemand zum Zug will oder anderweitig Termine hat, genügt ein Anruf. Wer zum Beispiel ein Baden-Württemberg-Ticket hat, braucht nichts zusätzlich zu bezahlen. Bis im August fielen pro Fahrt 1,50 Euro an, das ist aber jetzt hinfällig. Ansonsten ist der normale Fahrpreis für die ausgesuchte Strecke zu entrichten. Busfahrer Flesch ist mit seinen Passagieren pünktlich abgefahren.

Eine Mitfahrerin war um 23.45 Uhr vom Bahnhof in Villingen mit dem Ruf-Bus bis St. Georgen unterwegs. Weitere drei Mitreisende sind zugestiegen, darunter auch der 16-jährige Linus. Er ist aus Schwenningen gekommen und hat dort von 17.30 bis 23 Uhr auf dem Gelände der Landesgartenschau auf der Möglingshöhe an einem weltweiten Internet-Spiel gemeinsam mit weiteren 28 Mitspielern teilgenommen. Ohne Ruf-Bus wäre das "Eltern-Taxi" gefordert gewesen, oder er hätte mit seinem Fahrrad heimfahren müssen. 

Die Ruf–Busse verkehren von Montag bis Freitag ab 19.30 Uhr bis um 22.30 Uhr. Samstags von 16.30 Uhr bis 23.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen den ganzen Tag.

Anmeldungen erfolgen für den Ruf-Bus SBG und Merz (Linie 61) unter 07721/99 27 94 8 und für den Ruf-Bus VGVS, VGB und Merz (Linie 80/81) unter 07721/82 82 82 oder auch per Internet unter http://www.v-s-b.de.

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