Wahlleiter Ulrich Pahlke wirft eine Blick in die Urne der Briefwähler. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Wahlbezirk IV Mitarbeiterin für ARD-Prognosen im Einsatz / Freiwillig und anonym

St. Georgen (dvs). Bei der Landtagswahl wird der Urnengang nicht für alle Stimmberechtigten gleich sein. Der Bezirk IV darf gleich zweimal wählen. Eine Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Infratest wird ihn freundlich dazu auffordern, ebenfalls im Geheimen sein Kreuz nochmals zu machen. Ob die Gefragten dieser Bitte nachkommen, entscheiden nur sie allein.

Die Wahllokale haben noch nicht richtig geschlossen, da tauchen bereits die ersten Hochrechnungen auf. Diese sind meist nicht sehr weit vom Endergebnis entfernt. Doch vor 18 Uhr dürfen keine Urnen geöffnet und Stimmzettel ausgezählt werden. Wie sind dann solche Prognosen möglich?

Nach Zufallsprinzipausgesucht

Meinungsforscher sind schon vor der Wahl unterwegs, um repräsentative Befragungen vorzunehmen. In von ihnen ausgewählten Kommunen arbeiten sie am Sonntag zudem vor Ort. Am Wahltag bleibt es nicht bei der reinen Befragung. In St. Georgen ist die TNS Infratest Forschung GmbH für die ARD im Einsatz. Nach dem Zufallsprinzip ist der Wahlbezirk IV ausgesucht worden. Es betrifft die Bewohner vom Albertsgrund über Winterberg und Bundesstraße bis hoch zur Innenstadt. Das Wahllokal ist in der Robert-Gerwig-Schule.

Wenn die Wähler dieses verlassen, spricht sie eine Infratest-Mitarbeiterin an. Was dann folgt ist, absolut freiwillig und anonym, versichern die Verantwortlichen. Die Bürger füllen einen Fragebogen aus. Dabei geht es um die aktuelle und die Wahl davor, was für diese ausschlaggebend war sowie einige Daten zur Person. Stündlich melden die Korrespondenten telefonisch ihre Ergebnisse an die Infratest-Datenzentrale. Aufgrund der gesammelten Daten entsteht die Prognose. Diese wird gleich nach Schließung der Wahllokale bekannt gegeben.

In der Bergstadt sind am Sonntag in den Wahllokalen 114 ehrenamtliche Helfer entweder am Vor- oder Nachmittag im Einsatz. in den Ortsteilen rekrutieren sie sich in aller Regel aus Ortschaftsräten. In der Stadt selbst sind es dafür extra Ausgewählte. Wahlleiter Ulrich Pahlke versucht nach eigener Aussage, nicht immer die gleichen auszusuchen. Gemeinderäte sind ausgenommen, weil sie ohnehin schon viel Zeit für die Allgemeinheit aufwenden müssen. Rathaus-Mitarbeiter sind ebenfalls im Einsatz.

130 Helfer erhalten kleines Vesper

Zur Auszählung, die um 18 Uhr beginnt, sind dann alle 130 Helfer gemeinsam gefordert. Als kleine Aufwandsentschädigung erhält jeder 21 Euro sowie ein kleines Vesper.

Den größten Wahlbezirk bilden mittlerweile die Briefwähler. Bis Freitagvormittag hatten 775 ihre Stimme abgeben. Am Ende werden es über 900 sein. Das Statistische Landesamt wird diesen Bezirk für seine Zwecke erfassen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: