Beim Eintreffen der Einsatzkräfte ist die Hütte nicht mehr zu retten. Die Feuerwehr kann aber ein Ausbreiten der Flammen verhindern. Foto: Vaas

Feuerwehr kämpft gegen akute Waldbrand-Gefahr. Hubschrauber muss Brandort suchen. 24-jähriger Jäger wird verletzt.

St. Georgen - Ein Verletzter, eine abgebrannte Jagdhütte, ein total beschädigtes Fahrzeug und mindestens 50.000 Euro Schaden sind die Bilanz eines Brands am Montagabend im Röhlinwald. Es bestand akute Waldbrandgefahr. Für die Feuerwehr wurde es ein größerer Einsatz, der alle Abteilungen forderte.

Ein Gruppe Mountainbikefahrer musste gegen 18 Uhr wegen einer Panne auf dem Alt-Villingerweg bei Stockburg eine Pause einlegen. Es gab einen lauten Knall. Die Gruppe fuhr in Richtung St. Georgen und sah bei der sogenannten Röhlinwaldhütte einen jungen Mann mit Brandverletzungen, der unter Schock stand. Die Hütte selbst brannte lediglich im Eingangsbereich.

Hubschrauberbesatzung hilft bei Orientierung

Die alarmierte Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei erhielten nur die Nachricht von einer brennenden Hütte im Röhlinwald und rückten Richtung Großbauerlinde aus. Erst durch die genaueren Ortsangaben einer Hubschrauberbesatzung war der Brandort überhaupt zu finden.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Hütte bereits lichterloh. Es kam zu mindestes einer weiteren Explosion durch eine Gasflasche oder -kartusche, so die Polizei. Die Feuerwehr musste mit dem mitgebrachten Löschwasser haushalten und sich auf den Schutz einer benachbarten Hütte sowie des Waldes konzentrieren. Außerdem gelang es den Einsatzkräften, ein Fahrzeug in sichere Entfernung zu bringen.
Deutliche Hitzespuren an Nadelbäumen

In der Nähe war ein Mann mit einem Harvester (Vollernter) beschäftigt. Er hatte sein Auto ebenfalls bei der Hütte geparkt. Dieses wurde aber durch die enorme Hitze total beschädigt. Diese hinterließ auch an den angrenzenden Nadelbäumen bereits deutliche Spuren. Mit dem Schlauchwagen baute die Feuerwehr eine rund einen Kilometer lange Leitung auf, um ausreichend Löschwasser zu bekommen.

"Bei dieser Trockenheit nicht selbstverständlich"

Für Kommandant Christoph Kleiner war die Brandlöschung zweitrangig. "Den Wald bei dieser Trockenheit zu halten, war nicht selbstverständlich", verdeutlichte er die kritische Situation. Neben mehreren Fahrzeugen samt Besatzungen aus St. Georgen waren auch Peterzell und Stockburg vor Ort. Die Brandstelle war zudem sehr abgelegen. Deshalb wurden auch die Teilortswehren alarmiert, die sich mit weiteren Bergstadtkräften in St. Georgen in Bereitschaft befanden.

Nach ersten Erkenntnissen wollte der junge Mann - ein 24-jähriger Jäger und Pächter der Hütte - einen Grill anzünden. Aus unbekannten Gründen gab es eine Explosion. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war er noch ansprechbar und wurde vom Roten Kreuz erstversorgt. Er kam dann aber zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus.

An der Hütte und den Fahrzeugen entstand nach erster Schätzung Sachschaden in Höhe von etwa 30.000 Euro.