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St. Georgen Faszinierender Blick in die Historie

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Referent Wolfgang Göbel hat viel Zeit in seinen Vortrag investiert. Sein Fuß ruht auf dem Heinemann- Kassenschrank aus dem Jahr 1746. Foto: Paskal Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Christel Paskal

St. Georgen. Im Rahmen einer Vortragsreihe im FAB wurde über den Aufstieg und Niedergang der Maschinenfabrik Heinemann informiert. Unter den Zuhörern fanden sich auch viele ehemalige Beschäftigte.

Erneut einen Volltreffer landete das Forum am Bahnhof (FAB), denn nicht nur die mit Nelken geschmückten runden Tische waren dicht umlagert, auch im Hintergrund saßen noch viele Besucher. In der Vortragsreihe ging es dieses Mal um die Geschichte der Maschinenfabrik Heinemann. Ringsherum waren Fotos ausgehängt, Baupläne zu besichtigen und sogar eine alte Uhrmacherdrehbank aus dem Jahr 1873 war im Raum ausgestellt. Dicht neben dem Referenten Wolfgang Göbel stand der Kassenschrank der Familie Heinmann, der von 1746 bis 1865 benutzt wurde. Auch eine Taufkanne aus dem Jahr 1706 war zu sehen, die von der Familie Heinmann gestiftet worden war. Göbel bedankte sich bei Elise Lotte Ebding, geborene Heinemann, für deren Mithilfe und Unterstützung. Sie konnte aus ihrem Leben viel zur Heinemann-Geschichte erzählen, hatte noch alte Fotos und sogar Filme über Betriebsausflüge vorrätig. Das Stammhaus von Heinemann war im Jahr 1830 erbaut worden.

Schneller Wiederaufbau nach dem Stadtbrand

Da nach dem Stadtbrand am 19. September 1865 ohne Baugenehmigung wieder aufgebaut worden war, wurde eine Strafe von 350 Gulden verhängt. Am 13. März 1877 wurde die Firma in eine OHG umgewandelt. Bereits 1880 waren 20 Personen beschäftigt. Erste Produkte waren unter anderem 1888 eine Leitspindelbank und 1890 eine Hobelmaschine.

Die Inhaber waren stets sehr sozial eingestellt. So gründeten sie eine Betriebskrankenkasse. In Büchern war eine Krankenordnung verfasst worden. Wer sich nicht daran hielt, wurde entlassen. Ab 1900 waren die Frauen und Kinder auch mitversichert. Um Strom für die Fabrik produzieren zu können, war der Klosterweiher erworben worden. 1923 wurde die OHG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Schlechtestes Jahr in der Weltwirtschaftskrise war das Jahr 1926, als Folge im Jahr 1930 erstmals Beschäftigte entlassen wurden. Das war den Inhabern nicht gerade angenehm. Sie stellten die Entlassenen bei besseren Aufträgen wieder ein.

Im Jahr 1937 wurde das Jubiläum zum 60-jährigen Firmenbestehen groß gefeiert. Göbel dankte an dieser Stelle nochmals Ebding für den Film und meinte: "Es ist unwahrscheinlich, dass man so etwas noch findet." In einem weiteren Film war der Betriebsausflug an die Allerheiligen-Wasserfälle und die Hornisgrinde zu sehen. Auch der Ausflug an das Deutsche Eck in Koblenz war zu sehen. Für Beschäftigte, die sonst nie aus St. Georgen herauskamen, waren solche Ausflüge natürlich eine große Bereicherung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg räumten die Franzosen die ganze Firma aus. Göbel vermutet, dass durch Bettelbriefe an das Land oder aus Mitteln des Marshallplanes Gelder für den Neuanfang geflossen sind. Nach der Teilnahme auf der Hannover Messe im Jahr 1950 waren schnell neue Maschinen entwickelt worden. Die Auftragsbücher waren gut gefüllt und im Jahr 1952 feierten alle das 75-jährige Bestehen. 1971 erfolgte der Umzug in das Werk II in der Industriestraße. Durch den folgenden Einbruch der Aufträge um 30 Prozent verkaufte die Firma den Klosterweiher für 730 000 DM an die Stadt, um die Löhne bezahlen zu können. Im Jahr 1980 meldete die Firma schweren Herzens die Zahlungsunfähigkeit an.

In der Pause interessierten sich die Besucher für die ausgelegten Dokumente, Baupläne und natürlich die Fotos. So mancher entdeckte sich oder andere bekannte Gesichter darauf.

Die länger als ein Jahr dauernde Vorbereitung von Göbel ist mit langem Applaus der Besucher und dem Team vom FAB honoriert worden.  

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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