Blick in die Schramberger Straße mit ihren Läden.Foto: Ginter Foto: Schwarzwälder Bote

Pandemie: Stadt möchte den Einzelhandel unterstützen / Auch der Abholservice ist nun wieder möglich

Von Aileen Ginter

Mit Bannern an den Ortseinfahrten möchte die Stadt Werbung für den lokalen Handel in St. Georgen machen. Das gelte auch für Bereiche wie die Gastronomie, sagt Bürgermeister Michael Rieger.

St. Georgen. Neue Banner für die Stadt: In Bälde sollen die Ortseingänge von St. Georgen neu bestückt werden. Zu sehen sind darauf Mann und Frau beim Einkaufen und der Slogan "Ich kaufe in meiner Stadt. Gemeinsam den lokalen Handel unterstützen".

"Die Gastronomie, der lokale Handel und viele Unternehmen leiden zum Teil enorm unter der Corona-Krise", erklärt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung die Beweggründe. Zusätzlich werde der lokale Handel durch die steigende Konkurrenz im Online-Handel geschwächt, was die Händler derzeit vor große Herausforderungen stelle.

Die Stadtverwaltung bittet ihre Bürger, diese Möglichkeiten zu nutzen und auch nach dem Lockdown Handel und Gastronomie zu unterstützen, heißt es weiter.

"Der Einzelhandel erfüllt unsere Stadt mit Leben. Die gesamte Vielfalt soll in St. Georgen erhalten bleiben", betont Bürgermeister Michael Rieger.

Und die Unterstützung des Einzelhandels ist jetzt auch wieder besser möglich: Seit Kurzem können Waren in den Einkaufsläden auch abgeholt werden. Viele St. Georgener Händler bieten nun sowohl einen Liefer- als auch einen Abholservice an.

Geplant war die Aktion aber eigentlich schon vor einigen Wochen – doch dann kam die erneute Schließung des Einzelhandels dazwischen und das Aufhängen der Banner wurde vertagt. "Wir wollen einfach, dass man auch an St. Georgen denkt", sagte Bürgermeister Michael Rieger Anfang Dezember, als er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erstmals davon berichtete. "Daran erinnern, dass man nicht nach Villingen fahren oder online einkaufen muss." Das gelte nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für andere Bereiche wie die Gastronomie.

Ein ursprünglicher Entwurf der Banner war zuvor noch einmal zurückgezogen worden. "Es hat Ärger gegeben", sagt Rieger. Eine Frau hatte sich bei der Stadt beschwert. Der Grund ihres Unmuts: Der Entwurf hatte lediglich eine einzelne Frau beim Einkaufen gezeigt. "Man muss sich heute immer genau überlegen, was man macht", meint Rieger.

Kurzfristig wurde der einkaufenden Frau dann noch ein Mann zur Seite gestellt. Der Bürgermeister hofft, dass diese Änderung nun zur allgemeinen Zufriedenheit beiträgt und nicht, so sagt er, "zum Beispiel noch nach einem Kind verlangt wird". Aber, so Rieger: "Man muss es mit Humor nehmen."

Formulierung zieht Beschwerden nach sich

Für ihn war es wie ein kleines Déjà-vu: Schon einmal hatte es vor einiger Zeit wegen eines Banners Beschwerden gegeben – die Formulierung "Frauenarzt gesucht" war einigen übel aufgestoßen. Auch hier wurde seitens der Stadt mit einer gender-konformen Änderung eingelenkt.

Zurück zum aktuellen Banner: Bald schon soll das einkaufende Paar die Ortseingänge verzieren. Vorgesehen seien Banner für die Einfahrten von Langenschiltach und Peterzell kommend sowie in Brigach, erklärt Julia Merkle von der Stadtverwaltung. Und weiter: "Die Banner sind noch nicht produziert, das passiert aber in Kürze und dann werden wir sie auch in nächster Zeit aufhängen."

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