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St. Georgen "Man darf nie den Humor verlieren"

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Steinmetz Dieter Hanke in seiner Werkstatt auf der Seebauernhöhe: Hier hat er 27 Jahre lang gearbeitet. Fotos: Ginter Foto: Schwarzwälder Bote

Er hat immer gerne als Steinmetz gearbeitet, nun hat Dieter Hanke seinen Betrieb zum Jahresende aufgegeben. Ein Unfall hat ihn ausgebremst: Durch eine Handverletzung kann er seiner Arbeit jetzt nicht mehr nachgehen.

St. Georgen. Handwerklich und gleichzeitig gestalterisch-künstlerisch arbeiten – das war für Dieter Hanke immer die perfekte Mischung. Als Steinmetz konnte sich der St. Georgener diesbezüglich stets voll austoben. Nach 27 Jahren hat er seine Werkstatt zum Jahresende nun aufgegeben.

Auch nach dem Unfall möchte er aktiv bleiben

"Die Gerüchteküche brodelt", sagt Hanke. Doch der Grund für die Aufgabe seiner Tätigkeit als Steinmetz sei nicht etwa eine schwere Krankheit, wie einige in der Stadt, so der 58-Jährige, vermuten würden. Es ist die Folge eines Unfalls: Bei privaten Mäharbeiten im vergangenen Sommer kam Hankes Hand in den Rasenmäher, er verlor dabei einige Finger. Das macht seine weitere Tätigkeit als Steinmetz unmöglich.

Für Hanke ist das aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Er will weiterhin aktiv bleiben: "Ich werde jetzt nicht in den Ruhestand gehen, wie manche denken." Weiterhin zur Seite stehen, "im möglichen Rahmen", will er seinem Kollegen Stefan Rosenfelder, der jetzt der einzige Steinmetz in St. Georgen ist. Denn "grobe Arbeiten" seien, so Hanke, immer noch möglich und "das klappt jetzt auch immer besser". Rosenfelder war einst in der Lehre bei Hanke, die beiden arbeiteten in der Vergangenheit immer gut zusammen, erzählt er. "Eventuell werde ich künftig auch einem Freund im Landschaftsgartenbau helfen", erläutert der 58-Jährige seine Pläne.

Seine Werkstatt auf der Seebauernhöhe wird er vermutlich vermieten, vielleicht steht auch ein Umzug an – aber das weiß der St. Georgener noch nicht genau.

Steinmetz – für Hanke kam das immer seinem Traumberuf nahe. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst war für ihn schnell klar: "Ich möchte nicht studieren, sondern etwas Handwerkliches machen." Ein Bürojob wäre nichts für ihn gewesen, betont er. Nach dem ersten Vorstellungsgespräch bei Steinmetz Rudolf Treß war die Sache für Hanke schon entschieden: Er ging in die Lehre bei Treß und übernahm 1983 schließlich dessen Werkstatt auf der Seebauernhöhe.

In seinem Berufsleben als Steinmetz hat sich über die Jahre einiges geändert: "Wir haben früher alles gemacht: Grabmäler, Denkmalpflege, Restaurationen im Innenbereich, Fußböden oder auch Bodenbeläge im Gartenbau", erzählt Hanke. Später hätten ihn die Grabmäler dann voll ausgelastet, sagt er.

Weiblicher Nachwuchs bringt neue Ideen ins Handwerk

" Ich hatte immer Lehrlinge", berichtet Hanke von einer Zeit, in der Nachwuchsprobleme im Handwerk noch ein Fremdwort waren. "Aber den Job will heute leider keiner machen", bedauert er. "An so eine von Grund auf handwerkliche Arbeit traut sich kaum einer mehr ran." Unter den wenigen, die sich noch trauen, seien heute, sagt der 58-Jährige, dafür aber "auch einige Mädels". "Das finde ich toll. Da kommen bildhauerisch neue Ideen rein."

Hanke selbst ist mit seiner Berufswahl immer zufrieden gewesen: "Ich habe es nie bereut, obwohl es ein Knochenjob ist." Neben dem Handwerklichen sei in seiner Tätigkeit als Steinmetz auch der künstlerische Aspekt nie zu kurz gekommen, denn auch zeichnen und modellieren sei, so Hanke, Teil seiner Arbeit. Ein weiterer Bonus in seinen Augen: die Arbeit an der frischen Luft.

Auch den nahen Kontakt mit der Kundschaft hat der 58-Jährige stets geschätzt: "Ich war ja schon ein halber Seelsorger, das gehörte einfach dazu", sagt Hanke und lächelt dabei. Mit den Folgen seines Unfalls kann der St. Georgener indes gut leben. "Es hätte auch noch schlimmer ausgehen können", meint er, und: "Man darf nie den Humor verlieren, ich komme bisher super zurecht."

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