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St. Georgen Plädoyer für ein gutes Miteinander

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Antonia Musacchio-Torzilli (links), Sabine Wölfle und Oliver Freischlader sprachen mit Mitgliedern des SPD-Ortsvereins St. Georgen über Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen und Konfliktpotenziale. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Unter dem Titel "Integration beginnt jetzt" sprach der SPD-Ortsverein St. Georgen mit Sabine Wölfle, der stellvertretenden Vorsitzenden der Landtagsfraktion und Vorsitzenden des Arbeitskreises Soziales und Integration.

St. Georgen. Es stehe den Sozialdemokraten gut an, für ein Miteinander zu sorgen, sich aber auch etwas von Integration zu versprechen, betonte Oliver Freischlader, Vorsitzender des Ortsvereins. Sabine Wölfle beschrieb das Gefühl, dass sich viele Flüchtlinge von der Gesellschaft abwenden. Forderungen der SPD seien deshalb für Kinder unter anderem die Abschaffung von Kita-Gebühren, Leseförderung oder die gesetzliche Verankerung der Ganztagsschule für die Klassen fünf bis sieben. Das helfe auch Kindern bildungsferner Familien.

Brückenbauer nötig

Zu fördern sei interkulturelle Kompetenz von Lehrern und das Erkennen von Traumata. Für Studierwillige gehe es zum Beispiel um die Deckelung eines hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarfs. Lernwillige müssten lange auf Sprachkurse warten, deshalb seien Hürden für Muttersprachler abzubauen.

Ein großes Problem sei die Berufsschulberechtigung bis 18 Jahre. Günstiger Wohnraum sei nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Alleinerziehende, Rentner oder Menschen mit niedrigem Einkommen wichtig. Es brauche mehr Geld für sozialen Wohnungsbau. Nötig sei gesellschaftliche Teilhabe, vermieden werden müssten Parallelstrukturen. Dazu brauche es ehrenamtliche Brückenbauer, auch unter Migranten selbst.

Weitere Forderungen waren der einfache Zugang zu rudimentärer gesundheitlicher Versorgung, kultursensible Pflege oder Hilfsangebote für Gewaltopfer. Es brauche Islamunterricht an Schulen und eine staatliche Ausbildung, um sich dem Einfluss Erdogans zu entziehen, was derzeit bei Ditib der Fall ist. Ein Problem sei die Altersfeststellung Jugendlicher. Das betreffe auch Strafmündigkeit. Der größte Teil der jungen Leute sei anständig, man brauche aber ein klares Auge, das sei man der Gesellschaft schuldig. "Integration ist eine Chance für die Gesellschaft", lautete Sabine Wölfles Fazit. In der Fragerunde gab Freischlader zu bedenken, dass die Integration von Türken oder Russlanddeutschen nicht gut gelungen ist. Die Gesellschaft sei nicht offen genug, man habe lange nicht realisiert, ein Einwanderungsland zu sein, stellte Sabine Wölfle fest. Die Willkommenskultur sah sie als Chance.

Kulturelle Diskrepanz

Laut Renate Siebold wird die kulturelle Diskrepanz zum Beispiel zu Arabern unterschätzt. Es brauche klare Ansagen, so Sabine Wölfle. Muslimischen Mädchen könne man nicht gestatten, dem Schwimmunterricht fern zu bleiben. Jeder könne seine Religion leben, müsse sich aber ein stückweit in die Gesellschaft einbringen. Man komme um ein Einwanderungsgesetz nicht herum, urteilte Jürgen Siebold. Auch Hansjörg Weisser plädierte dafür. Das würde laut Sabine Wölfle viele Probleme lösen, die CDU wolle es aber nicht.

Barbara Bahsitta und Klaus Brunnenkant kritisierten fehlende Anreize für sozialen Wohnungsbau. Der sei seit Jahren vernachlässigt worden, pflichtete Sabine Wölfle bei. Sie brachte eine Sozialraumquote ins Gespräch. Freischlader beschrieb das Problem fehlender Zuschüsse. Es sei Irrsinn, dass es die nur für Flüchtlingswohnungen gibt. Mehrere Anwesende befürchteten Unfrieden, weil Leute jahrelang auf Wohnungen warten, die dann Flüchtlinge bewohnen.

Henriette Kühn beschrieb hohe Hürden für Lehrer, die sich engagieren wollen. Es brauche pragmatische Lösungen, so Sabine Wölfle. Integration sei nicht nur Sprache und Arbeit, betonte Antonia Musacchio-Torzilli, Integrationsbeauftragte der Stadt. Es brauche mehr Kita- und Schulplätze. Ein Gewinn seien Integrationsmanager. Ehrenamtliche seien etwas auf dem Rückzug. Sie kritisiere seit Jahren, dass man sich zu sehr auf Ehrenamtliche verlasse, so Sabine Wölfle.

Klaus Brunnenkant kritisierte, dass jene abgeschoben würden, die arbeiten, da man die anderen nicht kriege. Deshalb brauche es befristete Aufenthaltsgenehmigungen für Berufstätige oder auch während Praktika, so Wölfle.

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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