Der auferstandene William Shakespeare versucht, Frieden zwischen Romeo und Julia zu stiften. Fotos: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Rollmops-Theater interpretiert Romeo und Julia als Satire

St. Georgen. Mit dem satirischen Stück "Es war die Lerche" von Ephraim Kishon gastierte das Rollmops-Theater aus Villingen im Theater im Deutschen Haus. Leider fanden nur recht wenige Besucher den Weg in die Vorstellung.

Schon die erste Szene, in der zwei paar Fußsohlen in recht eindeutigen Bewegungen zu sehen waren, sorgte für Schmunzeln. Kurios ging es weiter, mit einer anscheinend alltäglichen Szene eines Paars, das nach einigen Jahren Ehe nicht mehr wirklich Gefallen aneinander findet. Die Handlung fand aber nur auf den ersten Blick im "Hier und Jetzt" statt.

Tatsächlich waren die Hauptakteure Romeo (Olaf Jungmann) und Julia (Petra Talazko) aus dem gleichnamigen Stück von William Shakespeare – mit dem entscheidenden Unterschied, dass das Liebespaar die Tragödie überlebt hatte und Jahrzehnte später immer noch zusammen war.

Shakespeare greift ein

Julia bedauerte es, dass sie nur eine Minute zu früh erwacht war, um Romeo vom Selbstmord abzuhalten. Der wiederum sah sich immer noch als Verse schwingender Mantel- und Degen-Held und war sauer auf Julias Amme (Götz Knieß), die er als Kupplerin beschimpfte. Ähnliche Gefühle brachte Julia Pater Lorenzo (Peter Horn) entgegen, der das Paar verheiratet hatte. Dazu kam, dass Romeo in seine Wärmflasche verliebt war.

Der Streit des Paares eskalierte nach und nach, beide beschimpften sich, zum Vergnügen des Publikums, nicht nur als "rechthaberische Furie" oder "alter Schmierist".

Irgendwann trat gar William Shakespeare selbst auf den Plan, um Frieden zu stiften, was allerdings auch nicht wirklich gelingen wollte. So beabsichtigte Shakespeare irgendwann gar, Romeo und Julia doch zum Selbstmord zu treiben.

Kuriose Entwicklungen zuhauf also, und für die Zuschauer war es ein Vergnügen, die beiden Streithähne und ihre leicht senilen Mitstreiter auf der Bühne zu sehen. Dafür sorgten auch die überzeugenden Schauspieler in der Inszenierung, bei der Maxine Fleig Regie führte.