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St. Georgen Liftbetreiber sind nach wie vor verunsichert

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Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Mit Vehemenz hatten sich Bürgermeister und Skiliftbetreiber der Region vor einem Jahr gegen Überlegungen des Landratsamtes gewehrt, die Bedingungen für den Skiliftbetrieb zu verschärfen. Zumindest ein Stück weit hat das Landratsamt eingelenkt.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Der Aufschrei war groß. Skiliftbetreiber fürchteten angesichts höherer Kosten durch weitergehende Prüfungen und den Besuch besonderer Lehrgänge um ihre Existenz, ja um die Zukunft des Wintersports in der Region. Anlass boten Sicherheitsprüfungen, die über den jährlichen TÜV hinausgehen. Warum sich das Landratsamt hierzu genötigt fühlte, blieb damals unklar. Die Skiliftbetreiber vermuteten eine EU-Anordnung, die über das Regierungspräsidium zur weiteren Umsetzung an das Landratsamt gereicht wurde.

Wie die Kreisbehörde jetzt auf Anfrage mitteilt, habe das Ordnungsamt des Landratsamtes bereits im April einen Brief an die Skiliftbetreiber geschickt. Darin heißt es: "Im Sommer des vergangenen Jahres hatten wir Sie im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Landratsamt über den geltenden Rechtsrahmen für den Betrieb von Skiliften informiert. Vor dem Hintergrund der in der Folge geführten Diskussionen und Recherchen streben wir an, dass – wie bislang – die jährliche TÜV-Prüfung als ausreichend angesehen werden kann, um die Betriebssicherheit Ihres Skilifts zu dokumentieren."

Die Kreisbehörde lenkt also ein. Doch nicht ganz. Das Landratsamt weist auf eine mehrtägige Fortbildung hin, die neue Liftbetreiber besuchen sollten. So erklärt Pressesprecherin Heike Frank, dass an einigen Liften mittlerweile ein Betreiberwechsel stattgefunden habe. Die neuen Betriebsleiter und ihre Stellvertreter hätten sich bei dieser Fortbildung das notwendige Fachwissen angeeignet.

Diese Handhabung sorgt nach wie vor für Unmut bei den Liftbetreibern. Es bleibt außerdem die Unsicherheit, wie lange die jährliche TÜV-Prüfung als Sicherheitsnachweis anerkannt wird und mittelfristig nicht doch weitergehende Prüfungen vom Landratsamt verlangt werden.

Christian Borho, Betreiber des Kandelblickliftes in Vöhrenbach, prangert die Regulierungswut an. "Wir leiden unter dieser Verwaltungsdiktatur", die sich nicht nur im Wintersport, sondern mittlerweile in vielen anderen Lebensbereichen zeige. Glücklicherweise habe "der große Protest" der Bürgermeister geholfen, dass die Kreisbehörde auf weitergehende Prüfungen verzichte.

Doch die Vorgehensweise des Landratsamtes hat bleibenden Schaden hinterlassen. So seien die Skiliftbetreiber verunsichert, ob es in den nächsten Jahren nicht doch die von der Kreisbehörde angedachten Prüfungen geben wird, so Borho. Bei den Liftbetreibern sei es zumindest so angekommen, dass die jetzige Regelung nur vorläufigen Charakter habe. Mit größeren Investitionen würden sich die Liftbetreiber deshalb zurückhalten, glaubt er. Die sicherheitsrelevanten Investitionen würden natürlich weiterhin getätigt.

Dabei kämpfen die Liftbetreiber nicht nur gegen eine überbordende Bürokratie und damit verbundene Kosten. Auch der Klimawandel macht dem Wintersport im mittleren Schwarzwald zu schaffen. Der Liftbetrieb habe sich nach hinten verlagert. Vor allem der Februar sei mittlerweile der Monat mit den meisten Lifttagen, weiß Borho.

Auch der aktuelle Schneefall verspreche keinen baldigen Liftbetrieb, da es nächste Woche schon wieder milder werden solle. "Ich glaube, dass im Dezember nichts mehr geht", blickt Borho auf die Wetterprognose.

Er und seine Kollegen betreiben die Lifte mit viel Idealismus, damit die Kinder das Skifahren lernen können und damit diese Form des Wintersports hier möglich ist. Zum viel Geldverdienen sei diese Arbeit nicht geeignet. Der 58-Jährige vermutet, dass nach ihm niemand weitermache am Kandelblicklift.

Die Motivation der Liftbetreiber habe unter der Vorgehensweise des Landratsamtes gelitten. Kritik gebe es nach wie vor an den verlangten Fortbildungen für neue Liftbetreiber. Er wisse von Kollegen, die diese einwöchige Fortbildung im österreichischen Innsbruck besucht hätten – und nach zwei Tagen wutentbrannt abgereist seien, weil ihnen das gar nichts gebracht habe. Hier würden Regelungen zum Betrieb von Seilbahnen vermittelt. Aber hier in der Region gebe es ja Schlepplifte. Da sei es wesentlich effektiver und verursache keine Kosten, wenn ein neuer Betreiber mal zwei Tage bei einem Schlepplift mitarbeite. Wenn jemand von ihm verlangen würde, eine solche Fortbildung in Innsbruck zu absolvieren, würde er nicht gehen, betont Borho. "Da würde ich zivilen Ungehorsam leisten."

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