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St. Georgen Mehr Platz für junge Familien

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Mehr Wohnraum soll geschaffen werden. Foto: © Kzenon – stock.adobe.com

St. Georgen - Angesichts der Diskussion rund um das Wohnquartier Schönblick sprach sich die Grüne Liste im Gemeinderat dafür aus, dass man das Thema Wohnen stärker in den Fokus nimmt. Der Bürgermeister zeigte derweil die Grenzen dessen auf, was eine Stadt leisten kann und darf.

Das Thema Bauen und Wohnen hat die jüngste Gemeinderatssitzung dominiert -­ sowohl im privaten, als auch im gewerblichen Bereich. Im Zuge der Anfragen aus dem Gremium, die am Ende jeder Sitzung steht, brachte die Grüne Liste ihre grundsätzlichen Überlegungen zu diesem Thema ein.

Experte soll zu Klausurtagung eingeladen werden

"Wir erkennen in den Diskussionen um die letzten Baugebiete eine gewisse Unzufriedenheit und auch Unwissenheit in der Bevölkerung", erklärte der Fraktionsvorsitzende Dirk Schmider. Aus diesem Grund wolle man eine Klausurtagung anregen.

Zudem, so sein Parteikollege Axel Heinzmann, schlage man vor, einen Experten zu einer Sitzung einzuladen, der der Kommune Möglichkeiten für die Stadtentwicklung aufzeigt, um den Leerstand zu managen. "Da geht es nicht nur um den Zustand jetzt, sondern um die Zukunft", so Heinzmann. "Wir sollten einfach mal strategisch schauen, was passiert in zehn Jahren, basierend auf statistischen Daten, die die Stadt ja hat." Andernfalls könne es sein, "dass man was am Markt vorbei baut und entwickelt".

Wichtig sei für ihn in diesem Zusammenhang auch, diese Erkenntnisse dauerhaft zu aktualisieren. "Nicht dass man irgendwann feststellt, wir haben eine schön sanierte Innenstadt, aber ringsherum stehen lauter Häuser leer."

Mit altem Konzept gut gefahren

Bürgermeister Michael Rieger sah einige Probleme. "Das ist ein heikles Thema", sagte er angesichts Heinzmanns Vorschlag. Zum einen kämen keine jungen Familien ins Rathaus, die ein leerstehendes Haus wollen. "Die suchen alle Grundstücke", so Rieger. Darüber hinaus gebe es auch gewisse Grenzen. "Es gibt Immobilienmakler und wir dürfen keine Maklergeschäfte übernehmen." Häuser zu vermitteln sei daher weder sein Job, noch der der Stadt.

Man könne sich zwar generell einmal Gedanken machen, wie man solche Daten erfasse, fraglich sei aber, was man daraus ablesen wolle. "Wo setzen wir die Grenze an? Ich finde es etwas heftig, zu sagen, da ist jemand 70, 80 Jahre alt, der zieht bald aus."

Hinzu kommt aus seiner Sicht, dass Statistiken und Konzeptionen auch von einem Tag auf den anderen Makulatur sein können. "Wir haben vor sieben, acht Jahren die Kindergarten-Konzeption entwickelt und zwar sehr ausführlich", meinte der Bürgermeister. Externe Fachleute wurden hinzugezogen, Punkte wie Zuzüge oder Geburtenzahlen berücksichtigt.

In Folge dessen habe man an diversen Stellen an- und ausgebaut. "Wir waren mit dem Konzept super unterwegs, über Jahre hinweg hätten wir alles gehabt", sagt Rieger. "Und dann kamen unvorhergesehen viele Flüchtlinge nach St. Georgen und das Konzept war für die Katz’."

So einfach sei es nicht

Zukunftsstatistiken seien anfällig für Fehler, was allein die Entwicklung der Geburten und Sterbefälle zeige. Vor Jahrzehnten wurde ein Bevölkerungsrückgang prognostiziert. "Als ich angefangen habe, hatten wir 68 Geburten im Jahr bei 130 Sterbefällen", erklärt er. "Jetzt haben wir 120, 125 Geburten. Es ist nicht immer so einfach zu sagen ›mach mal was‹ – das ändert sich so schnell."

Hinzu komme, dass hierzu erst 2018 eine Klausurtagung erst stattgefunden habe. Wie bereits im Schwarzwälder Boten berichtet, habe man daraufhin mögliche Kaufflächen herausgearbeitet, um gegen die Problematik vorzugehen.

Doch nicht jeder Eigentümer sei bereit, zu veräußern. "Wenn man von der Stadt Richtung Rupertsberg, Seebauernhöhe guckt, sieht man viele freie Wiesen", so Rieger. "Da haben wir keine Chance und beißen uns hier und da auch die Zähne aus."

Zwar gab er den Grünen Recht, dass man überlegen müsse, was mit den brachliegenden, innerstädtischen Flächen passiere. Doch tendenziell wollten Hausbesitzer Ruhe neben sich. "So einfach, wie man es sich vorstellt, ist es beim besten Willen nicht."

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