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St. Georgen Klassisches Klinkenputzen ist nicht mehr

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Foto: © LumineImages – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Trotz schwieriger Zeiten stiftet "beComm", ein St. Georgener Onlinehändler, für den guten Zweck. Wie es zur Aktion kam und was die Firma eigentlich genau tut, erklärt Inhaber Benjamin Haas.

St. Georgen. Nicht jedem aus der Bergstadt dürfte die Firma "beComm" ein fester Begriff sein. Dabei versendet der St. Georgener Händler mittlerweile Schreibgeräte in die ganze Welt.

"beComm" betreibt hierfür eine eigene Internet-Plattform. Als Werbemittel fordern hier gewerbliche Kunden ihren Wunschstift an. Vom Bleistift bis zum Füller kann die Firma quasi alles bedrucken. Selbstverständlich auch den "Ur-Werbeartikel", den Kugelschreiber.

Junges Unternehmen bedenkt Bedürftige

Inhaber Benjamin Haas hat seinen Online-Handel im Jahr 2014 gegründet. Ein knappes halbes Jahrzehnt ist er somit am Markt. Die Gründungsphase hat das Unternehmen gerade erst hinter sich gelassen. Zeit, sich ein größeres finanzielles Polster aufzubauen, blieb damit nicht. Jetzt klopft unvorhergesehen die gesamtwirtschaftliche Krise an die Tür. Schließt es sich unter diesen Umständen aus, anderen zu helfen?

Haas versucht, eine passende Antwort auf diese Frage zu finden. "Wir hier im Ländle sind halt gern am Jammern." Dabei müsse man eigentlich alles in Relation sehen, sagt der Unternehmer.

Schaue man nach Indien oder Pakistan, stehen die Leute dort vor ganz anderen Problemen. Nicht die Krankheit selbst, sondern die wegfallende Arbeit – beispielsweise unter den Tagelöhnern – sei dort oft die Bedrohung.

Haas ist über die Lage in den betroffenen Ländern informiert. Schon seit einigen Jahre engagiert sich sein Unternehmen in der Hilfsorganisation Humedica über eine Förderpatenschaft.

Einer seiner Mitarbeiter, Dirk Burgbacher, war dort früher in der Verwaltung selbst tätig. Ein Grund, die Verbindung zu halten. Daher spendete die St. Georgener Firma rund 4000 FFP2-Masken und 14 000 dreilagige Einmalmasken, die unter anderem nach Albanien und Benin gingen.

Auch die Produkte von "beComm" legen teils weite Wege zurück. Sie finden sich unter anderem als Werbemittel auf Messen. So gebe es oft gewerbliche Kunden, die für ihre Ausstellungen die entsprechenden Schreibgeräte bräuchten. Zu solchen Anlässen, dem jährlichen Messeprogramm, werden dann schnell einmal 15 000 Kugelschreiber bei Haas und seinem Team bestellt.

Mit einem konjunkturellen Dämpfer und einem Rückgang der Nachfrage rechnet der Werbemittelhändler zeitversetzt. Durch sein Online- Vertriebsmodell sieht sich der Unternehmer allerdings gut aufgestellt. Der Verkauf von Werbemitteln, der früher noch ein klassisches "Klinkenputz-Geschäft" war, könnte in der jetzigen Pandemie-Situation noch häufiger digital stattfinden, so die Einschätzung des Unternehmers.

Wie der Inhaber Haas, von Haus aus gelernter Mediendesigner, zum jetzigen Geschäftsmodell kam, hat sich über die Zeit hinweg entwickelt, wie er unserer Zeitung erzählt.

Als Grafiker in einer Werbeagentur waren es in den 2000er-Jahren noch oft die Printprodukte, die Kunden bei ihm nachfragten. Dies änderte sich mit der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit rasch. Es folgten verstärkte Nachfragen nach Websites. Als auch das nicht mehr reichte, kamen immer mehr Online-Shops hinzu.

Haas sieht das Gründungsjahr 2014 als beispielhaft an: Allein zehn Online-Shops hätten er und sein Team damals gebaut. "Nicht nur kleine Shops", sagt er, sondern auch jene für große Kunden. Und so war schließlich der Schritt zum eigenen Web-Shop nicht mehr all zu weit entfernt.

Mit einem langjährigen Kunden seiner damaligen Agentur erschloss Haas gemeinsam den Online-Vertrieb des Unternehmens. Weitere Schreibgeräte kamen hinzu. Diese bedruckt der gelernte Grafiker nun in seiner jetzigen Firma. Es seien vor allem gewerbliche Kunden, die dieses Angebot nachfragen. Trotz Online-Vertriebsform würden diese vor allem auch die persönliche Beratung schätzen, die Haas und sein Team bietet.

Das Unternehmen beschäftigt fünf Mitarbeiter. Sowohl der Geschäftsführer als auch sein Prokurist, Benjamin Haas und Dirk Burgbacher, stammen beide aus St. Georgen. Laut Haas ziehe es "beComm" für seine Geschäfte nicht in eine größere Stadt wie Stuttgart oder Freiburg. Er bleibt seiner Bergstadt treu. Dafür kommen seine Kunden mittlerweile aus ganz Europa. Selbst zwei, drei Kunden aus Australien habe Haas zwischenzeitlich.

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