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St. Georgen Gäste aus aller Welt sind virtuell dabei

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Neue Wege werden beschritten: So sieht die "Virtual Fires Expo" von oben samt Auditorium aus. Foto: Schwarzwälder Bote

Der Auftakt des 15. Virtual Fires Congress fand am Mittwoch statt. Eine besondere Neuerung­: Das zweitägige Event wird in diesem Jahr erstmals komplett digital abgehalten.

St. Georgen. Beim 15. Virtual Fires Congress konnten sich Fachleute aus dem Rettungswesen, etwa von Feuerwehr und Katastrophenschutz, über neue technische Entwicklungen austauschen. Das Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses: "Künstliche Intelligenz für Feuerwehr und Katastrophenschutz​ – wie selbstlernende Systeme Rettungskräfte unterstützen könn(t)en".

Veranstaltung hat in der Bergstadt eine Heimat gefunden

Da das Symposium Corona-bedingt erstmals komplett virtuell stattfand, konnten sich die Teilnehmer mit einem Avatar durch die digitale Welt "Cybercinity" bewegen, Stände von verschiedenen Ausstellern sowie Vortragsräume besuchen.

Den Auftakt bildete ein Vortrag von Martin Zimmermann, Initiator des Virtual Fires Congress. "Ich freue mich, dass Gäste aus der ganzen Welt unserer Einladung gefolgt sind", sagte er. Der erste Kongress im November 2006, der mit nur 19 Teilnehmern über die Bühne ging, sei noch, so Zimmermann, ein ziemlich "exotisches Unterfangen" mit einem "gewagten technologischen Ausblick" gewesen. Die virtuelle Realität hätte damals noch in den Kinderschuhen gesteckt, die Zukunftsprognosen seien fraglich gewesen.

"Was uns heute sehr stolz macht, ist die Tatsache, dass die Digitalisierungstechnologien zwischenzeitlich bei den Einsatzkräften angekommen sind", erklärte Zimmermann. Über die Jahre sei der Kongress gewachsen. Dafür dankte er auch Bürgermeister Michael Rieger für die Unterstützung der Stadt St. Georgen: "Er hat uns eine Heimat geschaffen." Hybride Events könnten, so Zimmermann, vielleicht auch das Format der Zukunft darstellen.

Danach musste das Symposium aufgrund von technischen Problemen auf die Videokonferenz-Plattform Zoom ausweichen – auch die heutige Technik ist, wie sich zeigte, vor Fehlern nicht gänzlich gefeit. Beim anschließenden Jubiläumstalk anlässlich des 15. Jahrestags kamen verschiedene Akteure aus Rettungswesen, Forschung und Politik zu Wort.

Der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (CDU), der die Aktivitäten des Virtual Fires Congress seit Jahren begleitet, sprach von einer "großen Errungenschaft" und einer "Pionierleistung", denn mit einer digitalen Herangehensweise könne man viele Probleme lösen. Zimmermann dankte Frei für seine langjährige Unterstützung.

Ernst-Peter Döbbeling, Professor für Sicherungstechnik und Gefahrenabwehr an der Hochschule Furtwangen, mahnte dazu, auch Grenzen zu bedenken: "Wir müssen uns immer fragen: Was können wir virtuell, was nicht?"

Einen Verletzten selbst anzufassen, sei etwas gänzlich anderes, als ihn virtuell zu versorgen, erläuterte Döbbeling. Gleichzeitig zeigte er sich von der Anwendung der Künstlichen Intelligenz überzeugt, gerade im Hinblick auf die Ausbildung: "Wir müssen dem Nachwuchs etwas Interessantes anbieten. Die jungen Leute wollen virtuelle Umgebungen." Der Kongress sei "extrem wichtig" für die Nachwuchsförderung.

Intensivmediziner Ulrich Grüneisen, Präsident des "European Council of Desaster Medicine" und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin, erläuterte die Bedeutung des Kongresses für die Medizin.

Arzt befürchtet, dass man auch einen Schritt zu weit gehen könnte

Die Künstliche Intelligenz biete Möglichkeiten, um die medizinische Ausbildung zu perfektionieren – und das, ganz ohne "learning by doing" am Patienten oder Materialschlachten veranstalten zu müssen. Das sei der Verdienst von Martin Zimmermann und seinen Mitstreitern. Aber er schlug auch kritische Töne an: "Ich befürchte als Arzt, dass dabei vielleicht auch mancher Schritt zu weit gehen wird." Wenn in 30 Jahren vielleicht jedem Neugeborenen ein Chip implantiert werden würde – das sei für ihn "eine grässliche Vorstellung".

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