Kultur: Matthäus Zaborszyk tritt erstmals im Theater im Deutschen Haus auf / Authentisch und unverbraucht
Matthäus Zaborszyk wagte sich erstmals im Theater im Deutschen Haus auf die Bühne. Im Theaterkeller gab er sein Comedydebüt vor knapp 70 Gästen.
St Georgen. Es ist das bemerkenswerte und durchaus positive Selbstverständnis der Macher des Theaters im Deutschen Haus, neben etablierten Künstlern auch sogenannten Newcomern eine Bühne und die Gelegenheit zu bieten, sich und ihr Programm einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Überwiegend junge Leute im Publikum
So geschehen am vergangenen Samstagabend im Theaterkeller. Zu Gast war Matthäus Zaborszyk, der aus St. Georgen stammt und erstmalig den Sprung auf die Bühne wagte. Es war gewissermaßen ein "Heimspiel" für ihn. In seinem Programm "Ein Abend mit einem Bruchpiloten" versuchte sich der junge Künstler mit Comedy, Improvisations-Theater und Poetry-Slam.
Ute und Helmar Scholz vom Organisationsteam des Theaters im Deutschen Haus müssen sich erst ungläubig, dann aber hocherfreut die Augen gerieben haben ob dem großen Andrang von Besuchern, die in den Theaterkeller kamen. Etwa 70 Gäste, darunter überwiegend junge Leute, wohnten der Premiere von Matthäus Zaborszyk bei und sie waren sehr gutwillig, was dem Neuling auf der Bühne bei seinem Auftritt half und in die Karten spielte.
Eine bunte Mischung aus Witzen
Denn es ist nicht ohne und es zeugt durchaus von Selbstbewusstsein, sich und seine Kunst als Neuling vor Publikum zu präsentieren. Der Künstler, der sich als eine "Mischung aus Cindy aus Marzahn und Atze Schröder" vor- stellte, erzählte Geschichten aus seinem Lebenslauf und kokettierte immer wieder mit seinem schwierig auszusprechenden Namen und seinen polnischen Wurzeln.
Da mischten sich im bunten Mix Gags über seine Übergewichtigkeit als Kind mit homosexuellen Asiaten und seine Erlebnisse bei der Bundeswehr mit einschlägigen Erfahrungen aus der Film- und Großstadtwelt.
Sehr interessant und ungewöhnlich war auch seine ganz eigene Interpretation der Weihnachtsgeschichte und der Schwangerschaft Marias. Vielleicht waren manche seiner Erzählungen etwas zu langatmig und der Wechsel der jeweiligen Themen teilweise zu sprunghaft. Auf jeden Fall zeigte er seine ganz eigene Art von Humor und sein Publikum dankte es ihm mit verdientem Applaus.
Klar merkte man dem jungen Künstler seine anfängliche Nervosität an, die er aber gekonnt mit in seinen Auftritt einbezog und Selbstironie bewies. Das Fazit: Aller Anfang ist schwer und es ist noch kein Meister vom "Comedy-Himmel" gefallen. Matthäus Zaborszyk ist allerdings ein Talent und hat die Chance, seinen Weg erfolgreich zu gehen, denn er ist unverbraucht und wirkt authentisch. Das kam bei den gut unterhaltenen Besuchern durchaus an. Sie erlebten einen vergnüglichen Abend.