Um wissenschaftliche Hintergründe und Auswirkungen geht es bei einem Infoabend im Theater im Deutschen Haus. Fotos: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Hintergründe: Informationsabend mit Wissenschaftler / Temperatur steigt dramatisch an / Riffe erste Opfer

St. Georgen. Zu einem Infoabend hatte das Klimabündnis St. Georgen ins Theater im Deutschen Haus eingeladen. Vorgestellt wurden wissenschaftliche Hintergründe der Klimakrise.

 

Die Gruppe wolle sich für wirksamen Klimaschutz einsetzen, so Veronika Jäger-Stern zur Begrüßung. Man sei überparteilich und treffe sich alle sechs Wochen, stehe aber noch ganz am Anfang und könne neue Mitstreiter sehr gut gebrauchen. Es sei auch jeder willkommen, der erst einmal zuhören oder sich informieren wolle.

Treibhausgase seien fürs Erdklima ganz wichtig, ohne sie wäre es minus 18 Grad kalt, erklärte Martin Höfflin-Glünkin. Es gehe aber um das richtige Maß an Gasen in der Atmosphäre. Nur 0,4 Prozent davon sei Kohlenstoffdioxid (CO2). Besonders bedeutsam, aber wenig beeinflussbar, sei Wasserdampf. Der sorge für eine Temperatur von etwa plus 20 Grad, Methan mit steigender Tendenz derzeit für Plus 0,8 Grad. Insgesamt liege die weltweite Durschnittstemperatur bei plus 15 Grad. Diese sei in den vergangenen 180 000 Jahren nur vier Mal wärmer gewesen.

Sicher sei, dass Temperaturschwankungen mit den Änderungen von CO2 und Methan einhergingen. Auch habe der CO2-Gehalt der Atmosphäre in den vergangenen 800 000 Jahren zwischen 180 und 300 ppm gelegen, heute sei er bei 415. "Wir führen ein globales Experiment mit dem Klima durch."

In den vergangenen 150 Jahren sei die Temperatur um 1,5 Grad angestiegen. Die Wärme gehe größtenteils in die Ozeane. In Medien vernachlässigt würden Kipp-Punkte und Domino-Effekte. Korallenriffe seien erste Opfer der Klimakrise, bedroht dadurch Ökosysteme und Küstenfischer. Es gebe ökologische und soziale Krisen. Ein weiteres Problem sei die Rodung des Regenwalds.

Auftauende Permafrostböden setzten Methan frei, das Schmelzen von Gletschern führe zum Anstieg des Meeresspiegels. Auch reflektiere Eisfläche Licht zu 90 Prozent, Fels speichere dagegen 90 Prozent Wärmeenergie. All das berücksichtige der Weltklimarat nicht. CO2 bleibe 1000 Jahre in der Atmosphäre. Laut Berechnungen ist eine sehr drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes nötig, um überhaupt noch das Ziel von Plus 1,5 Grad zu erreichen.

Für den Schwarzwald dürften nach Meinung von Höfflin-Glünkin Dürre und Wassermangel die ersten Probleme sein. Die Krise könne man nur gemeinsam bewältigen. Jeder müsse mithelfen. Auch müssten Menschen schauen, wie sie sich wieder mehr verbinden könnten, da soziale Krisen zunehmen würden.

Am Ende konnten sich Besucher an Stehtischen zu den Themengebieten Kommunalpolitik, Energieversorgung, Landwirtschaft und Ernährung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen informieren. Als weitere Aktivitäten geplant sind ein Infoabend mit Tobias Bacher von der Energieagentur Schwarzwald-Baar, im ökumenischen Gemeindezentrum am Mittwoch, 4. März, um 19.30 Uhr und das nächste Treffen des Klimabündnisses. Eine Nachhaltigkeitswoche findet vom 16. bis 22. März statt.