Die "Bloosarsch" eröffnen den Guggenmusikabend und zeigen dabei Kostüme aus vier Jahrzehnten. Foto: Hübner

Festival der schrägen Töne. Programm des Jubiläums heizt Besuchern ein.

St. Georgen-Peterzell - Hoch her ging es am Wochenende bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Guggenmusik Bloos­arsch. Zahlreiche Gastgruppen feierten mit. Den Gästen bot sich ein abwechslungsreiches Programm.

Los ging es freitags mit der Schlagerparty. Hier heizten DJ Fazio und "Familie Hossa" sowie zwei Guggenmusiken den Gästen ein.

Muskelkraft war am Samstag beim Streitwagenrennen gefragt. 17 Teams traten gegeneinander an. Den ersten Platz belegten die "Remstal Guggä" aus Böbingen, gefolgt von der Glonkigilde aus Villingen, der Narrenzunft St. Georgen und der Freiwilligen Feuerwehr St. Georgen.

Samstagabend gab es ein Zunftmeistertreffen. Der musikalische Leiter Gunnar Fichter lud ein, "40 Jahre richtig tolle Vereinsgeschichte" an Schautafeln in Augenschein zu nehmen. Fichter lobte den Zusammenhalt der Mitglieder.

Vor 40 Jahren als Stammtischidee entstanden

Laut Gründungsmitglied Peter Fichter entstand die Guggenmusik vor 40 Jahren als Stammtischidee. Zum damaligen  "Büttengschwätz" seien für teures Geld Schweizer Guggenmusiken geladen worden. Das nahmen einige Peterzeller zum Anlass, 1979 eine eigene Guggenmusik ins Leben zu rufen. Die "gute Tradition", keine Frauen aufzunehmen, sei nicht diskriminierend. Es sei wesentlich leichter, 40 Männer beieinanderzuhalten als 20 Männer und 20 Frauen.

Im ersten Jahrzehnt sei es hästechnisch etwas durcheinander gegangen, danach kamen Wikinger, Römer und Ritter. Man wolle nicht jedes Jahr ein neues Häs, da man alles selbst herstelle und sich viele Gedanken mache.

Ein sehr großer Faktor in der Vereinsgeschichte sei Schwäbisch Gmünd, guggenmusiktechnisch ein Fremdkörper im Schwäbischen, aber inzwischen ein Riesenevent. Vor 10 000 Leuten zu spielen, sei sensationell. Gemeinsam habe man Höhen und Tiefen erlebt, und inzwischen einen guten Zulauf junger Mitglieder. "Es macht richtig Spaß", so Fichter.

Lob kommt vom Bürgermeister

"Es ist gigantisch, was ihr da leistet", lobte Bürgermeister Michael Rieger. Die Guggenmusik strahle immer Zuversicht aus, für die Mitglieder sei sie eine zweite Heimat und aus St. Georgen nicht mehr wegzudenken. Dass die Gruppe schon einige Preise eingespielt habe komme nicht von ungefähr, so Ortsvorsteher Klaus Lauble. Laut Raumund Vogt von der Arbeitsgemeinschaft "Gmünder Fasnet" waren die "Bloosarsch" 1987 erstmals in Schwäbisch Gmünd und räumten seitdem immer den Stimmungspreis ab.

Ein Höhepunkt des Festes war das "Große 40-er Festival der schrägen Töne". Zum Teil bunt kostümierte Guggenmusiken wie die "Gmendr Gassafetza" von der Ostalb, Alcaputti aus Tennenbronn, "Geslach-Gugga" aus Göggingen oder "Bläächi-Lömpe" aus der Schweiz sorgten lautstark und mit viel Spielfreude für Begeisterung bei Gästen im Festzelt. Zwischendurch brachte DJ Fazio die Gäste zum Tanzen.

Der Sonntag wurde zum Frühschoppen mit dem Musikverein Unterkirnach und der Trachtenkapelle Buchenberg eröffnet. Dazu traten die Sängerin Silke Vogt und später die "Symbadischen Senfoniker" auf. Unterhaltung war mit einem Familiennachmittag oder der Kegelbahn des FC Peterzell geboten. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Schlusspunkt des Festes ist am Montag ein Mittagstisch, hauptsächlich für Firmen, und ab 17.30 Uhr ein Handwerkervesper, begleitet von "Sepple‘s Musikanten".